Alte Häuser, neue Hitze: Sonnenschutz wird zur Zukunftsfrage

Bei historischen Gebäuden gibt es keine Standardlösung. Insbesondere bei sensiblen Fassaden können Erhalt, Reparatur und gezielte technische Anpassungen die bessere Lösung als ein kompletter Austausch sein.

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Linz, im Oktober 2026_Nach dem heißesten Sommer der österreichischen Messgeschichte rückt der Schutz vor überhitzten Innenräumen immer stärker in den Mittelpunkt. Gerade ältere und historische Gebäude brauchen Lösungen, die Hitze draußen halten, ohne ihren Charakter zu verlieren. Ein einfacher und zugleich wesentlicher Grundsatz sollte dabei im Vordergrund stehen: zuerst den Wärmeeintrag reduzieren, bevor zusätzliche Kühlung notwendig wird. Dieser Leitlinie folgt man beim Linzer Familienunternehmen VALETTA nicht erst seit heuer bei der Umsetzung von Projekten. 

Der Sommer 2026 hat Österreich einen neuen Temperaturrekord beschert. Am 5. August wurden in Bad Deutsch-Altenburg 41,2 Grad gemessen – so viel wie noch nie seit Beginn der österreichischen Messgeschichte. Im österreichweiten Mittel lag der Sommer 2,6 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020 und an 157 Wetterstationen wurde zudem ein neuer Rekord bei der Zahl der Hitzetage registriert. 
Was von GeoSphere draußen gemessen wird, ist längst auch in Wohnungen, Einfamilienhäusern, Büros, Schulen, Kindergärten und Pflegeeinrichtungen zu spüren. Besonders problematisch wird es, wenn Gebäude die tagsüber aufgenommene Wärme nachts nicht mehr ausreichend abgeben können. 
Das österreichische Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz weist darauf hin, dass Temperaturen ab 30 Grad den menschlichen Körper belasten und insbesondere ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke empfindlich auf hohe Temperaturen reagieren. Zugleich nehmen Tropennächte zu, in denen die Temperatur auch nachts nicht unter 20 Grad fällt und damit die notwendige Erholung erschwert wird.


Die beste Hitze ist jene, die gar nicht ins Haus kommt
Was also tun, wenn die Sommer heißer werden? Nicht jede Antwort muss Klimaanlage heißen. Es lohnt sich, sowohl bei Neubauten als auch gerade im Gebäudebestand, einen Schritt früher anzusetzen: Vor den Fensterscheiben und damit dort, von wo ein erheblicher Teil der Sonneneinstrahlung in die Räume gelangt. 
Außenliegende Verschattung ist dabei besonders wirksam, weil die Sonnenstrahlung bereits abgefangen wird, bevor sie auf die Verglasung trifft und Wärme in den Innenraum gelangt. Raffstores, Rollläden, textile Screens oder Markisen können deshalb einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Aufheizung von Räumen zu begrenzen. Je nach Verglasung, System, Farbe und Stellung des Behangs lässt sich der solare Wärmeeintrag um bis zu rund 90 Prozent reduzieren. „Der wirksamste Hitzeschutz beginnt für uns nicht erst beim Kühlen, sondern dabei, möglichst wenig Hitze ins Gebäude zu lassen. Gerade im Bestand braucht es Lösungen, die zum Haus passen und möglichst behutsam mit der vorhandenen Architektur umgehen“, sagt Andreas Klotzner, Geschäftsführer von VALETTA. 
Der Gedanke gewinnt gerade bei älteren Häusern an Bedeutung. Sie wurden vielfach unter anderen klimatischen Rahmenbedingungen errichtet, zugleich besitzen sie Qualitäten, die heute wieder interessant sind: massive Bauteile können beispielsweise Temperaturspitzen abpuffern. Problematisch werden jedoch ungeschützte Fensterflächen, stark sonnenexponierte Räume oder nachträglich ausgebaute Dachgeschoße. Einen Altbau vorschnell grundlegend zu verändern, ist daher ebenso wenig sinnvoll wie automatisch zusätzliche Kühltechnik einzubauen. Entscheidend ist vielmehr, das jeweilige Gebäude als Ganzes zu betrachten.


Historische Fassaden brauchen individuelle Antworten 
Bei denkmalgeschützten Gebäuden kommt eine zusätzliche Aufgabe hinzu: Der Hitzeschutz soll funktionieren, ohne die charakteristische Fassade oder historische Substanz unnötig zu verändern. In Österreich stehen aktuell beinahe 40.000 Objekte unter Denkmalschutz. Das Bundesdenkmalamt betont ausdrücklich, dass Klimaschutz und Denkmalschutz kein Gegensatz sein müssen und historische Gebäude mit individuell abgestimmten Maßnahmen klimafit gemacht werden können. 
Gerade beim Sonnenschutz zeigt sich, wie unterschiedlich diese Lösungen aussehen können. Manchmal kann ein bestehendes System weiterverwendet und saniert werden. In anderen Fällen kommen zurückhaltend integrierte neue Lösungen infrage. 


Bewährtes nutzen und erfrischen 
Wie langlebig solche Systeme sein können, zeigt ein Linzer Beispiel. Das Seniorenwohnhaus St. Anna am Froschberg bietet 86 Pflegeplätze. Hier wurden von VALETTA bereits vor rund 25 Jahren Fenstermarkisen montiert. Die Anlagen selbst funktionieren weiterhin, lediglich die inzwischen gealterten Markisentücher wurden erneuert. Durch den Austausch der Bespannung erhielt das Gebäude zugleich ein sichtbar frischeres Erscheinungsbild. Entscheidend für den Bestand: Bei den aktuellen Arbeiten musste die Fassade nicht verändert werden. Das Prinzip hinter der Erneuerung ist dabei auf viele ältere Gebäude übertragbar: Nicht automatisch ersetzen, sondern zuerst prüfen, was erhalten, repariert oder adaptiert werden kann. 
Klotzner weiter: „Dieses Beispiel ist auch deshalb interessant, weil Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen eine besondere Bedeutung hat. Ältere und pflegebedürftige Menschen zählen zu jenen Gruppen, die gesundheitlich stärker auf hohe Temperaturen reagieren.“ 
Auch das Bildungszentrum St. Wolfgang, eine inklusive Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf in Straubing, profitiert vom neuen Sonnenschutz.


Tagsüber verschatten, nachts die kühlere Luft nutzen 
Zum sommerlichen Hitzeschutz gehört neben der Verschattung auch richtiges Lüften. An heißen Tagen sollten Fenster möglichst dann geöffnet werden, wenn die Außenluft tatsächlich kühler ist als die Raumluft – typischerweise am frühen Morgen oder in der Nacht. Gerade bei längeren Hitzeperioden kann eine möglichst intensive Nachtlüftung dabei helfen, im Gebäude gespeicherte Wärme wieder abzuführen. 
Damit geöffnete Fenster nicht automatisch Mücken und andere Insekten ins Haus holen, lässt sich der Hitzeschutz mit maßgefertigtem Insektenschutz kombinieren. Klotzner: „Je nach Fenstersituation gibt es bei uns Systeme, die ohne Bohren montiert und später wieder entfernt werden können. Der Eingriff in Fenster oder Fassade lässt sich dadurch gering halten.“


Der nächste Sommer beginnt jetzt
Der Rekordsommer 2026 macht deutlich, dass sommerlicher Wärmeschutz kein Thema für einzelne außergewöhnlich heiße Tage mehr ist. 
Wer in einem älteren Haus lebt oder für ein Bestandsgebäude verantwortlich ist, sollte daher die kühlere Jahreszeit nutzen. Sie bietet Zeit, Fenster, Orientierung, vorhandene Verschattung und Montagemöglichkeiten zu prüfen. Denn zeitgemäßer Hitzeschutz muss ältere Gebäude nicht neu erfinden, aber er hilft ihnen auch in Zukunft angenehm nutzbar zu bleiben.


Quellenhinweis 
GeoSphere Austria – Sommer 2026 
Gesundheitsportal – Umgang mit Hitze 
Bundesdenkmalamt – Denkmalschutz und Klimaschutz 
klimaaktiv – sommerliche Überhitzung
Über VALETTA:Die 1960 gegründete VALETTA Sonnenschutztechnik ist einer der führenden Anbieter für designorientierte Sonnenschutzlösungen am heimischen Markt. Das Familienunternehmen sichert mehr als 200 Arbeitsplätze am Stammsitz in Linz und erwirtschaftet damit einen jährlichen Umsatz von rund 37 Mio. Euro. Das Unternehmen produziert rund 220.000 Einheiten Sonnenschutz, die von mehr als 250 Fachpartner*innen und -händler*innen in ganz Österreich vertrieben werden. Das Produktportfolio umfasst Standardprodukte wie Rollläden, Raffstoren, Jalousien, Insektenschutzgitter, Markisen, Beschattungen etc., aber ebenso spezielle Objektlösungen wie Einwellensysteme in Abstimmung mit Architekt*innen und Planer*innen.
www.valetta.at

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