Demenz ist eine der großen Herausforderungen der alternden Gesellschaft. In Österreich leben Schätzungen zufolge rund 98.000 Menschen über 60 Jahren mit Alzheimer-Demenz(1). Aufgrund der demografischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung wird die Zahl der Betroffenen weiter zunehmen und könnte sich bis 2050 im Vergleich zu 2018 nahezu verdoppeln(2). Anlässlich des Welt-Alzheimer-Tages zeigt SeneCura, wie spezialisierte Pflege- und Betreuungsangebote Menschen mit Demenz Sicherheit, Orientierung und Lebensqualität ermöglichen können. Eine Demenzerkrankung verändert nicht nur das Leben der betroffenen Menschen, sondern auch jenes ihrer Angehörigen. Familienmitglieder stehen häufig vor neuen Herausforderungen und vielen Fragen: Wie gehe ich mit Veränderungen im Verhalten um? Wie kann ich richtig kommunizieren? Und wann ist Unterstützung durch professionelle Betreuung sinnvoll?
Petra Juracek ist Pflegedienstleitung im SeneCura Sozialzentrum Traiskirchen und bringt langjährige Erfahrung in der Betreuung von Menschen mit Demenz mit. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit ist die Begleitung und Unterstützung der Angehörigen. Wenn diese bei einem Familienmitglied erste Anzeichen einer Demenzerkrankung bemerken, empfiehlt sie, Veränderungen ernst zu nehmen und frühzeitig Unterstützung zu suchen: „Wichtig ist, nicht abzuwarten, sondern sich bei ersten Unsicherheiten Unterstützung zu holen. Ein erster Schritt kann ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt sein, um die Beobachtungen abzuklären und gemeinsam weitere Schritte zu überlegen.“
Denn gerade im Alltag können Angehörige mit Situationen konfrontiert sein, die sie an ihre Grenzen bringen. „Die Mutter ruft stündlich an, wann das Mittagessen kommt, oder der Vater findet vom Spaziergang nicht mehr nach Hause. Bei SeneCura bieten wir dafür im weiteren Verlauf eine spezialisierte Betreuung mit viel Erfahrung“, erklärt Juracek. Als wichtigsten Tipp für Angehörige nennt sie einen wertschätzenden Umgang mit der veränderten Wahrnehmung von Menschen mit Demenz: „Man darf niemals verneinen – auch nicht bei Aussagen wie: ,Meine Kinder sind klein und unbeaufsichtigt.‘ Vielmehr soll man auf emotionaler Basis kommunizieren und in die Schuhe des Gegenübers schlüpfen.“
Spezialisierte Demenzbetreuung: Ein Umfeld, das Orientierung und Gemeinschaft schafftMenschen mit Demenz benötigen ein geschultes Umfeld, das ihre besonderen Bedürfnisse versteht und ihnen Sicherheit im Alltag gibt. „Aus meiner Erfahrung ist es sehr herausfordernd, einen hochgradig dementen Menschen allein zu Hause zu betreuen, weil Angehörige dabei oft keine eigenen Ruhephasen mehr haben. In einem spezialisierten Betreuungsumfeld erhalten Menschen mit Demenz die notwendige Unterstützung, Struktur und Gesellschaft, während auch Angehörige entlastet werden. Denn wenn man ausgeruht und mit neuer Kraft zu Besuch kommt, kann die gemeinsame Zeit oft intensiver und schöner gestaltet werden, als wenn man dauerhaft mit der Belastung des Pflegealltags konfrontiert ist“, so Juracek weiter.
Ein Beispiel aus der Praxis: Der Demenzwohnbereich im SeneCura Sozialzentrum TraiskirchenWie eine solche spezialisierte Betreuung aussehen kann, zeigt beispielsweise das SeneCura Sozialzentrum Traiskirchen. Dort ist der Wohnbereich für Menschen mit dementiellen Veränderungen als Teil des Hauses angesiedelt: räumlich getrennt und speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Drei kleine, gemütliche Wohngruppen bieten den Bewohner:innen einen überschaubaren und vertrauten Lebensraum. Ein spezielles Farb- und Materialkonzept, ein Memory Garten mit geschützten Wanderstrecken, Rundgänge mit Sinnesecken sowie eine Bauernstube und ein Heuriger, die Erinnerungen an frühere Lebensphasen aufgreifen, unterstützen die Orientierung und das Wohlbefinden. Auch die Interaktion mit Tieren, Pflanzen und der Natur ist Teil des Konzepts. Ihren Rückzugsort haben die Bewohner:innen in Einzel- oder Doppelzimmern. „Viele Menschen mit dementiellen Veränderungen sind nicht gerne alleine und teilen lieber ein Zimmer“, erklärt Juracek. Diese speziellen Wohngruppen gibt es in einigen SeneCura Sozialzentren in ganz Österreich.
Ganzheitliche Demenzbetreuung mit individuellen KonzeptenEin Schwerpunkt der Betreuung liegt auf der Validation – einer wertschätzenden und urteilsfreien Kommunikationsmethode, die sowohl verbale als auch nonverbale Elemente wie Berührung oder Augenkontakt einbezieht. Auch die persönliche Lebensgeschichte spielt eine zentrale Rolle. „Die Lebensgeschichte ist sehr wichtig. Oftmals wissen Angehörige nicht genau über alles Vergangene Bescheid. Dennoch ist es gerade für die Betreuung von Menschen mit Demenz wichtig, ihre Vergangenheit zu kennen. Etwa zu wissen, welche Situationen oder Dinge negative Gefühle auslösen können und welche Rituale berücksichtigt werden sollen“, so Juracek. Das SeneCura Pflegepersonal verfügt über spezialisierte Ausbildungen in Validation nach Naomi Feil.
Demenz bedeutet Veränderung – aber nicht den Verlust der Persönlichkeit. Mit fachlicher Kompetenz, Verständnis und individuellen Betreuungskonzepten begleitet SeneCura Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen dabei, weiterhin Momente der Nähe, Sicherheit und Lebensqualität zu erleben. Der Welt-Alzheimer-Tag macht darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, Demenz sichtbar zu machen, Angehörige zu unterstützen und Betroffenen mit Wertschätzung zu begegnen.
Mehr zu Demenzbetreuung bei SeneCura:
https://www.senecura.at/demenzbetreuung/ Quellen aus dem Österreichischen Demenzbericht 2025:
- Die Zahl basiert auf einer Hochrechnung internationaler Prävalenzdaten auf die österreichische Bevölkerung: Fiest et al. (2016): The Prevalence and Incidence of Dementia Due to Alzheimer's Disease: a Systematic Review and Meta-Analysis.
- Alzheimer Europe (2019): Dementia in Europe Yearbook / European dementia prevalence estimates.