IKP
05.04.2017

Umfrage der Fachgruppe UBIT Wien: Kooperationen gehört die Zukunft

Wissensbasierte Dienstleister arbeiten gerne Hand in Hand

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Martin Puaschitz, Obmann der Fachgruppe UBIT Wien

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Gemeinsam schafft man mehr – die überwiegende Mehrheit (71 %) der 897 österreichweit befragten Unternehmen sieht das genauso und geht deshalb immer öfter zeitlich begrenzte Kooperationen ein. Bei der Auswahl der Kooperationspartner liegt der Fokus auf inhaltlichen Aspekten, die Unternehmensgröße des Partnerunternehmens ist nebensächlich. Die Kooperationspartner finden dabei meist über ein gemeinsames Netzwerk oder durch Empfehlungen zueinander. Bevorzugt werden dabei flexible Kooperationen nach Anspruch und Notwendigkeit und keine starren Verhältnisse.

Grundsätzlich wird hierzulande gerne zusammengearbeitet. 85 % der befragten Teilnehmer haben demzufolge schon einmal mit einem anderen Unternehmen kooperiert, 69 % kooperieren aktuell. Jene Firmen, die noch nicht mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten, meinen, dass es sich bislang einfach noch nicht ergeben hätte. Kein Wunder also, dass mehr als die Hälfte aller Unternehmen Kooperationen als klaren Trend sehen. „Hintergrund ist, dass die Zahl der Kleinstunternehmen enorm steigt. Diese Unternehmen sind meistens hochgradig spezialisiert und bedienen ein Nischenbedürfnis“, sagt Alfred Harl, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT der WKO (UBIT). „Will ein Unternehmen daher an größere Aufträge herankommen, muss es zumeist ein inhaltlich breiteres Spektrum abdecken können und das gelingt dann nur in Kooperation mit einem Partner“, ergänzt Martin Puaschitz, Obmann der Fachgruppe UBIT Wien.

Eigenständigkeit trotz Zusammenarbeit
In Bezug auf die Kooperationspartner stechen einige interessante Aspekte hervor: Laut Umfrageergebnissen spielt die Unternehmensgröße des Kooperationspartners eine untergeordnete Rolle. „Hierbei ist bei unterschiedlichen Unternehmensgrößen besonders darauf zu achten, dass die Kooperation auf Augenhöhe stattfindet“, sagt Immo Mohrenschildt, stv. Bundessprecher und Landessprecher Wien der Experts Group für Kooperation und Netzwerke.

Wichtiger als die Unternehmensgröße sind inhaltliche Aspekte. Heimische Unternehmensberater und IT-Dienstleister bevorzugen flexible Kooperationen, die je nach Notwendigkeit eingegangen werden. Starre Strukturen werden vermieden. Bei der Suche nach passenden Kooperationspartnern sehen sich die Unternehmer gerne im eigenen Netzwerk um (77 %) oder vertrauen auf Empfehlungen (52 %). Wesentliche Auswahlkriterien sind dabei Vertrauen (87 %), Fachkompetenz (79 %), Verlässlichkeit (75 %) und Qualität (72 %). Image und Kundenportfolio des Partners sind den meisten Unternehmen nicht so wichtig. Obwohl man gerne Hand in Hand arbeitet, ist die Unabhängigkeit der Unternehmen ein hohes Gut. Nur 7 % der Befragten gehen Kooperationen im Rahmen eines gemeinsamen Unternehmens ein.

Von Spezialisierung des Partners profitieren
Die Studie zeigt weiter, dass das Ziel ist, die eigene Kompetenzbreite und -tiefe zu erweitern, indem man sich die Spezialisierung des Partners ansieht. Erwartet wird, dass man gemeinsam mehr erreicht (71 %), indem man das Größenmanko ausgleicht, zusätzliche Ressourcen zur Verfügung hat (53 %) oder dass die Kooperation als Türöffner (50 %) dient, um so Zugang zu anderen Zielgruppen oder Märkten zu finden. Aspekte wie die Vertretungsmöglichkeit, eine länderübergreifende Vernetzung, Stabilität oder finanzielle Vorteile sind da zunächst eher nebensächlich. Trotzdem ist es natürlich so, dass Kooperationen auch wirtschaftlich Sinn machen müssen. Und das tun sie meistens auch: 39 % der Befragten profitierten von Kooperation im Rahmen von 5.000 bis zu 20.000 Euro, 28 % über 20.000 Euro und 14 % sogar über 50.000 Euro. Lediglich 3 % zogen keine finanziellen Vorteile aus der Kooperation.

Die Kunden hingegen erwarten sich ebenfalls einen Mehrwert aus Kooperationen. So geben die befragten Unternehmen an, dass 64 % ihrer Kunden mehr Tiefe und Spezialisierung durch Kooperationen erwarten, 51 % erwarten daraus mehr Qualität und 47 % mehr Breite. „Daraus folgt, dass nicht nur die Abarbeitung großer Auftragsvolumina kundenseitig gefragt sind, sondern noch viel mehr das hochspezialisierte Know-how der wissensbasierten Unternehmensdienstleister verlangt wird“, erörtert Puaschitz.

Kooperationen enden bei Projektabschluss
Die Dauer einer Kooperation richtet sich meist nach dem Projektbedarf, gemeinsame Unternehmen sind eher die Ausnahme. Die Mehrheit aller Kooperationen (87 %) enden deshalb mit Projekt- oder Vertragsende. Nur bei 2 % der Kooperationen ist Streit der Grund für die Auflösung der Zusammenarbeit. Auf die Frage „Was hindert Sie daran, Kooperationen einzugehen?“ haben 74 % angekreuzt, dass sich einfach noch keine Möglichkeit zu einer Kooperation ergeben hat. Nur wenige sehen keinen Bedarf daran oder haben Ängste.


Über die Fachgruppe UBIT Wien
Die Fachgruppe UBIT Wien ist im Bereich der Wirtschaftskammer die Standesvertretung der Wiener Unternehmensberater, Buchhalter und IT-Dienstleister. Mit rund 20.000 Mitgliedern zählt sie zu den größten Fachgruppen Österreichs. Als Servicestelle und Informationsnetzwerk bietet die Fachgruppe ihren Mitgliedern regelmäßig branchenspezifische Informationsveranstaltungen und Weiterbildungsseminare.
 
Das rasche Wachstum der Fachgruppe UBIT Wien spiegelt einerseits die zunehmende Bedeutung jeder einzelnen UBIT-Berufsgruppe wider, andererseits ist es auch Ausdruck des Strukturwandels bei den Unternehmen: Rund 70 % der UBIT-Mitglieder arbeiten als Ein-Personenunternehmen und fast die Hälfte der Unternehmen ist in den letzten fünf Jahren gegründet worden. Die UBIT-Mitglieder sind zudem bereits für rund 15 Prozent der Wiener Wirtschaftsleistung verantwortlich.
 
Die Dienstleistungen und Beratungstätigkeiten der UBIT-Mitglieder bilden eine wichtige Basis für die Sicherung und Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Wien.
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