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Frastanz/Feldkirch. Am 21. Juli, dem internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende, erinnern wir an Menschen, die an den Folgen des Konsums bzw. ihrer Abhängigkeit gestorben sind. Dieser Tag ist mehr als ein stilles Erinnern. Er ist eine Mahnung an uns alle, denn hinter jedem Todesfall steht ein Mensch mit Beziehungen, einer Geschichte und einem Leben, das weit über den Konsum hinausgeht.

In Österreich stirbt fast täglich ein Mensch an den unmittelbaren Folgen des Drogenkonsums. Diese Menschen verlieren ihr Leben an einer Erkrankung, die oft im Verborgenen und unbehandelt bleibt. Laut dem aktuellen Epidemiologiebericht wurden im Jahr 2024 österreichweit 257 Todesfälle verzeichnet, die direkte Folge einer Überdosierung waren. Besonders eindrücklich: knapp 80 Prozent davon waren Männer. Die Zahl der indirekt bezogenen Todesfälle ist schwer festzusetzen, jedoch deutlich höher.

Jede:r Drogentote ist eine:r zu viel
Besonders bei jungen Menschen ist ein negativer Trend sichtbar: Zunehmend sterben junge Menschen an einer Überdosierung. Seit mehreren Jahren bereits ist jeder vierte Todesfall unter 25 Jahren. Laut dem aktuellen Epidemiologiebericht zeigen sich vermehrt Hinweise auf junge, hochriskante Drogenkonsument:innen, die vom bestehenden Suchthilfesystem nicht erreicht werden.

Hilfe: Je früher desto besser
Abhängigkeit ist eine schwere, chronische Erkrankung, bei der psychische, körperliche und soziale Faktoren zusammenwirken und die eine gezielte Begleitung bzw. Behandlung benötigt. Häufig stehen hinter einer Abhängigkeitserkrankung vielfache Belastungsfaktoren. Viele Betroffene versuchen über lange Zeit hinweg, ihren Alltag zu bewältigen – oft still und alleine. David Junker, Bereichsleiter der Beratungsstellen Clean berichtet aus seiner beruflichen Erfahrung: „Leider sucht nur etwa jede zehnte betroffene Person professionelle, fachliche Unterstützungsangebote auf. Dabei können Beratungs- und Therapieangebote besonders dann hilfreich sein, wenn wiederholte Veränderungsversuche stattgefunden haben und Betroffene bzw. deren Angehörige nicht mehr weiterwissen. Ein zentrales Problem jedoch bleibt nach wie vor die Suche und Inanspruchnahme von Fachangeboten. Menschen mit einer Konsumthematik bzw. Abhängigkeitserkrankung suchen Hilfe oft zu spät oder gar nicht auf.“ Drogenkonsum und Abhängigkeit betreffen Menschen aller Altersgruppen und sozialer Hintergründe. Junker betont daher: „Umso wichtiger ist es, früh Unterstützung zu suchen und hinzuschauen, wenn Hilfe gebraucht wird.“

Angebote im Land
In Vorarlberg gibt es zahlreiche Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene sowie deren Angehörige. Diese umfassen sowohl stoffliche als auch nicht-stoffliche Konsumformen wie zum Beispiel problematisches Glücksspiel. Die Kontaktaufnahme kann schnell und unkompliziert erfolgen. Oft beginnt der erste Schritt mit einem klärenden Gespräch, in dem die aktuelle Situation erfasst wird und weitere Behandlungsmöglichkeiten gemeinsam besprochen werden. „Im Umgang mit Sucherkrankungen braucht es Verständnis, Geduld und ein Umfeld, das anspricht und zuhört. Wir sehen, dass die Genesung selten geradlinig verläuft. Oft bedeutet es vielmehr wieder aufstehen, weitermachen, dranbleiben. Der Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende ist deshalb nicht nur ein Tag des Erinnerns, sondern auch ein Tag des Hinschauens und Zuhörens“, betont David Junker.

Die Beratungsstellen Clean der Stiftung Maria Ebene in Bregenz, Feldkirch und Bludenz sind Teil des umfassenden Behandlungsangebotes für Menschen, die sowohl von stofflichen als auch nicht-stofflichen Konsumformen betroffen sind. Die Hilfeleistungen reichen vom niederschwelligen Kontakt über die ambulante Beratung und Behandlung an den Clean-Standorten bis hin zur stationären Behandlung innerhalb der Stiftung Maria Ebene.

Links zu Beratungsstellen:
Beratungsstelle Clean (in Bregenz, Feldkirch und Bludenz): clean.mariaebene.at
Die Fähre: www.diefaehre.at
Caritas Suchtfachstellen: www.caritas-vorarlberg.at

Web-Links: www.dufehlst.at, www.gedenktag21juli.de


Über die Beratungsstelle Clean in Bregenz, Feldkirch und Bludenz
Die Beratungsstelle Clean bietet ambulante, umfassende Unterstützungsangebote für Menschen, die direkt oder indirekt von Suchtproblemen betroffen sind. Sie ist Teil der Stiftung Maria Ebene und betreibt Einrichtungen in Bregenz, Feldkirch und Bludenz. Die Beratungsstellen leisten integrierte Begleitung und Betreuung für abhängigkeitserkrankte Personen, Menschen mit problematischem Drogenkonsum sowie für deren Angehörige, Bezugspersonen und Multiplikatoren. Auch bei nicht-stofflichen Suchterkrankungen, sogenannte Verhaltenssüchte, erfahren Betroffene umfassende und professionelle Hilfe.

Stiftung Maria Ebene – Kompetenzzentrum in Suchtfragen
Die Stiftung Maria Ebene mit Sitz in Frastanz ist das Vorarlberger Kompetenzzentrum mit überregionaler Bedeutung in allen Suchtfragen. Als Stiftung mit verschiedenen Aufgaben von der Prävention bis zur Behandlung von Suchterkrankungen ist sie Trägerin des Krankenhauses Maria Ebene, der Therapiestation Carina, der Beratungsstelle Clean in Bregenz, Feldkirch und Bludenz sowie der Präventionseinrichtung Supro in Götzis.

Rückfragehinweis:
Beratungsstelle Clean
David Junker, MMSc.
Bereichsleitung Clean
Schießstätte 12, 6800 Feldkirch
T +43 5522 380 72 – 4312
E David.Junker@mariaebene.at
W www.mariaebene.at

Kontakt

Bernhard Tschann

ikp Vorarlberg GmbH
Bernhard Tschann
Gütlestraße 7a, 6850 Dornbirn
T +435572 398811-16
bernhard.tschann@ikp-vorarlberg.at
www.ikp.at

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Bilder (2)

Bild 1: Symbolbild Gedenktag
1 053 x 678 © Beratungsstelle Clean/private Aufnahme, Veröffentlichung honorarfrei
Bild 2: Porträt David Junker
5 928 x 3 952 © Stiftung Maria Ebene/Frederick Sams, Veröffentlichung honorarfrei