Stiftung Maria Ebene und Land Vorarlberg stellen gemeinsam Weichen für die Zukunft der Vorarlberger Suchtversorgung

Langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung von Suchterkrankten: Gemeinsame gemeinnützige GmbH und Kooperation mit Anton-Proksch-Institut werden geprüft

Die Stiftung Maria Ebene mit Sitz in Frastanz sorgt mit der geplanten Gründung einer gemeinsamen, gemeinnützigen GmbH mit dem Land Vorarlberg für rechtliche und finanzielle Sicherheit für die Zukunft.

© Stiftung Maria Ebene/Frederick Sams, Veröffentlichung honorarfrei
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Frastanz (A). Ein gemeinsamer Weiterentwicklungsprozess der Stiftung Maria Ebene und des Landes Vorarlberg wurde erfolgreich abgeschlossen. Als Ergebnis prüfen die Stiftung Maria Ebene und das Land Vorarlberg die Gründung einer gemeinsamen gemeinnützigen GmbH, das haben sowohl das Kuratorium der Stiftung Maria Ebene als auch die Vorarlberger Landesregierung beschlossen. Ziel dieser neuen gGmbH soll es sein, die medizinische Behandlung, Pflege, Betreuung und Beratung suchterkrankter Menschen in Vorarlberg und die organisatorischen und finanziellen Grundlagen dafür weiterzuentwickeln. Darüber hinaus wird eine Kooperation mit dem renommierten Anton-Proksch-Institut in Wien geprüft, um die Stiftung Maria Ebene gemeinsam als Österreichs westliches Zentrum in allen Suchtfragen weiter zu etablieren.

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Die Stiftung Maria Ebene mit Sitz in Frastanz ist in Vorarlberg das zentrale Kompetenzzentrum und wesentlicher Netzwerkpartner für die medizinische Behandlung, Pflege, Betreuung und Beratung suchterkrankter Menschen inklusive des Bereichs Suchtprävention. Um diesen Auftrag auch langfristig bestmöglich erfüllen zu können, muss sich die Stiftung organisatorisch und strukturell weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei eine verlässliche Versorgung für die Patientinnen und Patienten, klare Verantwortlichkeiten und eine langfristig tragfähige Finanzierung. Die rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Details werden im weiteren Prozess gemeinsam geprüft und abgestimmt. Weitere Zielvorgaben ergeben sich zudem im Hinblick auf den laufenden Reformprozess des Landes zur Neuordnung und Bündelung des Vorarlberger Spitalswesens für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung im Land. Die Stiftung Marie Ebene und ihre Einrichtungen behalten ihre Sonderstellung im Bereich der Behandlung von Sucherkrankungen und das Krankenhaus Maria Ebene als dafür spezialisierte Sonderkrankenanstalt. In rechtlicher Hinsicht und was Finanzierungsfragen betrifft, stehen jedoch konkrete Neuerungen bevor.

Gemeinnützige GmbH
Mit der geplanten Gründung einer gemeinnützigen GmbH zwischen Land Vorarlberg und der Stiftung Maria Ebene wird das Management und die Leitung des Krankenhauses zukünftig auf neue Beine gestellt. Das Land, das die Stiftung auch bisher schon größtenteils finanziert, hält dabei zukünftig die Mehrheit an der gGmbH. Damit wird die finanzielle Basis der Versorgung von Suchterkrankten in Vorarlberg abgesichert. Mit der neuen Rechtsform wird einer Forderung des Rechnungshofs entsprochen, zudem bringt sie mehr rechtliche Klarheit und eine weitere Professionalisierung in der Krankenhausführung.

„Unser Ziel ist eine dauerhaft gesicherte Versorgung für die Menschen mit Suchterkrankungen, die auf den Kompetenzen unserer Mitarbeitenden aufbaut und durch gezielte Zusammenarbeit zusätzliche Möglichkeiten für unsere Patientinnen und Patienten eröffnet. Dafür brauchen wir die mit der Neustrukturierung verbundene finanzielle und rechtliche Sicherheit“, betonen Präsident Manfred Brunner und Vorstandsvorsitzende Greti Schmid von der Stiftung Maria Ebene die Notwendigkeit dieses Schritts. Unverzichtbar bleibt dabei für die Stiftung Maria Ebene die gute Zusammenarbeit im Netzwerk mit anderen vor- und nachgelagerten Stellen und Systempartnern wie etwa auch zur Akutpsychiatrie am Landeskrankenhaus Rankweil oder mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG).

Aus Sicht des Landes ergänzt Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher: „In Summe sichern wir so eine moderne, im Versorgungspfad durchgängige und hochwertige Versorgung für die Zukunft und können weiterhin jene Menschen unterstützen, die dringend unsere Hilfe benötigen. Gleichzeitig behalten wir den Blick auf Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit“, befürwortet sie die Pläne. „Die geplanten Schritte unterstützen die Versorgung im Sinne der im letzten Jahr präsentierten Vorarlberger Psychiatrie- und Suchtstrategie. Eine gemeinsame Gesellschaft unter Mehrheitsbeteiligung des Landes, verbunden mit der Einbindung weiterer Fachexpertise für Betrieb und Weiterentwicklung der Versorgungsangebote, sind aus Sicht des Landes die dafür notwendige Basis. Das kommende Jahr werden wir für die Ausgestaltung der Details nützen und möglichst bereits ab 2028 in der neuen Struktur starten.“

Stiftungszweck bleibt erhalten
Die gemeinsame gGmbH muss auch zukünftig den Stiftungszweck gemäß der bestehenden Stiftungssatzung wahren. Das ist allen Kuratoriumsmitgliedern sehr wichtig. Das bedeutet, dass ohne Zustimmung der Stiftung Maria Ebene keine Maßnahmen gesetzt werden dürfen, die den Stiftungszweck maßgeblich gefährden oder reduzieren.

Auch die Mitarbeitenden in den unterschiedlichen Bereichen der Stiftung wurden im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung bereits über diese Pläne informiert. Die Auswirkungen einer möglichen Neuorganisation auf die Mitarbeitenden sind dabei sorgfältig zu behandeln. Die Erfahrung und das Engagement der Beschäftigten sind für die Versorgung der Patientinnen und Patienten von zentraler Bedeutung.

Angebot für Patientinnen und Patienten ausbauen
Mit dem bereits im Sommer vorgestellten neuen Medizin- und Therapiekonzept der Stiftung Maria Ebene wurde ein integriertes Versorgungskonzept entwickelt, das eine durchgehende Behandlungskette von Prävention über ambulante und tagesklinische Angebote bis hin zur stationären Versorgung vorsieht – entsprechend dem zentralen Grundprinzip „digital vor ambulant vor stationär“. Zukünftig soll das bestehende suchtmedizinische Angebot umgebaut und um eine neue, zentrale Tagesklinik und zwei Ambulanzen im Norden und Süden des Landes ergänzt werden. Damit soll auch ein neues tagesklinisches Angebot für Jugendliche ermöglicht werden. Durch die Neuausrichtung der Leistungen kann die stationäre Versorgung am Standort Frastanz gebündelt und weiterentwickelt werden. Kostenintensive stationäre Therapieaufenthalte lassen sich dadurch gezielter einsetzen und im Durchschnitt verkürzen. Gleichzeitig werden die verschiedenen Behandlungsformen besser aufeinander abgestimmt und die vorhandenen Kapazitäten bedarfsgerecht ausgerichtet. Ziel ist es, Menschen mit Suchterkrankungen eine möglichst passgenaue und bedarfsgerechte Unterstützung zu bieten.

Kooperation mit Anton-Proksch-Institut
Auch auf medizinisch-inhaltlicher Ebene gibt es das klare Ziel, Kompetenzen zukünftig weiter auf- und auszubauen. Dafür soll in der neuen Struktur eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Anton-Proksch-Institut in Wien als national und international etabliertes Suchtzentrum geprüft werden. Durch gemeinsame Aus- und Weiterbildungen, eine Zusammenarbeit beim Personaleinsatz, um Engpässe besser aufzufangen, bis hin zu einem gegenseitigen Wissenstransfer und wissenschaftlicher Zusammenarbeit können die jeweiligen Kompetenzen beider Einrichtungen genutzt werden, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern. In Abstimmung mit dem Land ist geplant, dafür einen Kooperationsvertrag mit dem Anton-Proksch-Institut abzuschließen und so das Vorarlberger Angebot als westliches Suchtzentrum Österreichs weiter zu etablieren.


Stiftung Maria Ebene – Kompetenzzentrum in Suchtfragen
Die Stiftung Maria Ebene mit Sitz in Frastanz ist das Vorarlberger Kompetenzzentrum mit überregionaler Bedeutung in allen Suchtfragen. Als Stiftung mit verschiedenen Aufgaben von der Prävention bis zur Behandlung von Suchterkrankungen ist sie Trägerin des Krankenhauses Maria Ebene, der Therapiestation Carina, der Beratungsstelle Clean in Bregenz, Feldkirch und Bludenz sowie der Präventionseinrichtung Supro – Gesundheitsförderung und Prävention – in Götzis.

Pressekontakt:
ikp Vorarlberg GmbH
MMag. Bernhard Tschann
Gütlestraße 7a, 6850 Dornbirn
T 05572/398811-16
E bernhard.tschann@ikp-vorarlberg.at
W www.ikp.at

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