EY Analyse Europäischer Neuwagenmarkt 09/2026

Rekordverkäufe und Rekordmarktanteil bei Elektroautos in der EU

© EY/Christina Häusler
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  • Rekordmonat: 290.117 neue Elektroautos in der EU – so viele wie nie zuvor
  • Elektro-Marktanteil steigt EU-weit um 11 Prozentpunkte auf 29,9 Prozent – ebenfalls Rekord
  • Österreich: Gesamtmarkt wächst um 12,5 Prozent, Elektro sogar um 81 Prozent
  • Tesla-Endspurt zum Quartalsende: Model Y und Model 3 vorn – nur noch drei deutsche Modelle unter den E-Top-10

Wien, 22.10.2026. Europas Automarkt stellt schneller auf Strom um, als viele erwartet hatten. Im September kamen in der EU 290.117 Elektroautos neu auf die Straße, 73 Prozent mehr als vor einem Jahr und so viele wie noch nie in einem Monat. Der Elektro-Marktanteil stieg um 11,0 Prozentpunkte auf 29,9 Prozent – ebenfalls ein Rekord. Mehr als jeder vierte Neuwagen fuhr damit rein elektrisch.

Der Gesamtmarkt wuchs um 9,3 Prozent – allerdings nur dank der Autos mit Stecker: Neben den Elektroautos legten auch die meist ebenfalls geförderten Plug-in-Hybride zu, um 12 Prozent. Alle übrigen Antriebe verloren zusammen acht Prozent. Noch deutlicher sank die Nachfrage nach klassischen Verbrennern: Reine Benziner verloren 23 Prozent, reine Diesel 30 Prozent.

Auch in Österreich legten die Neuzulassungen im September zu: um 12,5 Prozent. Bei Elektroautos betrug das Plus sogar 81 Prozent, der Elektro-Marktanteil kletterte im Jahresvergleich von 20,9 auf 33,6 Prozent – ein neuer Rekordwert. Gemeinsam mit den Plug-in-Hybriden erreichten Neuwagen „mit Stecker“ einen Marktanteil von 43,9 Prozent, was ebenfalls einen neuen Rekord darstellt.

Marion Raninger, Leiterin Industrials bei EY Österreich, sieht das aktuelle Wachstum mit Vorbehalt: „Am europäischen Markt erhält die E-Mobilität teilweise Aufwind durch staatliche Förderungen oder steuerliche Begünstigungen. Auch die steigenden Spritpreise haben zurzeit Einfluss auf die Dynamik am Markt.“

Raninger sieht durch die aktuelle Situation auch ein gewisses Planungsrisiko: „Der starke Anstieg in der E-Mobilität stellt Hersteller und Zulieferer vor Herausforderungen. Sie müssen sich jetzt entscheiden, in welchen Segmenten sie weiter ausbauen oder wo sie zurückfahren. Nachdem die zukünftige Nachfrage aber derzeit schwer prognostizierbar und auch unklar ist, inwieweit EU-Staaten Förderungen dauerhaft finanzieren, fehlt Planungssicherheit.“     

Insgesamt sei die Lage für Unternehmen nach wie vor angespannt und die Herausforderungen unterschiedlichen Ursprungs. „Auch wenn die Neuwagenzulassungen wieder an Fahrt gewinnen, bleibt das Umfeld schwierig. Die weiterhin schwache Konjunkturentwicklung wirkt sich nach wie vor aus, Konsument:innen agieren verhaltener, auch geopolitisch bleibt die Lage volatil, der europäische Automarkt wird wettbewerbsintensiver – das setzt die Industrie zusätzlich unter Druck“, so Raninger.

Großes Nord-Süd-Gefälle
Europa wechselt sehr unterschiedlich schnell zum Elektroauto. In Norwegen, das nicht zur EU gehört, sind 99 Prozent der neuen Pkw Elektroautos. Dänemark kommt auf 89 Prozent, Finnland auf 62 Prozent. Österreich und Deutschland liegen mit 34 bzw. 35 Prozent im oberen Mittelfeld. In einigen großen Märkten spielen Elektroautos dagegen kaum eine Rolle: In Italien liegt ihr Anteil bei acht Prozent, in Polen bei sechs Prozent. 

Deutsche Hersteller: Weniger verkauft, deutlich Marktanteile verloren
Die Bilanz der deutschen Autokonzerne fällt schwach aus. Sie verkauften im September 2,1 Prozent weniger Autos in der EU als ein Jahr zuvor, während der Gesamtmarkt um 9,3 Prozent wuchs. Ihr Marktanteil sank deshalb von 39,7 auf 35,6 Prozent, also um 4,1 Prozentpunkte. Der Rückgang hat sich damit verstärkt: Im August hatten die deutschen Hersteller 2,2 Prozentpunkte verloren. Auf Konzernebene verloren vor allem der Volkswagen-Konzern (minus 3,3 %), die Renault Group (minus 0,8 %) sowie Ford und Stellantis (jeweils minus 0,6 %) Marktanteile.

Tesla Model Y an der Spitze
Wie zuletzt in jedem letzten Quartalsmonat liegt Tesla im Ranking der Elektromodelle vorn. Das Model Y war im September das meistverkaufte Elektroauto in Europa, gefolgt vom Model 3. Mit großem Abstand folgen die Skoda-Modelle Elroq und Enyaq sowie zwei Renault-Modelle. Unter den zehn meistverkauften Elektroautos kamen nur noch drei von deutschen Konzernen, im August waren es noch sechs. Auch in Österreich lagen die beiden Tesla-Modelle vorn, vor dem Skoda Enyaq und dem Skoda Elroq. Anders als auf europäischer Ebene schafft es in Österreich mit dem BYD Atto auch ein chinesisches E-Auto in die Top 10 – auf Rang fünf.

 

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