Leistbarer Wohnraum bleibt eines der zentralen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Aktuelle Entwicklungen am Wohnungsmarkt zeigen deutlich: Der Druck auf Mieterinnen und Mieter wächst weiter, während Baukosten, Grundstückspreise und Finanzierungskosten neue Höchststände erreichen.
Gerade in diesem herausfordernden Umfeld nehmen die Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) eine entscheidende Rolle ein. Sie stehen für Stabilität, Verlässlichkeit und langfristig leistbares Wohnen – und sind damit ein unverzichtbarer Pfeiler der Wohnversorgung in Salzburg.
Die GBV sichern durch kontinuierliche Investitionen, nachhaltige Bauweise und das bewährte Kostendeckungsprinzip nicht nur leistbare Mieten, sondern auch soziale Stabilität. Sie wirken damit aktiv gegen die zunehmende Dynamik am freien Wohnungsmarkt und schaffen langfristige Perspektiven für breite Bevölkerungsschichten.
Wohnungsübergaben 2025 und Planung 2026
Das Jahr 2025 war geprägt von herausfordernden Rahmenbedingungen, gleichzeitig aber auch von wichtigen Impulsen für den Wohnbau. Insgesamt konnten im Jahr 2025 insgesamt 743 Wohnungen übergeben werden, damit konnte ein wichtiger Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarktes geleistet werden. Für das Jahr 2026 wird die Fertigstellung von 767 Wohnungen erwartet, um weiterhin dem hohen Bedarf aktiv zu begegnen. Die GBV bleibt damit ein stabiler Motor für leistbares Wohnen in Salzburg und setzt auch künftig auf eine ausgewogene Mischung aus Neubau, Sanierung und nachhaltiger Bestandsentwicklung.
Ing. Stephan Gröger, Obmann der GBV Salzburg:
„Gerade in Zeiten stark steigender Bau- und Finanzierungskosten zeigt sich, wie wichtig die Gemeinnützigkeit im Wohnbau ist. Wir schaffen nicht nur Wohnraum, sondern geben den Menschen Sicherheit. Unser Auftrag ist klar: leistbares Wohnen langfristig sichern – für junge Menschen, Familien und ältere Generationen gleichermaßen.“
Mag. Wilhelm Fenninger, stellvertretender Obmann der GBV Salzburg:
„Die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum ist ungebrochen hoch. Gleichzeitig stehen wir vor großen Herausforderungen in der Umsetzung neuer Projekte. Umso wichtiger ist es, dass wir verlässliche Rahmenbedingungen haben, damit wir auch in Zukunft ausreichend Wohnungen zu fairen Preisen anbieten können.“
Investitionen 2025 und Plan 2026
Trotz steigender Bau- und Finanzierungskosten wurden im Jahr 2025 rund 367,6 Millionen Euro in Neubau (rund 271 Mio. Euro) und Sanierung (96,6 Mio. Euro) investiert. Für 2026 sind Investitionen in Höhe von etwa 381 Millionen Euro geplant (Neubau rund 285 Mio. Euro und Sanierung 96 Mio. Euro). Im Fokus stehen weiterhin nachhaltige Bauprojekte, energieeffiziente Sanierungen sowie die langfristige Sicherung von Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten.
Steigerung um 18% zum Vorjahr: Baubeginn 2026
Im Vergleich zum Jahr 2025, in dem der Baubeginn von 949 Wohnungen verzeichnet wurde, steigt die Zahl im Jahr 2026 auf 1.123 Wohnungen an, was einer Steigerung von rund 18 % entspricht. Die Vorschau für den Baubeginn 2026 zeigt eine deutliche Schwerpunktsetzung im Bereich der Mietwohnungen, die mit insgesamt 904 Einheiten den größten Anteil ausmachen. Besonders hervorzuheben ist der Pongau mit 348 geplanten Mietwohnungen, gefolgt von der Stadt Salzburg und dem Pinzgau. Eigentumswohnungen sind mit insgesamt 164 Einheiten ebenfalls relevant vertreten, wobei hier Tennengau und die Stadt Salzburg eine führende Rolle einnehmen. Das Modell „Miete-Kauf“ spielt hingegen mit 55 Einheiten eine vergleichsweise kleinere Rolle und konzentriert sich vor allem auf Tennengau und Pinzgau. Insgesamt sind 1.123 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 65.335 m² vorgesehen, was auf eine rege Bautätigkeit und eine gezielte regionale Verteilung des Wohnraums im Bundesland Salzburg hindeutet.
REK-Prozess (Räumliches Entwicklungskonzept)
Ein zentrales Thema für die Zukunft des Wohnbaus ist der REK-Prozess. Die strategische Flächenplanung entscheidet maßgeblich darüber, wo und wie leistbarer Wohnraum entstehen kann. Die GBV bringt sich aktiv in diesen Prozess ein, um nachhaltige und sozial ausgewogene Siedlungsentwicklungen sicherzustellen.
Nachverdichtung und Aussiedlung – der Mehrwert beim Umzug
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nachverdichtung bestehender Wohnanlagen sowie gezielten Aussiedlungen bei Sanierungs- oder Abbruchprojekten. Ziel ist es, vorhandene Flächen effizienter zu nutzen und gleichzeitig die Wohnqualität zu erhöhen.
Für Bewohner:innen ergeben sich in diesem Prozess klare Vorteile: Sie erhalten Zugang zu modernen, energieeffizienten Wohnungen mit zeitgemäßer Ausstattung, die den aktuellen ökologischen und technischen Standards entsprechen. Gleichzeitig profitieren sie von einer verbesserten Wohnumgebung, etwa durch aufgewertete Grünflächen, bessere Verkehrsanbindung oder zusätzliche Nahversorgungsangebote. Nicht zuletzt tragen energieeffiziente Bauweisen und optimierte Gebäudestrukturen dazu bei, die laufenden Betriebskosten langfristig stabil zu halten und damit leistbares Wohnen nachhaltig zu sichern.
Globale Krisen treiben Energie- und Baukosten in die Höhe
Die anhaltenden globalen Krisen, insbesondere bewaffnete Konflikte in geopolitisch sensiblen Regionen, führen zu erheblichen Verwerfungen auf den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten. Steigende Energiepreise wirken sich dabei unmittelbar auf die gesamte Wertschöpfungskette der Bauindustrie aus – von der energieintensiven Herstellung von Baustoffen wie Zement, Stahl und Glas bis hin zu Transport- und Logistikkosten. Diese Entwicklungen führen zu spürbaren Preissteigerungen bei Bauleistungen und setzen gemeinnützige Bauträger zunehmend unter Druck, leistbaren Wohnraum weiterhin in gewohnter Qualität und im erforderlichen Umfang bereitzustellen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie eng globale wirtschaftliche Rahmenbedingungen mit der regionalen Bau- und Wohnversorgung verknüpft sind und wie wichtig stabile energiepolitische Maßnahmen für die langfristige Sicherung leistbaren Wohnens sind.
Die Rolle der Gemeinnützigkeit
Das Fundament der GBV ist das gesetzlich verankerte Kostendeckungsprinzip. Es garantiert, dass Mieten ausschließlich die tatsächlichen Kosten für Bau, Verwaltung und Instandhaltung widerspiegeln. Dadurch bleibt Wohnraum dauerhaft leistbar – insbesondere für junge Erwachsene, Familien, Singles und Pensionist:innen mit niedrigen und mittleren Einkommen.
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