- EU-Neuwagenmarkt schrumpft im Jänner um vier Prozent – in Österreich hingegen Anstieg um zwölf Prozent
- Absatz von Elektroautos steigt in der EU um 24 Prozent, in Österreich um 23 Prozent
- Elektro-Marktanteil in der EU im Jänner bei 19,3 Prozent – nach 15,0 Prozent im Januar 2025 und 22,6 Prozent im Dezember
- Skoda Elroq und Renault R5 meistzugelassene Elektroautos in Westeuropa
Wien, 24. Februar 2026. Nach einem starken Dezember 2025 mit einem Plus von sechs Prozent lässt der europäische Neuwagenmarkt zum Jahresbeginn jede Dynamik vermissen: Die Neuzulassungen in der EU lagen im Jänner vier Prozent unter dem Vorjahreswert und damit sogar knapp 23 Prozent unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. In Österreich entwickelte sich der Markt mit einem Wachstum von zwölf Prozent hingegen deutlich über Durchschnitt.
Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich, geht für die EU im laufenden Jahr nicht von steigenden Absatzzahlen aus: „Eine nachhaltige Belebung des europäischen Neuwagenmarkts ist derzeit nicht erkennbar. Die wirtschaftliche Entwicklung bleibt schwach, negative Signale aus Politik und Wirtschaft belasten die Konsumstimmung, und kurzfristig ist keine spürbare Verbesserung in Sicht. In einem solchen Umfeld halten sich sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen bei größeren Investitionen zurück. Wir müssen daher mit einem weiteren schwierigen Jahr für die Automobilbranche in Europa rechnen. Angesichts rückläufiger Verkaufszahlen in wichtigen Märkten wie den USA und China verschärft das die angespannte Lage der europäischen Hersteller zusätzlich.“
Auch der Wettbewerbsdruck nehme weiter zu, betont Preiss: „Der Wettbewerb innerhalb Europas wird intensiver – nicht zuletzt durch chinesische Hersteller, die ihre Präsenz am europäischen Markt ausbauen. In einzelnen EU-Ländern erzielen sie bereits spürbare Zuwächse und teils zweistellige Marktanteile. Auf EU-Ebene bleiben ihre Marktanteile bislang zwar noch überschaubar – was auch daran liegt, dass Käuferinnen und Käufer in großen Märkten wie Deutschland und Frankreich weiterhin stark auf etablierte europäische Marken setzen.“
Elektroautos legen zu – Marktanteil aber niedriger als im Dezember
Deutlich gestiegen sind im Jänner allerdings die Neuzulassungen von Elektroautos: in der EU um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, in Österreich um 23 Prozent. Der Marktanteil hat sich in der EU von 14,9 Prozent auf 19,3 Prozent erhöht. Allerdings lag der Elektro-Marktanteil im vierten Quartal des Vorjahres noch deutlich über der 20-Prozent-Marke, im Dezember bei 22,6 Prozent.
Preiss ordnet die Entwicklung wie folgt ein: „Das Wachstum bei Elektrofahrzeugen ist wesentlich durch staatliche Fördermaßnahmen geprägt – etwa durch Kaufprämien oder steuerliche Anreize. Die EU-Staaten investieren erhebliche Mittel, um den Hochlauf der Elektromobilität zu unterstützen. Gleichzeitig erzielen Hersteller bei Elektroautos weiterhin geringere Margen als bei Verbrennern oder Plug-in-Hybriden. Viele Unternehmen akzeptieren diese niedrigeren Renditen, um Marktanteile zu sichern und regulatorische Strafzahlungen zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund bleiben die aktuellen Verkaufszahlen in der EU hinter den Erwartungen zurück.“
Prognose für 2026: Elektro-Marktanteil von knapp 23 Prozent
Für das laufende Jahr rechnet Preiss mit einem Wachstum der Elektro-Neuzulassungen in der EU von etwa 30 Prozent und einem Marktanteil im Gesamtjahr von knapp 23 Prozent.
„Impulsgeber dürften neue Förderprogramme – beispielsweise die Kaufprämie in Deutschland – sowie eine wachsende Modellvielfalt sein. Insbesondere deutsche Hersteller bringen derzeit zahlreiche neue Elektrofahrzeuge auf den Markt. Positiv ist dabei, dass das Einstiegssegment zunehmend besser abgedeckt wird und nicht mehr ausschließlich internationalen Anbietern überlassen bleibt.“