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30.10.2019

Die Psychologie erklärt, warum wir kein Obst und Gemüse essen

Presseaussendung: Die Psychologie erklärt, warum wir kein Obst und Gemüse essen

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Wir alle sind bestens vertraut mit den österreichischen Ernährungsempfehlungen und wissen, dass Obst und Gemüse, in einer Menge von fünf Portionen täglich, unsere Gesundheit positiv beeinflussen können.1 Forschungen zeigen jedoch, dass viele diese Empfehlungen zwar kennen, aber dennoch die empfohlenen Mindestmengen nicht erreichen. Woran liegt das?

Neue Erkenntnisse, die in Nutrition Reviews2 veröffentlicht wurden, zeigen mehrere Faktoren auf, die zu dem landesweiten unzureichenden Verzehr von Obst- und Gemüse beitragen, und lassen darauf schließen, dass unsere Psyche wesentlich daran beteiligt sein könnte. Dr. David Benton, Professor für Psychologie an der Swansea University und Hauptautor weist darauf hin, dass im Rahmen der Gesundheitsförderung die Vermittlung von grundlegenden Informationen zwar relativ einfach, die Änderung des Verhaltens aber der wesentlich schwierigere Teil ist. „Die 5-Portionen-am-Tag-Botschaft ist allgemein bekannt, aber nur sehr wenige Erwachsene erreichen dieses Ziel, denn Informationen allein reichen nicht aus, wir müssen auch in psychologischer Hinsicht bereit sein. Entscheidend für Verhaltensänderungen ist die sogenannte Selbstwirksamkeit, also die Überzeugung, dass wir über die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen verfügen.“  

Laut Benton sind psychosoziale Faktoren, die den Verzehr von Obst und Gemüse beeinflussen, Selbstwirksamkeit, soziale Unterstützung und Wissen über die Bedeutung des Verzehrs für einen guten Gesundheitszustand. Er erklärt, dass intrinsische Motivation (oder „frei gewähltes Verhalten“) eher zu einem gesundheitsfördernden Verhalten führt als extrinsische Motivation (oder „etwas der sozialen Anerkennung wegen zu tun“). Intrinsische Motivation entsteht, wenn Kompetenz, Autonomie und Unterstützung von anderen vorhanden sind.

Er fügt hinzu: „Viele Menschen nennen unbequeme Handhabung, Zubereitungszeit und Erschwinglichkeit als Gründe für den zu geringen Verzehr von Obst und Gemüse. Diese Erkenntnis legt jedoch nahe, dass unsere Selbstwirksamkeit (unser Glaube, dass wir ein Ziel erreichen können) ein entscheidender Faktor für den Verzehr von Obst und Gemüse ist. Indem wir unseren Denkprozess ändern und uns auf praktische Lösungen konzentrieren, können wir Hindernisse überwinden. Fruchtsaft erzeugt im Gegensatz zu ganzen Früchten eher ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und ist daher mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Umstellung der Ernährung assoziiert. Fruchtsaft soll ganze Früchte nicht ersetzen, aber er kann dazu beitragen, das Ziel der 5-Portionen-am-Tag zu erreichen. Außerdem wird ein Glas 100 % Fruchtsaft von den Fachgesellschaften empfohlen und trägt zum Erreichen des Ziels von 5-Portionen-am-Tag bei – Forschungen zeigen, dass Menschen, die Fruchtsaft konsumieren, eine 42 % höhere Wahrscheinlichkeit für das Erreichen des Ziels von 5-Portionen-am-Tag aufweisen.3

Gestützt wird dies durch eine im Journal of Behavioural Medicine4 veröffentlichte Studie, die die Wirkung einer Intervention zur Selbstwirksamkeit bei der Umsetzung von Verhaltensänderungen im Zusammenhang mit einer Erhöhung des Verzehrs von Obst und Gemüse untersuchte. In dieser Studie wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt – beide Gruppen erhielten eine grundlegende Aufklärung über Ernährung und Gesundheit sowie die Vorteile eines erhöhten Obst- und Gemüseverzehrs, Zusätzlich zu dieser Unterweisung nahm eine der Gruppen auch an einem Programm teil, das sich auf Selbstwirksamkeit konzentrierte. Sie planten zum Beispiel, wann, wo und wie sie Obst und Gemüse verzehren wollten. Die Studie ergab, dass die Gruppe, die an dem Trainingsprogramm zur Selbstwirksamkeit teilnahm, nicht nur höhere Mengen zu verzehren beabsichtigte, sondern tatsächlich mehr Obst und Gemüse konsumierte als die Gruppe, der lediglich die grundlegenden Informationen vermittelt wurden.

Tipps zur Steigerung der Selbstwirksamkeit:
Benton gibt einige Ratschläge zur Erhöhung und Verbesserung der Selbstwirksamkeit, um einen gesunden Lebensstil umzusetzen.
  • Wählen Sie Lebensmittel, die einfach zu verzehren sind. Fruchtsaft anstelle von ganzen Früchten ist mit einem Gefühl der Selbstwirksamkeit und Kompetenz verbunden, wodurch die Möglichkeit besteht, dass dies eine intrinsische Motivation erzeugt. Nur wenige Menschen werden sich nicht imstande fühlen, einen Karton oder eine Flasche zu öffnen.
  • Sie müssen darüber nachdenken, wann, wo und wie Sie Ihre 5-Portionen-am-Tag erreichen. Planen Sie, immer Obst und Gemüse im Haus zu haben und sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Saft vorrätig haben, um diese zu ergänzen.  
  • Suchen Sie Rezepte, die Sie ansprechen: Wählen Sie ein Wok-Gericht mit Gemüse und einer Sauce, die Sie mögen. Ganz gleich, ob diese auf Ingwer, Tomaten oder Zitrusfrüchten basiert, Hauptsache ist, dass sie einen angenehmen Geschmack hat.
  • Gewöhnen Sie sich den regelmäßigen Verzehr von einer Portion (150 ml) 100 % Fruchtsaft an. Das Frühstück ist eine großartige Gelegenheit für einen guten Start in den Tag und die erste der 5-Portionen-am-Tag.
  • Behalten Sie die Menge Ihres Verzehrs an Obst & Gemüse im Blick. Wenn Sie versuchen, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen, warum versuchen Sie dann nicht auch, 5-Portionen-am-Tag zu erreichen?

Tipps zum Erreichen des Ziels von 5-Portionen-am-Tag:
„Viele Menschen haben wenig zeitliche Ressourcen. Sie jonglieren mit Arbeitszeiten und den manchmal recht hektischen Anforderungen des Familienlebens. Dazu kommt auch noch die Herausforderung der Zubereitung von Mahlzeiten, sodass sich viele für Convenience-Produkte entscheiden, um möglichst schnell und einfach zu essen. Mit ein wenig Planung im Voraus braucht es aber kaum mehr Zeit, um das Ziel der 5-Portionen-am-Tag zu erreichen“, meint FH-Prof. Mag. Dr. Gabriele Leitner, vom Department Gesundheit der FH St. Pölten.

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1Österreichische Gesellschaft für Ernährung, 10 Ernährungsregeln der ÖGE, https://www.oege.at/index.php/bildung-information/empfehlungen
2David Benton, Hayley A Young, Role of fruit juice in achieving the 5-a-day recommendation for fruit and vegetable intake, Nutrition Reviews, nuz031, https://doi.org/10.1093/nutrit/nuz031
3Gibson, S (2012) Fruit juice consumption in the National Diet and Nutrition Survey (NDNS 2008-2010): associations with dietary quality and indices of obesity and health. Proceedings of the Nutrition Society (2012) 71, (OCE3), E232.
4Kreausukon P, Gellert P, Lippke S, et al. Planning and self-efficacy can increase fruit and vegetable consumption: a randomized controlled trial. J Behav Med. 2012;35:443–451.

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Über Fruit Juice Matters
Fruit Juice Matters ist ein europaweites Kommunikationsprogramm der AIJN, in dem vertrauenswürdige und ausgewogene Forschungsergebnisse zum gesundheitlichen Nutzen von Fruchtsaft geteilt werden. Weitere Informationen finden Sie unter: https://fruitjuicematters.eu/en/about-fruit-juice-matters  

Über AIJN
Die AIJN, die Europäische Fruchtsaftvereinigung, ist die repräsentative Organisation der Fruchtsaftindustrie in der EU. Sie vertritt die Branche von den fruchtverarbeitenden Unternehmen bis hin zu den Betrieben, welche die Verbraucherprodukte abpacken. Die Gründung der AIJN geht auf das Jahr 1958 zurück. Sie ist eine internationale gemeinnützige Organisation nach belgischem Recht. Die AIJN ist im Transparenz-Register des Europäischen Parlaments und der EU-Kommission eingetragen. Bei diesem Verzeichnis handelt es sich um eine Online-Datenbank mit Informationen zu Lobbytätigkeiten, in die sich Organisationen eintragen müssen, wenn sie Kontakt zu Vertretern der europäischen Kommission und des europäischen Parlaments haben möchten.  
Weitere Informationen finden Sie unter: www.aijn.org/about   

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