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  • Weltweit sinkt der Anteil der CEOs, die optimistische Konjunkturprognosen abgeben
  • Aktuell sind 68 Prozent der CEOs vorwiegend optimistisch – vor vier Monaten waren es noch 84 Prozent
  • Reaktion auf politische und wirtschaftliche Krisen: 83 Prozent passen Investitionsplanung an
  • Vor allem asiatische Unternehmen beschleunigen Investitionen – westliche Unternehmen fahren Investitionen eher zurück
  • USA sind wichtigstes Investitionsziel

Wien, 03. Februar 2026. Die Vielzahl an politischen und wirtschaftlichen Krisen und Risiken sowie die gestiegene Unsicherheit bremsen zunehmend die Zuversicht von Konzernchef:innen weltweit. Gingen im September vergangenen Jahres noch 35 Prozent der CEOs von einer positiven Entwicklung der Konjunktur aus, schrumpfte der Anteil im Jänner dieses Jahres auf 24 Prozent weltweit. Auch der Anteil jener, die nur eingeschränkt zuversichtlich sind, geht zurück. Somit sinkt der Anteil der Konjunkturoptimist:innen insgesamt weltweit von 84 auf 68 Prozent.

Trotz dieses deutlichen Stimmungsdämpfers gehen nach wie vor die meisten CEOs davon aus, mit ihren Unternehmen ein Umsatzplus erwirtschaften zu können: Weltweit sind 38 Prozent sehr optimistisch, weitere 54 Prozent sind eher optimistisch. Auch bei der Profitabilität herrscht nach wie vor überwiegend Optimismus.

Ein wichtiger Grund für den anhaltenden Optimismus der CEOs in Bezug auf die Entwicklung des eigenen Unternehmens: Die bisherigen Investitionen der Unternehmen in Künstliche Intelligenz zahlen sich bereits aus, und KI soll im Jahr 2026 der wichtigste Faktor zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit werden – wichtiger als strengeres Kostenmanagement, die Lokalisierung der Produktion oder das Eingehen von Kooperationen.

Das sind Ergebnisse des aktuellen CEO-Survey basierend auf einer Befragung von 1.200 CEOs weltweit. Die Umfrage wurde von Dezember 2025 bis Jänner 2026 durchgeführt.

Unternehmen weltweit und aus allen Branchen setzen alles auf eine Karte: Künstliche Intelligenz wird zunehmend als Antwort auf viele drängende Fragen und Probleme gesehen: als Antwort auf den Fachkräftemangel, als Möglichkeit, unternehmensinterne Abläufe sowie Forschung und Entwicklung deutlich zu beschleunigen. „Viele CEOs setzen darauf, dass der umfassende Einsatz von KI einerseits erhebliche Kostenvorteile bringt und andererseits die Geschwindigkeit beispielsweise in der Produktentwicklung deutlich erhöht“, beobachtet Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich. „Der entscheidende Erfolgsfaktor ist dabei aber nicht allein die Technologie, sondern die Fähigkeit der Organisation, KI sinnvoll zu skalieren: mit den richtigen Kompetenzen, klaren Verantwortlichkeiten und einer Belegschaft, die den Wandel mitträgt.“

Die bisherigen Erfahrungen scheinen den CEOs recht zu geben. Weltweit sagen 20 Prozent der Befragten, dass der bisherige KI-Einsatz im Unternehmen die Erwartungen deutlich übertroffen habe, laut weiteren 58 Prozent wurden die Erwartungen leicht übertroffen. Gerade einmal drei Prozent berichten von negativen Erfahrungen. Damit liegt der Anteil der CEOs mit besonders positiven Erfahrungen weltweit bei 78 Prozent. Am wenigsten enthusiastisch zeigen sich die südkoreanischen CEOs, von denen „nur“ 74 Prozent von übertroffenen Erwartungen berichten.

Reimoser erklärt: „Künstliche Intelligenz allein ist aber nicht in der Lage, die Unsicherheiten auszugleichen, die durch die unbeständige Zoll- und Handelspolitik der USA entstehen.“ Dennoch geben lediglich zwölf Prozent der weltweit befragten Unternehmen an, ihr geopolitisches Risikomanagement verbessern zu wollen.

Politische und konjunkturelle Turbulenzen: 83 Prozent ändern ihre Investitionspläne
Allerdings reagieren viele CEOs und ihre Unternehmen auf das aktuelle geopolitische Umfeld und die Vielzahl an politischen und konjunkturellen Risiken mit einer Überprüfung ihrer Investitionsstrategie: 83 Prozent der weltweit befragten Konzerne geben an, dass sie infolge von geopolitischen und handelspolitischen Entwicklungen zuletzt Änderungen an ihren Investitionsplänen vorgenommen haben – wobei diese Änderungen sehr unterschiedlich ausfallen: Während 31 Prozent der CEOs den Stopp mindestens einer ursprünglich geplanten Investition nennen, geben 40 Prozent an, eine geplante Investition sogar beschleunigt zu haben. Und den 17 Prozent, die einen geographischen Markt verlassen haben, stehen 22 Prozent gegenüber, die erstmals in einem Land oder einer Region investiert haben.

„Mehr denn je werden Investitionsentscheidungen derzeit zu einer Frage der Widerstandsfähigkeit. Geopolitische und handelspolitische Konflikte treffen einzelne Branchen sehr unterschiedlich, während gleichzeitig Lieferketten und Absatzmärkte grundlegend neu ausgerichtet werden“, so Reimoser. „Unternehmen müssen daher trotz großen Handlungsdrucks umsichtig planen – denn fehlgeschlagene Investitionen in neue Märkte oder Technologien können erhebliche Verluste nach sich ziehen.“

Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich die befragten Unternehmen mit der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit umgehen: Während asiatische Unternehmen ohnehin geplante Investitionen häufig nochmals beschleunigen – in China liegt der Anteil bei 60 Prozent, in Südkorea und Japan bei 48 bzw. 46 Prozent – geben sich etwa deutsche Unternehmen (28 %) und französische Unternehmen (22 %) deutlich zurückhaltender. Umgekehrt haben französische Unternehmen besonders häufig – zu 48 Prozent – mindestens eine geplante Investition abgebrochen, was in China nur auf 17 Prozent und in Japan auf 20 Prozent zutrifft.

M&A-Appetit steigt wieder, Kooperationen nehmen zu
Dass die schwierige weltweite politische und wirtschaftliche Lage die Bereitschaft zu Investitionen nicht reduziert, zeigen auch die Ergebnisse bei der Frage nach geplanten M&A-Investitionen. Weltweit planen derzeit 53 Prozent der Konzerne eine Fusion oder Übernahme, vor vier Monaten waren es noch 48 Prozent. „Der M&A-Appetit nimmt wieder zu, und wir sehen auch in Österreich wieder mehrere bedeutende Transaktionen“, erläutert Eva-Maria Berchtold, Leiterin EY-Parthenon Österreich. „Gleichzeitig bleibt der Markt selektiv und nicht alle geplanten Übernahmen kommen tatsächlich zustande. Stetig wechselnde geo- und handelspolitische Bedingungen sowie die damit verbundenen Unsicherheiten, ein komplexes regulatorisches Umfeld und eine schwache Konjunktur führen häufig zu Verzögerungen oder zum Abbruch vorgesehener Investitionen. Die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd – selbst bei anhaltend hohem Transformationsdruck in den Unternehmen“, so Berchtold.

Nordamerika bleibt Top-Investitionsziel weltweit
Nach wie vor ist Nordamerika aus Sicht der befragten CEOs das bevorzugte Investitionsziel: 34 Prozent wollen in den kommenden zwölf Monaten in den USA investieren. Dahinter folgen Kanada und Deutschland fast gleichauf mit jeweils 18 Prozent, gefolgt von Großbritannien (17 %) und Indien (12 %).

EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.500 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 255 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt über 400.000 Mitarbeiter:innen der internationalen EY-Organisation betreut EY Kund:innen überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung sowie Strategie- und Transaktionsberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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Bettina Loidhold
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Eva-Maria Berchtold, EY Österreich
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