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  • Nvidia, Alphabet und Apple sind zur Jahresmitte die höchstbewerteten Unternehmen der Welt
  • Zahl der Technologieunternehmen unter den Top 100 wächst von 27 auf 36
  • Kein europäisches Unternehmen unter den Top 10
  • Erste Group Bank AG unter den Top 1000

Wien, 03. Juli 2026. Die wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt haben ihren Marktwert im ersten Halbjahr 2026 erneut kräftig gesteigert – trotz geopolitischer Spannungen, Konjunkturflaute und hoher Inflation. Der kumulierte Börsenwert der 100 teuersten Unternehmen weltweit lag zum Ende des ersten Halbjahres (30.06.) bei rund 61,9 Billionen US-Dollar – 18 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

Getrieben wird die Entwicklung weiterhin vor allem vom Boom rund um Künstliche Intelligenz. Besonders stark profitieren Technologieunternehmen: Ihr Gesamtwert innerhalb der Top 100 stieg seit Jahresbeginn um 30 Prozent auf rund 35,2 Billionen US-Dollar. Genauso stark legten Industrieunternehmen zu, von denen viele als KI-Infrastruktur-Titel gelten, da sie am Bau von Rechenzentren beteiligt sind. Dahinter folgt die Rohstoffbranche mit einem Plus von 27 Prozent.

Deutlich schwächer entwickelten sich Konsumgüterhersteller und der Finanzsektor, die jeweils nur um ein Prozent zulegten, sowie Kommunikations- bzw. Medienunternehmen, deren kumulierter Börsenwert sogar um acht Prozent sank.

US-Unternehmen sind Spitzenreiter
Die Top 10 der höchstbewerteten Unternehmen sind weitgehend in US-amerikanischer Hand: Acht der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt haben ihren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten – darunter auch der Neuzugang SpaceX: Das Raumfahrt-/Technologieunternehmen belegt mit einem Börsenwert von 2,25 Billionen US-Dollar aktuell den sechsten Rang.

Angeführt wird das Ranking weiterhin vom Chiphersteller Nvidia, dessen Marktkapitalisierung zum Stichtag bei rund 4,8 Billionen US-Dollar lag. Auf den weiteren Plätzen folgen Alphabet mit rund 4,3 Billionen US-Dollar, Apple mit rund 4,2 Billionen US-Dollar und Microsoft mit rund 2,8 Billionen US-Dollar. Neben den USA sind in den Top 10 Taiwan mit TSMC und Saudi-Arabien mit Saudi Aramco vertreten.

Auch jenseits der Top 10 dominieren US-Konzerne weiterhin das Ranking: Unter den Top 100 finden sich aktuell 56 Unternehmen aus den USA. Auf Rang zwei folgt China einschließlich Hongkong mit zwölf Unternehmen, vor Großbritannien und Japan mit jeweils fünf Unternehmen. Die Schweiz ist mit vier Unternehmen vertreten, Frankreich mit zwei. Die Zahl europäischer Unternehmen unter den Top 100 liegt aktuell bei 16 – zu Jahresbeginn waren es noch 18. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 hatten noch 46 europäische Konzerne zu den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt gezählt.

Teuerstes europäisches Unternehmen ist ASML auf Rang 20. Dahinter folgen unter anderem ARM, Roche, HSBC, AstraZeneca, Novartis und LVMH. Europa ist damit zwar branchenübergreifend präsent, bei wachstumsstarken Technologie- und KI-Werten aber nur vereinzelt.

„Der KI-Boom hat die Dynamik an den globalen Kapitalmärkten deutlich verändert“, sagt Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich. „Der Schwerpunkt liegt weiterhin klar in den USA und zunehmend auch in Asien. Europa ist in diesem Umfeld bislang schwach vertreten.“

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsorganisation EY, die die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten börsennotierten Unternehmen weltweit halbjährlich untersucht. Stichtag für die vorliegende Analyse ist der 30. Juni 2026, Börsenschluss. Datenbasis ist S&P Capital IQ.

Der KI-Boom treibt die Märkte – Europa weitgehend Zuschauer 
Die Dominanz der Technologiebranche zeigt sich immer deutlicher im Ranking: Die Zahl der Technologieunternehmen unter den Top 100 ist seit Jahresende 2025 von 27 auf 38 gestiegen. Damit stellt der Technologiesektor inzwischen mit Abstand die meisten Unternehmen in der Spitzengruppe. Der Gesamtwert der Technologieunternehmen ist seit Jahresbeginn zudem um 30 Prozent angewachsen – der stärkste Wertzuwachs aller Branchen. Auf Rang zwei folgt der Finanzsektor mit 19 Unternehmen, vor der Konsumgüterbranche mit 16 Unternehmen. Die Gesundheitsbranche ist nur mit neun Unternehmen vertreten. 

„Künstliche Intelligenz ist längst ein zentraler Kapitalmarkttreiber“, so Reimoser. „Unternehmen, denen Anleger:innen eine führende Rolle in der KI-Wertschöpfungskette zutrauen, werden mit enormen Bewertungsaufschlägen belohnt. Das gilt für Chipkonzerne ebenso wie für Plattformanbieter sowie Rechenzentren- und Cloud-Anbieter.“ 

Bei dieser Entwicklung spielt Europa derzeit kaum eine Rolle: Von den 36 Technologieunternehmen in den Top 100 haben 26 ihren Sitz in Nordamerika, zehn in Asien und zwei in Europa.

„Warnungen vor einer KI-Blase sollte man ernst nehmen. Gleichzeitig zeigen die Zahlen klar, wo Investor:innen derzeit Wachstum, technologische Führungsstärke und künftige Marktchancen sehen“, sagt Reimoser. „Europa darf bei einer Schlüsseltechnologie wie Künstlicher Intelligenz nicht erneut den Anschluss verlieren.“

Als zentrale Bremsfaktoren nennt Reimoser die weiterhin fragmentierten europäischen Kapitalmärkte, eine im internationalen Vergleich schwächer ausgeprägte Risikokapitalkultur und die Schwierigkeit, junge Technologieunternehmen in Europa schnell auf globale Größe zu skalieren. „Ohne deutlich bessere Finanzierungsbedingungen, mehr Risikobereitschaft und eine stärkere Kapitalmarktintegration wird es für Europa schwer, im globalen KI-Wettbewerb aufzuholen“, so Reimoser. 

Ausblick: Weitere KI-Börsengänge könnten US-Dominanz verstärken 
Die KI-getriebenen Umbrüche an den Weltbörsen könnten sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Weitere große Börsengänge von KI-Unternehmen könnten das Gewicht der USA zusätzlich erhöhen und die regionale Konzentration an den Kapitalmärkten weiter verstärken. „Europa hat keine Zeit zu verlieren“, sagt Reimoser. „Forschung und industrielle Stärke sind wichtige Grundlagen – aber sie reichen nicht aus. Entscheidend ist, ob daraus schnell genug skalierbare Geschäftsmodelle, Kapitalmarkterfolge und neue globale Technologieführer entstehen.“

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EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung sowie Strategie- und Transaktionsberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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Bettina Loidhold
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Gunther Reimoser, EY Österreich
1 600 x 2 400 © EY/Stefan Seelig