Nie zuvor wurde so viel Kleidung konsumiert und entsorgt wie heute: Durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke kaufen Menschen in Österreich pro Jahr. Parallel wächst die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft – nicht nur ökologisch, sondern auch arbeitsmarktpolitisch. Im Rahmen eines moderierten „Wohnzimmer-Dialogs“ beleuchteten Christina Hörburger, ÖVP-Landtagsabgeordnete (Umwelt), Bürgermeister Simon Tschann, AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter, Getzner-Holding-CEO Markus Comploj und Caritasdirektor Walter Schmolly die Chancen dieses Wachstumsbereichs für Vorarlberg. Anschließend wurde der carla Store feierlich für die Öffentlichkeit eröffnet.
Kreislaufwirtschaft schafft regionale Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze
Die carla Shops bieten gut erhaltene Secondhand-Waren an. Sie verbinden nachhaltigen Konsum mit der Beschäftigung von am Arbeitsmarkt Benachteiligten, die in den Shops spezifisch ausgebildet werden. Christina Hörburger misst der Arbeit von carla eine große Bedeutung zu: „Zirkuläres Wirtschaften ist weit mehr als ein Umweltprojekt – es schafft regionale Wertschöpfung, sichert Arbeitsplätze und zeigt, wie ökologische Verantwortung und soziale Perspektiven in Vorarlberg erfolgreich zusammenspielen können.“ Dem pflichtet auch Bernhard Bereuter bei: „Soziale Unternehmen wie dieses beweisen eindrucksvoll, wie sinnstiftende Beschäftigung, gezielte Weiterbildung und nachhaltiges Wirtschaften funktionieren können. Für viele Menschen eröffnen diese Arbeitsmöglichkeiten völlig neue Perspektiven und stärken ihre Chancen am Arbeitsmarkt nachhaltig.“ Für Caritasdirektor Walter Schmolly ist der neue carla Standort nicht nur ein Shop, sondern ein offenes Haus für Begegnung und ein Platz für Neuanfänge: „In den Carla-Shops finden Menschen, Kleidungsstücke und Gebrauchtwaren eine zweite Chance. Hier wird geteilt und nachhaltig konsumiert, hier öffnen sich neue Wege. Einkaufserlebnis und Solidarität sind hier miteinander verbunden.“
Lebendiger Treffpunkt mit sozialer Wirkung
„Nachhaltiger Konsum, Qualifizierung und regionale Wertschöpfung müssen zusammen gedacht werden“, unterstreicht Karoline Mätzler, Leiterin des Fachbereichs Arbeit & Qualifizierung der Caritas Vorarlberg und Moderatorin des Gesprächs. Ebenfalls am neuen Standort untergebracht ist das Jugendbeschäftigungsprogramm „Startbahn“. Es unterstützt junge Menschen beim Einstieg ins Berufsleben durch praktische Arbeitserfahrung und individuelle Begleitung. „Diese Kombination schafft konkrete Perspektiven für auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte junge und ältere Menschen in der Region. Das war für uns Grund genug, eigens dafür die rund 100 Jahre alte Villa Richard Gassner in der Werdenbergerstraße zu adaptieren und auch öffentlich zugänglich zu machen“, erklärt „Hausherr“ Markus Comploj. Die historische Substanz blieb erhalten, gleichzeitig entstanden moderne, helle Verkaufs- und Arbeitsräume. Auch Simon Tschann freute sich: „Mit dem neuen carla Store gewinnt Bludenz nicht nur ein attraktives Angebot für nachhaltigen Konsum, sondern auch einen lebendigen Treffpunkt mit sozialer Wirkung, mitten in unserer Stadt.“
Jugendbeschäftigung trifft auf Kunstuni Linz und carla Shop
Im Anschluss an das Mediengespräch stellten junge Menschen „ihren“ Bereich der Jugendbeschäftigung vor und präsentieren eindrucksvolle Ergebnisse eines gemeinsamen Projekts mit der Kunstuniversität Linz. Beschäftigte des neuen carla Shops führten durch die neu gestalteten Räumlichkeiten und gaben persönliche Einblicke in ihre Schicksale.
Zahlen, Daten, Fakten
carla Concept Store – neu in der Villa Richard Gassner
• Neue Adresse: Werdenbergstraße 44, 6700 Bludenz (statt Klarenbrunn)
• Eröffnung: 2. März 2026
Wirkung & Aufgaben
• Qualifizierung & Beschäftigung für arbeitssuchende Personen
• Secondhand-Mode, Accessoires, Kleinmöbel
• ReUse & Ressourcenschonung
• Einbindung des Jugendbeschäftigungsprojekts Startbahn
• Beitrag zur Belebung des Zentrums
• Secondhand und Chancen im Herzen der Innenstadt
Soziale Wirkung (gesamte carla-Struktur)
• Sinnstiftende Arbeitsplätze für Menschen, die am Arbeitsmarkt wenig Chancen haben
• Praxisnahe Qualifizierung und Vorbereitung auf den ersten Arbeitsmarkt
• Diskrete Rabatte oder Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen
• Wertschöpfung für Gesellschaft, Umwelt und regionale Wirtschaft