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  • EU-Neuwagenmarkt legt im April um fünf Prozent zu, Elektroautos sogar um 38 Prozent
  • Österreich: Gesamtmarkt wächst um elf Prozent, Elektro: plus 25 Prozent
  • Marktanteil chinesischer Marken steigt von 5,8 auf 8,5 Prozent – jeder zwölfte EU-Neuwagen ist ein chinesisches Fabrikat
  • Skoda Elroq meistverkauftes E-Auto in Westeuropa vor VW ID.4 und Skoda Enyaq

Wien, 27.05.2026. Auf dem europäischen Neuwagenmarkt hielt der Aufwärtstrend auch im April an: Die Neuzulassungen in der EU stiegen um fünf Prozent, im bisherigen Jahresverlauf liegt der Absatz damit vier Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Zudem war der vergangene Monat der absatzstärkste April seit dem Vor-Corona-Jahr 2019, als in der EU 15 Prozent mehr Pkw neu zugelassen wurden. Auch in Österreich bleibt der Aufwärtstrend intakt: Die Neuzulassungen stiegen im April um elf Prozent, im bisherigen Jahresverlauf um 15 Prozent.

Laut Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich, ist das Marktwachstum allerdings ausschließlich auf den aktuell stark wachsenden Absatz von Elektroautos zurückzuführen – und der sei teuer erkauft: „Das Marktwachstum in Österreich wird aktuell wesentlich vom steigenden Absatz von Elektroautos getragen. Dieses Wachstum ist allerdings von politischen Rahmenbedingungen abhängig: Während direkte Kaufprämien zuletzt zurückgefahren wurden, wirken weiterhin steuerliche Vorteile und Förderprogramme, etwa bei der Ladeinfrastruktur, als zentrale Treiber der Nachfrage. Gleichzeitig stehen viele Hersteller weiterhin unter Margendruck, da Elektroautos bislang geringere Erträge als klassische Antriebe erzielen.“

Im April stieg der Absatz von Elektroautos EU-weit um 38 Prozent, der Gesamtmarkt wuchs um fünf Prozent – rechnet man Elektroautos und die ebenfalls geförderten Plug-in-Hybride heraus, schrumpften die Neuzulassungen EU-weit um drei Prozent. „Auch in Österreich wird der Hochlauf der Elektromobilität weiterhin durch staatliche Rahmenbedingungen gestützt. Während direkte Kaufprämien für E‑Pkw zuletzt weitgehend ausgelaufen sind, setzen andere europäische Länder zum Teil weiterhin auf finanzielle Anreize. Langfristig wird sich der Markt jedoch ohne staatliche Unterstützung behaupten müssen“, erklärt Preiss.

Und weiter: „Die Entwicklung zeigt zudem, wie stark die Nachfrage von Förderungen abhängen kann: In Märkten, in denen Kaufanreize reduziert oder gestrichen wurden, kam es teils zu deutlichen Rückgängen bei den Verkaufszahlen von Elektroautos. Auch in Österreich bleibt die Elektromobilität aktuell eng an politische Rahmenbedingungen gebunden. Ein nachhaltiger Durchbruch wäre erst dann erreicht, wenn das Segment aus eigener Kraft wächst – so weit ist der Markt derzeit noch nicht.“

Während Elektroautos (+ 38 %) und Plug-in-Hybride (+ 16 %) im April kräftig zulegten, schrumpfte der Absatz reiner Benziner um 16 Prozent, bei Diesel-Pkw lag das Minus sogar bei 17 Prozent. In Österreich legten Neuwagen mit Stecker – also Elektroautos und Plug-in-Hybride – zusammen um 23 Prozent zu, reine Benziner und Diesel-Fahrzeuge verzeichneten Rückgänge um fünf bzw. sechs Prozent.

Insgesamt bleiben die Rahmenbedingungen für die Autobranche aktuell eher ungünstig, so Preiss: „Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, anhaltend hohe Kraftstoffpreise, deutlich gestiegene Inflation sowie eine insgesamt schwache Konjunktur führen zu spürbarer Kaufzurückhaltung. Zwar treiben die hohen Preise an den Tankstellen das Interesse an Elektroautos, was sich auch im Gebrauchtwagenmarkt widerspiegelt. Insgesamt überwiegen jedoch die belastenden Faktoren. Auch 2026 dürfte daher ein schwieriges Jahr für die Autobranche bleiben.“

Chinesische Marken gewinnen weiter Marktanteile
Im bisherigen Jahresverlauf sank der EU-Marktanteil der deutschen Autokonzerne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 38,7 auf 38,3 Prozent – er schrumpfte also leicht um 0,4 Prozentpunkte. Immerhin: Alle drei deutschen Konzerne verzeichneten Absatzzuwächse, in Summe stieg ihr EU-Absatz allerdings nur um 3,2 Prozent; der Gesamtmarkt legte hingegen um 5,1 Prozent zu. Deutlich stärker als die deutschen Konzerne wuchsen insbesondere Leapmotor (+ 559 % im Jahresverlauf), Chery (+ 267 %), BYD (+ 153 %), Tesla (+ 62 %), SAIC (+ 10 %) und Stellantis (+ 8 %). In Summe legten die chinesischen Hersteller (Geely, SAIC, BYD, Chery und Leapmotor) um 53 Prozent zu, ihr Marktanteil stieg insgesamt von 5,8 auf 8,5 Prozent. Knapp jeder zwölfte im aktuellen Jahr in der EU neu zugelassene Pkw war also ein chinesisches Fabrikat. „Chinesische Hersteller drängen mit hohem Tempo auf den europäischen Markt und profitieren dabei auch von den bestehenden Fördermechanismen für Elektroautos. Gerade in den unteren Preissegmenten, in denen europäische Anbieter bislang nur ein begrenztes Angebot haben, können diese Anreize kaufentscheidend wirken“, sagt Preiss. „Parallel dazu nimmt die Zahl der Kooperationen zwischen europäischen Herstellern und chinesischen Marken zu – auch das dürfte die Absatzzahlen chinesischer Pkw in Europa weiter steigen lassen.“

Deutliche Marktanteilsverluste mussten im bisherigen Jahresverlauf in erster Linie Renault (- 1,3 %), Ford (- 0,6 %), Toyota und Hyundai (jeweils - 0,5 %) hinnehmen.

Elektroautos: Große Unterschiede innerhalb Europas
In immerhin zwölf der 27 EU-Länder lag der Elektro-Marktanteil im April unter zehn Prozent, in gerade einmal sechs EU-Ländern waren im April mehr als 30 Prozent der neu zugelassenen Pkw Elektroautos.

Während im Norden Europas Elektroautos inzwischen hohe Marktanteile erreichen, kommen im Osten und Südosten nach wie vor nur sehr wenige Elektroautos neu auf die Straße: In Skandinavien (einschließlich des Nicht-EU-Landes Norwegen) stieg der BEV-Marktanteil im April von 55 auf 65 Prozent. In Osteuropa legte er hingegen nur von fünf auf sieben Prozent zu.

Im vergangenen Monat holte sich der Skoda Elroq den Titel als meistverkauftes E-Auto in Westeuropa zurück, nachdem im Februar und März das Tesla Model Y an der Spitze des Rankings gestanden hatte. In den zwölf westeuropäischen Ländern, für die entsprechende Daten verfügbar sind, gingen auch die Plätze zwei bis vier an E-Modelle aus dem Volkswagenkonzern. Dahinter lag das Tesla Model Y vor dem Renault R5.

Top-Elektroautos in Westeuropa* im April 2026 

Skoda Elroq

8.335

VW ID.4/5

6.217

Skoda Enyaq

6.133

VW ID.3

6.080

Tesla Model Y

5.964

Renault R5

5.648

*Zahl der Neuzulassungen basierend auf Zahlen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und Spanien

Plug-in-Hybride legen zu
Weniger stark als bei Elektroautos kletterten die Neuzulassungen bei Plug-in-Hybriden, die EU-weit im April um 16 Prozent zulegten – der Marktanteil stieg von 8,9 auf 9,8 Prozent. In Österreich stieg der Absatz von Plug-in-Hybriden um 19 Prozent, der Marktanteil erhöhte sich von 10,1 auf 10,9 Prozent. Die höchsten Marktanteile erzielten Plug-in-Hybride im April in Schweden und den Niederlanden (jeweils 24 %). Der kombinierte Marktanteil beider elektrischen Antriebsarten (BEV und PHEV) war in Dänemark (83 %) und Schweden (65 %) am höchsten unter allen EU-Ländern.

EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.500 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 255 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt über 400.000 Mitarbeiter:innen der internationalen EY-Organisation betreut EY Kund:innen überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung sowie Strategie- und Transaktionsberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ey.com/at 

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EY Bettina Loidhold

Bettina Loidhold
Comms & Engagement Lead | Brand, Marketing & Communications Austria
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