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  • EU-Neuwagenmarkt legt im Mai um drei Prozent zu, Elektroautos sogar um 43 Prozent
  • Österreich: Gesamtmarkt wächst um fünf Prozent, Elektroautos um 22 Prozent
  • EU: Marktanteil chinesischer Marken steigt von sechs auf neun Prozent – jeder elfte EU-Neuwagen ist ein chinesisches Fabrikat
  • Tesla Model Y überholt Skoda Elroq als meistverkauftes E-Auto in Westeuropa
Wien, 23.06.2026. Auf dem europäischen Neuwagenmarkt bleibt der Aufwärtstrend intakt: Die Neuzulassungen in der EU stiegen im Mai um drei Prozent, im bisherigen Jahresverlauf liegt der Absatz damit vier Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Auch in Österreich kletterten die Neuzulassungen nach oben: im Mai um fünf Prozent, im bisherigen Jahresverlauf sogar um 13 Prozent.

Zudem war der vergangene Monat EU-weit der absatzstärkste Mai seit dem Vor-Corona-Jahr 2019. Allerdings bleibt der Abstand zum Vor-Pandemie-Niveau groß: Im Juni 2019 wurden in der EU 22 Prozent mehr Neuwagen zugelassen als im aktuellen Jahr. In absoluten Zahlen entspricht dies mehr als 260.000 Neuwagen.

Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich, sieht noch keine positive Trendwende auf dem EU-Neuwagenmarkt: „Wir haben bei den EU-Neuzulassungen seit 2023 ein Plateau erreicht – mit leichten Schwankungen nach oben oder unten. Nach wie vor liegt der Absatz in Europa erheblich niedriger als vor der Pandemie. Das ist die neue Normalität, mit der die Autoindustrie umgehen muss.“

Preiss führt die anhaltende Absatzschwäche in Europa auf mehrere Faktoren zurück: „Die anhaltende Konjunkturschwäche, Arbeitsplatzsorgen, hohe Neuwagenpreise, der Wegfall des Kleinwagensegments und eine allgemeine Verunsicherung über die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung führen zu Kaufzurückhaltung bei privaten und gewerblichen Käufer:innen.“

Das aktuelle leichte Marktwachstum sei zudem ausschließlich auf den stark wachsenden Absatz von Elektroautos zurückzuführen – und der sei teuer erkauft, betont Preiss: „Allein die stark steigenden Verkaufszahlen von Elektroautos treiben den Neuwagenmarkt an – die übrigen Antriebsformen liegen weit unter dem Vorjahresniveau. Das Plus bei Elektroautos ist zwar grundsätzlich erfreulich, allerdings sind es in erster Linie staatliche Subventionen, die für die steigenden Absatzzahlen verantwortlich sind. Aktuell sorgt also vor allem die öffentliche Hand für Wachstum auf dem Neuwagenmarkt.“

Im Mai stieg der Absatz von Elektroautos EU-weit um 43 Prozent, der Gesamtmarkt wuchs nur um drei Prozent – rechnet man Elektroautos und die ebenfalls geförderten Plug-in-Hybride heraus, schrumpften die Neuzulassungen EU-weit um sechs Prozent. In Österreich stieg der Absatz von Elektroautos im Mai um 22 Prozent.

Preiss sieht die zunehmende Abhängigkeit des Neuwagenmarkts von staatlichen Förderungen kritisch: „Früher oder später muss der Markt auf eigenen Beinen stehen. Elektromobilität muss sich langfristig auch ohne Subventionen behaupten können – davon sind wir derzeit jedoch noch ein gutes Stück entfernt.“

Während Elektroautos (+43 %) und Plug-in-Hybride (+12 %) im Mai kräftig zulegten, schrumpfte der Absatz reiner Benziner um 20 Prozent, bei Diesel-Pkw lag das Minus bei 19 Prozent. In Österreich verzeichneten Plug-in-Hybride ein Absatzplus von 18 Prozent, während Diesel-Modelle um vier Prozent und Benziner um zehn Prozent im Minus lagen.

Chinesische Marken gewinnen weiter Marktanteile
Im bisherigen Jahresverlauf sank der EU-Marktanteil der deutschen Autokonzerne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 39,0 auf 38,3 Prozent – er schrumpfte also um 0,7 Prozentpunkte. Immerhin: Alle drei deutschen Konzerne verzeichneten Absatzzuwächse, in Summe stieg ihr EU-Absatz allerdings nur um 2,1 Prozent; der Gesamtmarkt legte hingegen um 4,0 Prozent zu. Deutlich stärker als die deutschen Konzerne wuchsen insbesondere chinesische Unternehmen und Tesla: Leapmotor (plus 531% im Jahresverlauf), Chery (plus 265 %), BYD (plus 159 %), Tesla (plus 77 %), SAIC (plus 12 %).

In Summe legten die chinesischen Hersteller (Geely, SAIC, BYD, Chery und Leapmotor) um 57 Prozent zu, ihr Marktanteil stieg insgesamt von sechs auf neun Prozent. Jeder elfte im aktuellen Jahr in der EU neu zugelassene Pkw war also ein chinesisches Fabrikat.

„Die chinesischen Autobauer gewinnen in Europa Schritt für Schritt Marktanteile – insbesondere in Südeuropa entwickeln sich preisgünstige chinesische Modelle zunehmend zu Verkaufserfolgen. Da chinesische Hersteller im unteren Preissegment stärker vertreten sind als viele europäische Wettbewerber, profitieren sie überdurchschnittlich von Fördermaßnahmen für Elektromobilität. Gleichzeitig erleichtern Kooperationen zwischen europäischen und chinesischen Herstellern den Marktzugang. Diese Entwicklung dürfte den Absatz chinesischer Marken in Europa weiter begünstigen“, sagt Preiss.

Deutliche Marktanteilsverluste mussten im bisherigen Jahresverlauf in erster Linie Renault (-1,1 %-Punkte), Ford (-0,7 %-Punkte), Hyundai (- 0,5 %-Punkte) und Toyota (-0,4 %-Punkte) hinnehmen.

Elektroautos: Große Unterschiede innerhalb Europas
In immerhin elf der 27 EU-Länder lag der Elektro-Marktanteil im Mai unter zehn Prozent, in gerade einmal sieben EU-Ländern waren im Mai mehr als 30 Prozent der neu zugelassenen Pkw Elektroautos.

Während im Norden Europas Elektroautos inzwischen hohe Marktanteile erreichen, kommen im Osten und Südosten nach wie vor nur sehr wenige Elektroautos neu auf die Straße: In Skandinavien (einschließlich des nicht-EU-Landes Norwegen) stieg der BEV-Marktanteil im Mai von 56 auf 66 Prozent. In Osteuropa verharrte er hingegen bei sechs Prozent.

Im vergangenen Monat lagen das Tesla Model Y und das Model 3 an der Spitze des Rankings der meistverkauften E-Autos in Westeuropa. In den zwölf westeuropäischen Ländern, für die entsprechende Daten verfügbar sind, gingen auch die Plätze drei bis fünf an E-Modelle aus dem Volkswagenkonzern. Dahinter lag ein chinesisches Modell: Leapmotor T03.

Top-Elektroautos in Westeuropa* im Mai 2026
Tesla Model Y 13.778
Tesla Model 3 7.739
Skoda Elroq 7.425
Skoda Enyaq 5.954
VW ID.3  5.651
Leapmotor T03 5.547

*Zahl der Neuzulassungen basierend auf Zahlen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und Spanien

Plug-in-Hybride legen zu
Weniger stark als bei Elektroautos kletterten die Neuzulassungen bei Plug-in-Hybriden, die EU-weit im Mai um zwölf Prozent zulegten – der Marktanteil stieg von 9,5 auf 10,3 Prozent. Die höchsten Marktanteile erzielten Plug-in-Hybride im Mai in Schweden und den Niederlanden (26 bzw. 23 %). Der kombinierte Marktanteil beider elektrischen Antriebsarten (BEV und PHEV) war in Dänemark (79 %) und Schweden (67 %) am höchsten unter allen EU-Ländern.

EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.500 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 255 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt über 400.000 Mitarbeiter:innen der internationalen EY-Organisation betreut EY Kund:innen überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung sowie Strategie- und Transaktionsberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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