IKP
10.07.2019

Muss ein gesunder Wald Parkplätzen für Gastro-Großprojekt weichen?

Anrainer besorgt um Wienerwald-Rodung

Anrainer-Kernteam Bartberg

Das Anrainer-Kernteam v.l.: Mag. Daniel Fasch, Dr. Gabriela Radinger und Werner Panhauser

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Pressbaum, am 10. Juli 2019. Aus dem beschaulichen, unmittelbar an den Biosphärenpark Wienerwald angrenzenden 10-Zimmer-Seminarhotel „Haus Bartberg“ soll ein gastronomisches und touristisches Großprojekt werden. Der Verkauf ist mittlerweile über die Bühne gegangen. Die Pläne der neuen Eigentümer sehen eine Erweiterung, Ganztagesgastronomie und große Veranstaltungen vor. Dafür müssten ca. 500 m2 Wienerwald für zusätzliche Abstellflächen für Kundenfahrzeuge gerodet werden. Seit Bekanntwerden der Pläne hat sich eine Gruppe Anrainer formiert, die sich um die Umwelt- und Lebensqualität am Bartberg sorgt. Denn der geplante Hotel- und Veranstaltungsbetrieb würde nicht nur die Rodung von Mischwaldflächen, sondern auch ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen und eine zusätzliche Belastung der nicht ausreichenden Straßen-, Wasser- und Kanalinfrastruktur bedeuten.

Anrainer setzen auf Dialog und Unterstützung durch Politik
„Wir haben, seitdem wir von den Plänen erfahren haben, mit allen Beteiligten das Gespräch gesucht. Uns ist daran gelegen, die geplanten Rodungen gemeinsam mit den Vertretern der Politik zu verhindern.“, so Mag. Daniel Fasch, der Sprecher der Bartberg-Anrainer, die mehr als 250 Unterschriften gegen die geplante Umwidmung gesammelt haben. Bereits 2017 war die Bebauungsdichte der betroffenen Grundstücke um 25% erhöht worden. In Stellungnahmen an die Stadtgemeinde Pressbaum und die zuständigen Abteilungen der Landesregierung haben die Anrainer ihre Bedenken formuliert und ihre Forderung nach einem „Nein“ zur geplanten Umwidmung deponiert.

Nach einer von Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner initiierten Bürgerversammlung im Juni mit 150 Teilnehmern hat die Gemeinde in einem Dringlichkeitsantrag vom 17.6.2019 alle Umwidmungspläne, es ging u.a. um die Umwidmung von 10.000 m2 Wald, abgelehnt und sich gegen jegliche Abholzungen ausgesprochen. Darüber hinaus lässt die Gemeinde einen Baustopp bzw. alternative Nutzungsmöglichkeiten am Bartberg prüfen. Nun geht es um weitere entscheidende 500 m2 Wald.

Österreichische Bundesforste spielen entscheidende Rolle
Die Österreichischen Bundesforste haben auf Basis eines auf nur zwei Jahre befristeten Pachtvertrages bei der Bezirkshauptmannschaft ein Rodungsansuchen für jene Flächen eingebracht, die von der Bartberg Hotelbetriebs- und Beratungs Ges.m.b.H., der ehemaligen Eigentümerin des Seminarhotels „Haus Bartberg“, gepachtet werden. Diese 500m2 große Waldfläche befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hotelgeländes. Als Pachtgrund wurde lediglich eine vorübergehende Nutzung von zwei Jahren als Abstellflächen während eines Umbaus des Hotels angegeben. Anrainersprecher Daniel Fasch: „Mittlerweile besitzt die Bartberg Hotelbetriebs- und Beratungs Ges.m.b.H. das Hotel aber gar nicht mehr. Die Gesellschaft kann also an dem verkauften Hotel gar keinen Umbau mehr vornehmen und sich auch nicht mehr auf einen Bedarf an Abstellplätzen berufen. Die zu rodende Mischwaldfläche darf auch ohne Zustimmung der Verpächterin (ÖBf) nicht an den neuen Hoteleigentümer weitergegeben werden. Trotzdem soll der gesunde Wald geschlägert werden.“

Und weiter: „Die Gemeinde hat uns signalisiert, dass sie sich in einer Stellungnahme gegen die Rodung aussprechen wird. Sofern die Österreichischen Bundesforste das Rodungsansuchen trotzdem nicht zurückziehen, liegt die Entscheidung bei der Bezirkshauptmannschaft, diesem stattzugeben oder es abzulehnen.“, erläutert Fasch. „In unseren Gesprächen mit den Bundesforsten wurde uns vermittelt, dass die Bundesforste, was die bestehenden Verträge mit der Bartberg Hotelbetriebs- und Beratungs Ges.m.b.H betrifft, ein verlässlicher Vertragspartner sein wollen, gleichzeitig aber auch den Empfehlungen der Gemeinde folgen wollen. Wir vertrauen darauf, dass für eine vorübergehende Verpachtung die endgültige Schlägerung von Wald nicht genehmigt wird.“

Anrainer werden alle Möglichkeiten ausschöpfen
Gestärkt fühlen sich die Bartberg-Anrainer auch durch die jüngsten Aussagen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die in der Pressestunde vom 18. Juni 2019 erklärt hat, Niederösterreich zur ökologischen Vorzeigeregion machen zu wollen und dafür auch die Raumplanung und Raumentwicklung restriktiver handhaben zu wollen, wenn es um den Schutz von Erholungsräumen und Grünflächen geht und darum, nicht notwendige Bodenversiegelungen zu vermeiden.

„Der Bartberg liegt direkt am Biosphärenpark Wienerwald, einem natürlichen Erholungsgebiet, das seinesgleichen sucht! Es geht hier rein um wirtschaftliches Interesse der neuen Eigentümer. Angesichts der herrschenden Klimadiskussion erscheint es uns geradezu absurd, gesunden Wald mitten in einem Erholungsgebiet für Parkplätze zu roden. Dagegen wehren wir uns mit Händen und Füßen, und allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, wenn es sein muss bis zum EuGH. Wir appellieren daher an die Österreichischen Bundesforste, das Rodungsansuchen zurückzuziehen – und sollten die Bundesforste das nicht tun, ersuchen wir als betroffene Anrainer die Bezirkshauptmannschaft eingehend, das Ansuchen abzulehnen.“ schließt Werner Panhauser, ebenfalls Mitglied der Anrainer-Gruppe.

Kontakt

Susanne Hudelist
ikp Wien GmbH
susanne.hudelist@ikp.at
T: 01 5247790-19
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