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Wien, im Februar 2026 – Österreich fehlen laut Arbeitsministerium rund 200.000 qualifizierte Fachkräfte. Der Bundesverband Sonnenschutztechnik (BVST) sendet dazu ein klares Signal: Er investiert in Nachwuchs und Weiterbildung – und fordert die Politik zum Handeln auf. Denn der Lehrberuf Sonnenschutztechnik zählt zu den zukunftssichersten Ausbildungen, die das heimische Handwerk derzeit zu bieten hat. Wer heute in die Branche einsteigt, gestaltet aktiv mit, wie Menschen morgen wohnen, arbeiten und Energie sparen – smart, vernetzt und nachhaltig.

Die Sonnenschutzbranche hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Transformation erlebt. Nach dem Post-Pandemie-Boom brachten steigende Zinsen und Inflation zwar eine Abkühlung der Baukonjunktur – doch die Nachfrage nach qualifizierten Sonnenschutztechniker*innen blieb stabil hoch. Zwei Entwicklungen treiben das Wachstum nachhaltig an: die Sanierung des Gebäudebestands (trotz gestoppter Sanierungsoffensive!) als verlässliche Säule des Tagesgeschäfts und der unaufhaltsame Trend zur Automatisierung und Digitalisierung.
„Auch wenn es aufgrund konjunktureller Entwicklungen zu leichten Schwankungen kommt, bleibt der Bedarf unter Berücksichtigung des demografischen Wandels stabil hoch", erklärt Harald Niedrist, im BVST zuständig für den Lehrberuf. Die Betriebe reagieren darauf konsequent: Sie investieren in die Ausbildung eigener Fachkräfte – denn zugekaufte Qualifikation lässt sich in einer spezialisierten Branche nicht so einfach integrieren.
Der Beruf selbst ist vielschichtiger als viele vermuten. Sonnenschutztechniker*innen messen, planen und montieren nicht nur Rollläden, Markisen oder Jalousien. Vielmehr programmieren sie smarte Steuerungssysteme, integrieren Sonnenschutzlösungen in Gebäudenetzwerke und beraten Kund*innen zu energieeffizienten automatisierten Systemen. Kurzum: Sie sind Handwerker*innen, Techniker*innen und Beratende in einem.

Smarter Sonnenschutz: Handwerk trifft Hightech
Ein besonders spannendes Kapitel der Branche wird gerade erst geschrieben. Rund 40 % der verkauften Steuerungen sind bereits Smart-Home-Systeme – Tendenz stark steigend, mit einem prognostizierten jährlichen Wachstum von etwa 10 %. Sonnenschutztechniker*innen arbeiten täglich an der Schnittstelle zwischen Handwerk und digitaler Gebäudeintelligenz.
Gebäudebussysteme wie KNX und Loxone und der neue Smart-Home-Standard „Matter" setzen klassische proprietäre Systeme unter Druck. „Es geht darum, die Anwendung für die Kund*innen so komfortabel und einfach wie möglich zu machen und auf die jeweiligen Bedürfnisse bestmöglich einzugehen. Die Vernetzung mit anderen Bereichen wie Heizung, Klimatisierung und Beleuchtung ist zunehmend ein Thema", betont Fuad Salic, Sprecher des Bundesverbandes Sonnenschutztechnik.
Das Berufsbild ist bewusst offen gestaltet, um diesen technologischen Wandel mitzugehen. Neue Anforderungen wie die Integration von KI-gestützten Steuerungen, Energieeinsparautomatiken und die Einbindung von Sonnenschutz in ganzheitliche Gebäudekonzepte machen den Beruf zu einem echten Zukunftsberuf – und zu einem, der niemals langweilig wird.

Eine Branche trägt Verantwortung
Das Thema Nachhaltigkeit in den unterschiedlichsten Erscheinungen und Ausprägungen ist in Regularien, Richtlinien und Gesetzen angekommen. Themen wie Recycling, CO₂-Bilanzierung und Umweltproduktdeklarationen (EPDs) werden auch in der Sonnenschutzbranche zunehmend relevanter. Die Kund*innen erwarten heute einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Ressourcen – und honorieren ihn. Der BVST ist sich bewusst, dass diese Inhalte in der Ausbildung noch stärker verankert werden müssen, und sieht darin eine klare Aufgabe für die kommenden Jahre. Denn wer die Fachkräfte von morgen ausbildet, muss ihnen auch das Rüstzeug für eine nachhaltige Wirtschaft von morgen mitgeben.

Appell an die Politik: Jetzt handeln, bevor Qualifikation zur Mangelware wird
Die gute Nachricht: Die Sonnenschutzbranche hat erkannt, dass sie selbst Verantwortung für ihre Nachwuchsförderung trägt. Die weniger gute: Strukturelle Rahmenbedingungen bremsen die Ausbildungsbereitschaft vieler Betriebe. Steigende Ausbildungskosten, bürokratische Hürden und ein Lehrlingssystem, das kleine und spezialisierte Unternehmen zunehmend benachteiligt, sind Herausforderungen, die die gesamte österreichische Wirtschaft betreffen – auch die Sonnenschutztechnik.
Der BVST fordert die Politik daher auf, die angekündigte Fachkräftestrategie der Bundesregierung entschlossen und ohne Verzögerung umzusetzen. Konkret braucht es eine stärkere finanzielle Förderung für ausbildende Betriebe – insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen –, eine flächendeckende und systematische Berufsorientierung an Schulen sowie Anreize für berufsbegleitende Weiterbildung im technischen Handwerk. Denn eines ist klar: Fachkräftemangel ist kein Schicksal. Er ist das Ergebnis von zu wenig Investition in Bildung und Ausbildung – und das lässt sich ändern.
Die Sonnenschutzbranche ist bereit. Sie bildet aus, zertifiziert und entwickelt ihre Fachkräfte kontinuierlich weiter. Jetzt braucht es politische Rahmenbedingungen, damit noch mehr junge Menschen diesen Weg einschlagen – und dass die Betriebe, die sie ausbilden, dafür die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.
Über den Bundesverband Sonnenschutztechnik
Der Bundesverband Sonnenschutztechnik ist der Dachverband der österreichischen Sonnenschutzindustrie. Kooperationspartner sind u. a. klimaaktiv, Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie (IBO), Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), Dienstleister Energieeffizienz und Contracting Austria (DECA), Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich, Plattform Innovative Gebäude Österreich und Lichttechnische Gesellschaft Österreichs (LTG).
Der Verband repräsentiert 19 Mitgliedsbetriebe mit insgesamt über 1.500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Er sichert mit einer Wertschöpfung von ca. 800 Mio. Euro an die 10.000 heimische Arbeitsplätze vor allem im gewerblichen Bereich.
Der BVST ist Gründungsmitglied des Europäischen Dachverbandes ES-SO (European Solar Shading Organization), zu dem 27 Mitgliedsverbände zählen. Verbandsweit ermöglichen alle mit Sonnenschutz verbundenen Leistungen (bis hin zu Montage und Serviceleistungen) Arbeitsstellen für 400.000 Angestellte und Arbeiter, die einen Gesamtumsatz von ca. 15 Milliarden Euro erwirtschaften. www.bvst.at

Kontakt

BVST Fesel

Pressestelle des Bundesverbandes Sonnenschutztechnik
ikp Wien GmbH
Eva Fesel
Kirchengasse 7/18, 1070 Wien
Tel. 01 524 77 90-31
Mail: eva.fesel@ikp.at
www.ikp.at

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