Bründl Sports feiert 70. Geburtstag

Familienunternehmen blickt auf ein Rekordjahr zurück und zuversichtlich in die Zukunft

Die Geschäftsleitung von Bründl Sports, (v. l.) René Gorissen, Bernhard Bründl, Herbert Neumayer, Christoph Bründl, Thomas Vorreiter, Maximilian Bründl und Petra Kitzberger, bei der Pressekonferenz im WEITBLICK in Kaprun.

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Kaprun (AT). Aus einem kleinen Sportgeschäft in Kaprun wurde in 70 Jahren eine Sporthandelsgruppe mit rund 700 Beschäftigten in den österreichischen Alpen: Bei einer Pressekonferenz im Flagshipstore in Kaprun gab Bründl Sports anlässlich des Jubiläums Einblicke in die Erfolgsfaktoren des Unternehmens und in seine Zukunftspläne. Das Familienunternehmen blickt auf ein Rekordjahr mit 106 Millionen Euro Nettoumsatz zurück, hat den Generationswechsel in der Geschäftsführung geregelt und wächst weiter.

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Drei Geschäfte, mehr waren es nicht, als Christoph Bründl 1989 die Leitung des Familienunternehmens übernahm. Heute ist die Gruppe an zwölf Standorten in West-Österreich vertreten – von Schladming über Kaprun bis an den Arlberg – und beschäftigt in 34 Shops rund 700 Menschen. Wie aus drei Geschäften eine Sporthandelsgruppe wurde und was für die Zukunft geplant ist, erzählten am Freitag, 9. Oktober: Christoph Bründl, Mit-Eigentümer und Geschäftsführer, Bernhard Bründl, Mit-Eigentümer und verantwortlich für die Bründl Akademie, Maximilian Bründl, designierter Nachfolger der Geschäftsführung und Sohn von Christoph, sowie Petra Kitzberger, Prokuristin und verantwortlich für die Geschäftsbereiche Finanzen, Rechnungswesen, Logistik & IT. Ebenfalls anwesend waren die weiteren Mitglieder der Geschäftsleitung: Thomas Vorreiter, René Gorissen und Herbert Neumayer.

Ein Geschäft, ein Gedanke, 70 Jahre Erfahrung
Was der Skibauer Hans Bründl 1956 als kleines Sportgeschäft in Kaprun begann, ist heute in Salzburg, Tirol, der Steiermark und – mit dem Sport- und Modehaus Strolz – auch in Vorarlberg zu Hause. „Vom kleinen Sportgeschäft meines Vaters sind wir auf heute 34 Shops gewachsen. Aber Wachstum muss uns vor allem stärker machen, nicht nur größer“, sagt Christoph Bründl. Wie er das meint, verrät sein Selbstverständnis: Er sieht sich als „Magic Moments“-Manager. „Wer unsere Geschäfte betritt, soll Momente erleben, die im Bauch und im Herzen spürbar sind.“ Und weil sich solche Momente nicht verordnen lassen, gehöre der Mut zum Experiment zur Bründl-DNA. „Nicht jedes Experiment gelingt, aber genau daraus wächst die Innovationskraft von morgen.“

Qualität auf Weltcup-Niveau
Damit es solche Momente gibt, braucht es auch Können. Das zeigt sich bei Bründl bis ins Detail. Das Unternehmen gehört zu den wenigen Händlern mit Zugang zu Rennski- und Rennschuhmodellen und präpariert das Material im eigenen Servicelabor auf Weltcup-Niveau. Im Verleih ist Bründl mit 18.200 Paar Ski und insgesamt 220.000 Verleihkund*innen der größte Skiverleiher der Alpen. „Qualität und Beratung gelten bei uns auch im Verleih als Maßstab, nicht nur beim Verkauf“, betont Christoph Bründl. Dazu gehört für ihn das richtige Ambiente: „Ein besonderes Einkaufserlebnis braucht auch eine außergewöhnliche Shop-Aura. Deshalb freuen wir uns einerseits über die Expansion am Arlberg mit Strolz und andererseits über den neuen Standort an der Talstation der neuen Grafenbergbahn in Wagrain, der am 5. Dezember eröffnet.“

Wenn der Arbeitsplatz zum Spielplatz wird
Hinter all dem stehen Menschen. Für Bernhard Bründl, Mit-Eigentümer und verantwortlich für die Bründl Akademie, ist das keine Floskel, sondern Prinzip: „Menschen stehen bei Bründl im Mittelpunkt, und der Arbeitsplatz ist Spiel- und Entwicklungsplatz zugleich.“ Die Akademie, auch Lebensschule genannt, sei dafür das Herzstück: „Mit 700 Beschäftigten, davon 46 Lehrlingen, ist sie gelebte Investition in Menschen.“ Wie breit das Angebot ist, zeigen über 44 Seminare in mehr als zehn Themenfeldern und rund 1.925 Fortbildungstage pro Jahr: Sie reichen von Fachseminaren bis zur Persönlichkeitsbildung mit Themen wie Tiefes Zuhören, Achtsamkeit und gewinnende Körpersprache. Dass sich das auszahlt, zeigt sich auch im Kleinen: Dem Fachkräftemangel im Handel begegnet Bründl mit Beständigkeit. „Langfristige Bindung ist unsere Antwort. Wir haben Mitarbeitende mit bereits 42 Jahren Betriebszugehörigkeit“, erklärt Bernhard Bründl. Und weil dieser Erfolg von Menschen getragen wird, lässt Bründl sie zum 70-Jahr-Jubiläum gebührend hochleben: Am Samstag, 10. Oktober, steigt die große Teamfeier im Berghotel Schmittenhöhe in Zell am See.

Die dritte Generation steht bereit
So viel Beständigkeit soll auch über Generationen hinweg gelten, und deshalb ist die Nachfolge schon heute geregelt: Ab 1. Jänner 2030 übernimmt Maximilian Bründl die Leitung der Geschäftsführung in dritter Generation, Christoph Bründl wechselt in den Aufsichtsrat. „Der Plan ist, dass ich nach Stationen bei Porsche und Biogena 2029 ins Unternehmen zurückkehre und gemeinsam mit meinem Vater, Christoph Bründl, die Übergabe vorbereite. Das ist ein sorgfältig vorbereiteter, mehrjähriger Übergang, kein Bruch. Bereits jetzt bin ich bei wichtigen Entscheidungen dabei und im Familienbeirat eingebunden“, sagt Maximilian Bründl. Und was bleibt, wenn sich die Gesichter an der Spitze ändern? „Der Differenzierungsfaktor wird auch in Zukunft der Mensch sein. Unsere Philosophie wird bleiben: Menschen machen Momente. Seit 1956.“

Der Blick in die Zukunft
Beim Blick in die Zukunft ist für Maximilian Bründl klar: Der Mensch steht immer im Mittelpunkt, und ein wacher Blick für die Digitalisierung ist essenziell. „Wir wollen entlang der gesamten Customer Journey vorne dabei sein, aber immer als Ergänzung zum stationären Handel, nicht als Ersatz. Digitalisierung schafft Raum für das, was uns ausmacht: persönliche Beratung“, sagt Maximilian Bründl. Wie das aussieht, zeigt sich schon heute: KI-Projekte unterstützen Prozesse bereits im Einkauf, in der Warensteuerung und auf der Rent-Plattform.

Ein Rekordjahr als Rückenwind
Damit aus Visionen Wirklichkeit wird, braucht es ein solides wirtschaftliches Fundament, berichtet Petra Kitzberger, die in der Geschäftsleitung für Finanzen, Rechnungswesen, Logistik & IT verantwortlich ist. Die Zahlen können sich sehen lassen: Im mit Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Gruppe 106 Millionen Euro Nettoumsatz. „Wir blicken auf ein Rekordjahr zurück und rechnen aufgrund der Expansionen an den Arlberg und nach Wagrain für das nun laufende Geschäftsjahr mit einem Plus von 26 Prozent im Vorjahresvergleich“, sagt Petra Kitzberger. Der Ausbau gibt Rückenwind: Mit der Übernahme der vier Strolz-Standorte in Lech und Zürs, der Expansion nach Wagrain und einem zweistelligen Millionenbetrag an Investitionen über die kommenden drei Jahre baut Bründl die Präsenz in den Regionen konsequent aus. Getragen wird das Wachstum vom eigenständigen Service- und Logistikcenter in Kaprun, in dem jährlich rund 2,2 Millionen Produkte bewegt werden.

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