- EU-Neuwagenmarkt legt im März um 13 Prozent zu, im ersten Quartal um vier Prozent
- Österreich: plus 27 Prozent im März, plus 17 Prozent im ersten Quartal
- Absatzboom bei Elektroautos: EU-weit plus 49 Prozent im März
- Elektro-Marktanteil steigt im März in der EU auf 20,2 Prozent
- Tesla Model Y und Model 3 meistverkaufte Elektroautos in Westeuropa – vor Skoda Elroq und Leapmotor T03
Wien, 23.04.2026. Auf dem europäischen Neuwagenmarkt ging es im März kräftig aufwärts: Die Neuzulassungen in der EU stiegen um 13 Prozent. Mit 1,17 Millionen Neuzulassungen wurde der höchste März-Absatz seit sieben Jahren erreicht – zuletzt wurden im März 2019 mit 1,26 Millionen mehr Neuwagen zugelassen. Im ersten Quartal kletterte der Absatz um vier Prozent, er lag damit aber weiterhin deutlich – um 15 Prozent – unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. In Österreich stiegen die Neuzulassungen sogar noch stärker: um 27 Prozent im März, im ersten Quartal um 17 Prozent.
Laut Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich, ist es aber noch zu früh, um von einer positiven Trendwende zu sprechen: „Der kräftige Anstieg der Neuzulassungen im März hat unterschiedliche Ursachen. Einerseits wirkten sich Kalendereffekte aus, etwa ein zusätzlicher Arbeitstag. Andererseits haben einige Hersteller zum Quartalsende offenbar nochmals gezielt Fahrzeuge in den Markt gebracht, unter anderem über Tageszulassungen. Es besteht daher die Gefahr, dass der starke März kein nachhaltiger Trend ist und sich die Marktentwicklung in den kommenden Monaten wieder deutlich abschwächt.“
Preiss begründet seine Skepsis mit der aktuellen Wirtschaftslage in Europa: „Das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Europa bleibt herausfordernd. Die Spannungen im Nahen Osten, stark steigende Treibstoffpreise sowie eine voraussichtlich wieder höhere Inflation werden die Nachfrage nach Neuwagen dämpfen. In Phasen hoher Unsicherheit werden größere Investitionen häufig aufgeschoben.“
Preiss bleibt daher bei seiner Prognose eines Wachstums der Neuzulassungen im Gesamtjahr von etwa zwei Prozent.
Deutsche Autobauer verlieren leicht Marktanteile
Im ersten Quartal lag der EU-Marktanteil der deutschen Autokonzerne nur noch bei 37,9 Prozent, nach 38,2 Prozent im Vorjahreszeitraum – der Marktanteil schrumpfte also leicht um 0,3 Prozentpunkte. Immerhin: Alle drei deutschen Konzerne verzeichneten Absatzzuwächse, in Summe stieg ihr EU-Absatz allerdings nur um 3,1 Prozent; der Gesamtmarkt legte hingegen um 4,0 Prozent zu. Deutlich stärker als die deutschen Konzerne wuchsen insbesondere BYD (plus 170% im ersten Quartal), Tesla (plus 60%) und Stellantis (plus 9%). Der chinesische Hersteller SAIC wuchs um sechs Prozent und damit ebenfalls etwas stärker als der Gesamtmarkt.
„Die aktuelle Marktoffensive chinesischer Automobilhersteller zeigt klare Wirkung“, sagt Preiss. „Attraktive Preise und zum Teil sehr überzeugende technische Kennzahlen führen zu spürbaren Absatzsteigerungen. Während die Marktanteile in Mittel- und Nordeuropa bislang noch vergleichsweise gering sind, gewinnen chinesische Marken insbesondere in Südeuropa zunehmend an Bedeutung.“
Wachstumsschub bei Elektroautos
Die Neuzulassungen von Elektroautos stiegen im März EU-weit um 49 Prozent, im ersten Quartal um 33 Prozent. Der Marktanteil stieg im März von 15,3 auf 20,2 Prozent. In Österreich stieg die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos im März um 34 Prozent, und im ersten Quartal um 22 Prozent. Der Elektro-Marktanteil erreichte im Monat März 24,9 Prozent (Vorjahr: 23,6 %).
Das starke Plus bei Elektroautos habe mehrere Gründe: „Das Angebot an attraktiven E-Modellen wächst stetig, vor allem auch im günstigeren Preissegment, in dem staatliche Förderungen häufig kaufentscheidend sind. Zusätzlich verzeichnen wir besonders hohe Wachstumsraten bei Elektrofahrzeugen chinesischer Hersteller“, erläutert Preiss.
Auch Tesla konnte nach dem Absatzeinbruch des Vorjahres wieder deutlich zulegen und eroberte EU-weit sogar die beiden ersten Plätze im Ranking der meistverkauften Elektroautos. Auch in Österreich führten das Tesla Model Y und das Model 3 die Rangliste der meistverkauften Elektroautos an.
Die hohen Zuschüsse, die in vielen EU-Ländern beim Kauf von Elektroautos gezahlt werden, sind allerdings kritisch: „Hohe Kaufanreize wie die neue Prämie in Deutschland können kurzfristig für steigende Absatzzahlen sorgen, doch solche milliardenschweren Förderprogramme dürfen kein Dauerinstrument sein”, so Preiss. „Die Erfahrung zeigt, dass der Markt einbricht, sobald Förderungen auslaufen. Genau dieses Risiko besteht auch diesmal: Ist der Fördertopf erschöpft, werden die Neuzulassungen deutlich zurückgehen.“
So gut wie keinen Einfluss auf die steigenden E-Auto-Neuzulassungen hatte im März hingegen der starke Anstieg der Kraftstoffpreise infolge des Kriegs im Nahen Osten, so Preiss: „Die aktuell hohen Kraftstoffpreise erhöhen grundsätzlich das Interesse an Elektroautos. Ein Autokauf ist jedoch eine langfristige Entscheidung, die nicht kurzfristig getroffen wird. Zudem vergehen zwischen Kaufentscheidung und tatsächlicher Neuzulassung meist mehrere Wochen oder Monate. Auswirkungen der gestiegenen Spritpreise werden sich daher frühestens in den April-Zahlen zeigen – wahrscheinlicher ist ein Effekt erst in der zweiten Jahreshälfte.“
Große Unterschiede innerhalb Europas
In immerhin 14 der 27 EU-Länder lag der Elektro-Marktanteil im März unter zehn Prozent, in gerade einmal fünf EU-Ländern waren im März mehr als 30 Prozent der neu zugelassenen Pkw Elektroautos.
Während im Norden Europas Elektroautos inzwischen hohe Marktanteile erreichen, kommen im Osten und Südosten nach wie vor nur sehr wenige Elektroautos neu auf die Straße: In Skandinavien (einschließlich des nicht-EU-Landes Norwegen) stieg der BEV-Marktanteil im März von 54 auf 66 Prozent. In Osteuropa legte er hingegen nur von fünf auf sieben Prozent zu.
Im vergangenen Monat war wie schon im Februar erneut das Tesla Model Y das meistzugelassene Elektroauto in Westeuropa, gefolgt vom Skoda Elroq. In den zwölf westeuropäischen Ländern, für die entsprechende Daten verfügbar sind, lag mit dem Leapmotor T03 erstmals ein chinesisches Elektroauto auf dem dritten Platz – aufgrund einer sehr starken Performance in Italien.
Top-Elektroautos in Westeuropa* im März 2026
| Tesla Model Y |
25.075 |
| Tesla Model 3 |
12.594 |
| Skoda Elroq |
8.710 |
| Leapmotor T03 |
6.837 |
| Skoda Enyaq |
6.083 |
| VW ID.4/5 |
5.932 |
*Zahl der Neuzulassungen basierend auf Zahlen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und Spanien
Plug-in-Hybride legen zu
Weniger stark als bei Elektroautos kletterten die Neuzulassungen bei Plug-in-Hybriden, die EU-weit im März um 28 Prozent zulegten – der Marktanteil stieg von 8,0 auf 9,1 Prozent. In Österreich wurde ein Absatzwachstum von 39 Prozent registriert, der Marktanteil stieg von 8,8 auf 9,6 Prozent.
Die höchsten Marktanteile erzielten Plug-in-Hybride im März in Schweden und den Niederlanden (jeweils 24 %). Der kombinierte Marktanteil beider elektrischen Antriebsarten (BEV und PHEV) war in Dänemark (78 %) und Schweden (66 %) am höchsten unter allen EU-Ländern.