Baden, im November 2026.– Wer eine Verkehrsfläche plant, steht oft vor einem Entweder-Oder: Entweder die Fläche trägt Autos und Lieferwagen zuverlässig, dann ist sie meist dicht. Oder sie lässt Wasser durch, dann ist sie oft weniger belastbar. Mit dem neuen ACO PermaGrid bietet ACO Österreich ein Flächenbefestigungssystem, das beides verbindet. Die in Österreich gefertigten Gitterelemente aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff lassen sich mit passgenauen Pflastersteinen, Splitt oder Rasen befüllen – auf Wunsch auch kombiniert in einer Fläche. Das Ergebnis sind stabile Verkehrsflächen, auf denen Niederschlagswasser direkt vor Ort versickern kann.
Versiegelte Flächen aus Asphalt oder Beton verhindern, dass Niederschlagswasser auf natürlichem Weg in den Boden gelangt. Stattdessen fließt es oberflächlich ab und belastet bei Starkregen die Kanalisation. Gleichzeitig fehlt das abgeleitete Wasser dem lokalen Boden- und Wasserhaushalt. Neue Zwischenergebnisse der Studie „Wasser im Klimawandel“ unter Mitwirkung der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) zeigen, dass kurze, lokale Regenfälle in Österreich deutlich an Intensität gewonnen haben. Bei solchen Ereignissen liegt die Niederschlagsmenge heute im Schnitt rund 15 Prozent höher als noch vor 30 Jahren. Für Gemeinden, Bauherrschaften und Planende wird eine effektive Regenwasserbewirtschaftung daher immer wichtiger. Gefragt sind Lösungen, die eine intensive Nutzung von Verkehrsflächen ermöglichen und gleichzeitig deren Versiegelung reduzieren.
Christopher Peiritsch, Leiter Produktmanagement & Anwendungstechnik Bauelemente bei ACO Österreich, erklärt: „Viele Gemeinden und Bauherren wollen Flächen nicht mehr einfach zudecken. Gleichzeitig muss ein Parkplatz eben ein Parkplatz bleiben. Mit PermaGrid geben wir Planenden ein Werkzeug, das beides zusammenbringt: eine Fläche, die man täglich befährt, und einen Boden, der dabei weiter Wasser aufnimmt.“
Möglich macht das die offene Gitterform von ACO PermaGrid: Jede Kammer ist nach unten durchlässig, sodass Niederschlagswasser über die Oberfläche aufgenommen und an den Untergrund abgegeben werden kann. Damit unterstützt das System die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, wie sie etwa in Schwammstadt-Konzepten eine zentrale Rolle spielt.
Ein Gitter, drei Oberflächen
Das Grundelement ist schlicht: eine anthrazitfarbene Gitterplatte, unterteilt in 48 quadratische Kammern. Was in diese Kammern kommt, entscheidet über Charakter und Einsatzbereich der Fläche. Die naheliegendste Füllung sind passgenaue Betonfüllsteine, die direkt in die Kammern gesetzt werden. Sie sind frost- und tausalzbeständig und in Grau, Ziegelrot, Anthrazit und Weiß erhältlich. Damit lassen sich Muster, Wegeführungen oder Parkplatzmarkierungen gleich beim Verlegen in die Fläche legen, ohne später Farbe aufzutragen. Diese Pflastervariante ist auch für regelmäßigen Lkw-Verkehr vorgesehen. Wo die Versickerung im Vordergrund steht, bietet sich eine Füllung mit Splitt an. Gebrochenes Kantkorn lässt Wasser besonders gut durch, und das Gitter hält das Material an seinem Platz: Unter Verkehr bilden sich kaum Spurrinnen, und der Splitt wird nicht weggedrückt. Typische Einsatzorte sind Parkflächen und Zufahrten. Soll die Fläche grün werden, kommen Vegetationssubstrat und eine belastbare Parkplatzrasenmischung in die Kammern. Das Gitter schützt die Grasnarbe dabei vor dem direkten Druck der Reifen, sodass die Fläche befahrbar bleibt. Nach dem Einbau braucht der Rasen vier bis sechs Wochen, bevor er befahren werden sollte. Besonders gut eignet sich die grüne Variante für Flächen, die nicht täglich voll belegt sind – etwa Besucherparkplätze oder Ausweichflächen bei Veranstaltungen. Die drei Varianten lassen sich auch innerhalb einer Fläche kombinieren – beispielsweise mit gepflasterten Fahrspuren, mit Splitt gefüllten Stellplätzen und begrünten Bereichen. So können Planende unterschiedliche funktionale und gestalterische Anforderungen mit einem System umsetzen.
Tragfähig, rasch verlegt, aus Recyclingmaterial
Die Gitterkonstruktion verteilt einwirkende Verkehrslasten flächig in den darunterliegenden Aufbau und ist für die Straßenverkehrslast SLW 60 gemäß DIN 1072 ausgelegt. Über integrierte Schwalbenschwanz-Verbindungen lassen sich die Elemente rasch und sicher ineinanderstecken. Mit 6,7 kg pro Element sind sie auf der Baustelle leicht zu handhaben, Zuschnitte gelingen mit handelsüblichem Werkzeug. Auch beim Material setzt ACO auf Nachhaltigkeit: Die Gitterplatten bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff, werden in Österreich hergestellt und sind UV- sowie witterungsbeständig.
Auf den richtigen Aufbau kommt es an
Damit eine PermaGrid-Fläche dauerhaft trägt und Wasser versickern lässt, muss der Unterbau passen. Entscheidend sind ausreichend durchlässige Tragschichten, ein geeigneter Untergrund und die Berücksichtigung der geltenden Anforderungen an den Grundwasserschutz. Für stark beanspruchte Flächen empfiehlt ACO eine darauf abgestimmte Verlegeanordnung. Je nach örtlichen Gegebenheiten können zudem ein Gefälle und eine ergänzende Linienentwässerung sinnvoll sein. Regelmäßige Pflege trägt dazu bei, die Funktionsfähigkeit der Oberfläche langfristig zu erhalten. Bei Aufbau, Verlegeanordnung und der Kombination mit ACO Linienentwässerung unterstützt die ACO Anwendungstechnik Planende von Beginn an und stellt Planungsunterlagen und Ausschreibungstexte zur Verfügung.