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Frastanz. In den vergangenen Wochen und Monaten arbeitete die Stiftung Maria Ebene und ihre neue Primaria, Dr. Simone Bratl, ein neues Medizin- und Therapiekonzept aus. Dieses wurde im Rahmen einer Pressekonferenz am 15. Juli 2026 im Krankenhaus Maria Ebene in Frastanz vorgestellt. Entsprechend dem zentralen Grundprinzip „digital vor ambulant vor stationär“ sowie nach klaren medizinischen Kriterien regelt das Konzept die zukünftige Behandlung von Suchterkrankungen neu. Außerdem präsentierte die Stiftung Maria ihren Jahresbericht 2025 mit den Zahlen, Daten und Fakten zur Suchtbehandlung im vergangenen Jahr.
Wie muss die Therapie von Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen und ein zeitgerechtes, nach vorne gerichtetes Behandlungsmodell gestaltet werden, das sowohl den medizinischen als auch den psychosozialen Anforderungen suchterkrankter Menschen heute gerecht wird? Diese und viele weitere zentrale Fragen einer bestmöglichen Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen stellte sich die Stiftung Maria Ebene, das Vorarlberger Kompetenzzentrum in allen Suchtfragen, in ihrem neuen Medizin- und Therapiekonzept. Das Konzept wurde über die vergangenen Wochen und in enger Abstimmung des gesamten Leitungsteams unter der neuen Ärztlichen Leiterin, Primaria Dr. Simone Bratl, gemeinsam erarbeitet und bei einer Pressekonferenz am 15. Juli 2026 im Krankenhaus Maria Ebene in Frastanz vorgestellt.

Orientierungsrahmen und klare Behandlungspfade
„Wir sind zunehmend mit komplexen Mehrfachabhängigkeiten konfrontiert. Ein oft toxischer und gefährlicher Mischkonsum von unterschiedlichen Substanzen ist heute immer häufiger die Regel. Mit diesem Konzept haben wir einen neuen, fachlich fundierten Orientierungsrahmen für die Therapie unserer Patientinnen und Patienten geschaffen, der die Brücke zwischen aktuellen wissenschaftlichen Standards und der klinischen Praxis schlägt. Mit der Beschreibung einer Reihe von Arbeitsabläufen und klar definierten Behandlungspfaden entlang medizinischer Kriterien schaffen wir damit auch Klarheit und Steuerbarkeit innerhalb der Stiftung Maria Ebene“, freut sich die Primaria und bedankt sich gleichzeitig bei allen Fachbereichen für die gute Zusammenarbeit.

Digital vor ambulant vor stationär
Das neue Therapiekonzept orientiert sich an internationalen und in Österreich geltenden Qualitätsstandards, inhaltlich folgt es dem wichtigen Grundprinzip „digital vor ambulant vor stationär“. Das bedeutet, zukünftig wird vermehrt auf eine ambulante Versorgung als die Regelform in der Behandlung gesetzt. Stationäre Therapien erfolgen nur dann, wenn eine solche nach eindeutigen therapeutischen Indikationen nötig ist. „Wichtig ist uns dabei, dass jede stationäre Behandlung von Beginn an auf eine ambulante und tagesklinische Weiterbehandlung ausgerichtet ist“, erklärt Dr. Bratl weiter. Stationäre Aufenthalte im Krankenhaus Maria Ebene oder in der Therapiestation Carina sind also Teil eines gesteuerten Gesamtprozesses. Dafür muss die ambulante und vor allem auch tagesklinische Behandlung im Krankenhaus in Frastanz weiter auf- und ausgebaut werden. Stationäre, kostenintensivere Therapieaufenthalte sollen kürzer werden. “Dennoch wird sich die Behandlung und damit auch der Therapieerfolg unserer Patientinnen und Patienten insgesamt, also durch die längere und strukturiertere Betreuung in der Nachsorge und anschließende Angebote, verbessern. Betroffene können so begleitet und leichter in den Alltag zurückfinden bzw. sozial stabilisiert werden“, beschreibt Dr. Bratl einen zentralen Aspekt des Konzepts.

Stiftung als wichtiges Bindeglied
Das neue Medizin- und Therapiekonzept ist auch eingebettet in die bestehende Psychiatrie- und Suchtstrategie 2025-2035 des Landes Vorarlberg. „Es ist ein wichtiges Instrument für uns, das die gesamte Versorgungskette in der Suchtarbeit, von der Präventionsarbeit durch die Supro, unserer Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung und Suchtprävention, bis zur Nachbetreuung durchgängig abbildet. Die Stiftung Maria Ebene hat hier eine Schlüsselrolle im Land als Kompetenzzentrum für Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen und wir sehen die Stiftung als unverzichtbares Bindeglied zu anderen vor- und nachgelagerten Stellen und Systempartnern – wie etwa auch zur Akutpsychiatrie am Landeskrankenhaus Rankweil“, betont Greti Schmid, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Maria Ebene. Auch das Kuratorium, das höchste Entscheidungsorgan der Stiftung, begrüßte das neue Konzept mittels einstimmigen Beschlusses, bevor es intern im Detail vorgestellt wurde und inzwischen fließend in die Umsetzung im klinischen Alltag ging.

Jahresbericht 2025: Nahezu Vollauslastung in Pflege und Therapie
Mit Blick auf das zurückliegende Jahr und den inzwischen vorliegenden Jahresbericht 2025 ist auf personeller Ebene vor allem die Ausschreibung und mittlerweile erfolgreiche Nachbesetzung der Ärztlichen Leitung durch die neue Primaria, Dr. Simone Bratl, zu erwähnen. Die Allgemeinmedizinerin und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin trat im Dezember 2025 ihre Stelle im Krankenhaus Maria Ebene in Frastanz an. „Der Wechsel brachte viel Schwung und eine sehr kompetente Ärztin zu uns, vor allem aber auch einen neuen, partnerschaftlichen und kooperativen Stil in der Zusammenarbeit: mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Netzwerkpartnern der Vorarlberger Suchthilfe, im Vorstand und mit dem Kuratorium“, beschreibt Manfred Brunner, Präsident der Stiftung Maria Ebene den Neuanfang.

Was die Suchtarbeit durch die Stiftung Maria Ebene betrifft, so ist diese von einer zunehmenden Tendenz des Mischkonsum von Suchtmitteln und einer Zunahme der Patient:innen mit Verhaltensabhängigkeiten geprägt. Im zurückliegenden Jahr 2025 wurden 469 suchterkrankte Personen stationär aufgenommen, was bei einer Bettenbelegung von rund 90 Prozent nahezu einer Vollauslastung in Pflege und Therapie entspricht. Die Wartezeit in der Langzeittherapie betrug 2025 über ein Jahr. Durch die Umstellung auf das neue Medizin- und Therapiekonzept konnte diese heuer bereits auf rund zwei Monate gesenkt werden. Und auch die Ambulanzfrequenz am Krankenhaus Maria Ebene konnte mit Ambulanzterminen an aktuell fünf Tagen in der Woche inklusive sonntags deutlich gestärkt werden.
Das Clean mit den ambulanten Beratungsstellen in Bregenz, Feldkirch und Bludenz betreute 2025 insgesamt 1.630 Klient:innen, davon 300 Substitutionspatient:innen. Im Bereich der Supro, Gesundheitsförderung und (Sucht)Prävention wiederum nahmen exakt 9.641 Personen ein Beratungsangebot bzw. eine Maßnahme in Anspruch.

Die Personalsituation entwickelte sich zuletzt wieder deutlich positiver als noch vor einigen Jahren und kann inzwischen als durchaus zufriedenstellend bezeichnet werden, vor allem auch bei Fachärztinnen und Fachärzten. Aktuell ist hier nur eine Position offen, nämlich die einer Fachärztin bzw. eines Facharztes für Psychiatrie & Psychotherapeutische Medizin.


Stiftung Maria Ebene – Kompetenzzentrum in Suchtfragen
Die Stiftung Maria Ebene mit Sitz in Frastanz ist das Vorarlberger Kompetenzzentrum mit überregionaler Bedeutung in allen Suchtfragen. Als Stiftung mit verschiedenen Aufgaben von der Prävention bis zur Behandlung von Suchterkrankungen ist sie Trägerin des Krankenhauses Maria Ebene, der Therapiestation Carina, der Beratungsstelle Clean in Bregenz, Feldkirch und Bludenz sowie der Präventionseinrichtung Supro – Gesundheitsförderung und Prävention – in Götzis.

Kontakt

Bernhard Tschann

ikp Vorarlberg GmbH
Bernhard Tschann
Gütlestraße 7a, 6850 Dornbirn
T +435572 398811-16
bernhard.tschann@ikp-vorarlberg.at
www.ikp.at

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Bild 3: Ansicht KH der Stiftung Maria Ebene, Frastanz
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