- Vier von zehn Organisationen sehen sich als „digitale Organisation“
- Mehr als die Hälfte (56 %) hat keine Digitalstrategie
- Cybersecurity mit hohem Stellenwert, vor allem in Städten/Gemeinden
- Luft nach oben bei Kompetenz in IT, Daten und KI
Wien, 16. Juni 2026. Das Thema Digitalisierung macht auch vor der öffentlichen Verwaltung nicht halt – 92 Prozent der Befragten sind in ihrer täglichen Arbeit mit IT-Systemen konfrontiert. Immerhin jede vierte Organisation (41 %) sieht sich selbst als zumindest „eher digital“ – fünf Prozent sogar als „vollständig digital“. All jene Organisationen, die sich durch externe Beratungsunternehmen Unterstützung holen, schätzen ihren Digitalisierungsgrad mit 52 Prozent sogar noch eine Spur höher ein.
Das sind Ergebnisse der Studie „Zukunft Verwaltung“ der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, für die im Februar/März 2026 173 Organisationen aus dem Bereich Bund/Länder/Gemeinden sowie österreichische Unternehmen über 20 Mitarbeitenden aus dem öffentlichen Sektor befragt wurden.
Wenngleich 14 Prozent bereits eine vollständig implementierte IT- bzw. Digitalstrategie verzeichnen, gibt ein weiteres Viertel (25 %) an, die vorhandene Digitalstrategie nur wenig in die täglichen Arbeitsabläufe eingebettet zu haben. Mehr als die Hälfte der befragten Organisationen im Verwaltungsbereich hat bislang keine Digitalstrategie realisiert. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern die Basis für interne Effizienz. Dass bislang mehr als die Hälfte der Verwaltungsorganisationen keine feste Digitalstrategie verankert hat und ein weiteres Viertel Nachholbedarf bei der Einbettung sieht, zeigt, wo wir ansetzen müssen – nämlich bei bedarfsorientierter Modernisierung“, so Karim El-Siginy, Partner für den öffentlichen Sektor bei EY Österreich.
Automatisierung greift vor allem bei größeren Einrichtungen
In 29 Prozent der Organisationen sind ein Drittel der Prozesse bereits hochautomatisiert – bei gut jeder achten Verwaltung (13 %) laufen Prozesse bereits zu über 60 Prozent ohne manuelle Eingriffe. Vor allem dort, wo es mehr als 200 Mitarbeitende gibt, stehen die Zeichen stark auf Automatisierung (20 %).
„Österreichs Verwaltung ist auf dem Weg der Digitalisierung, aber noch nicht am Ziel. Automatisierung wird bereits gezielt eingesetzt, insbesondere in größeren Organisationen – gleichzeitig fehlt jedoch oft das strategische Fundament. Ohne klare Digitalstrategie bleiben Potenziale ungenutzt. Entscheidend ist, Digitalisierung ganzheitlich zu denken – von der breit verankerten IT-Kompetenz über den gezielten Einsatz von Daten und KI bis hin zu nachhaltigen Sicherheitskonzepten“, fasst Wolfgang Pinkl, Director Business Transformation bei EY Österreich, zusammen.
Cybersecurity zentrales Thema, KI zweitrangig
Maßnahmen zum Schutz von Netzwerken, Systemen und Daten vor unbefugtem Zugriff nehmen einen wichtigen Stellenwert ein: Mehr als die Hälfte (52%) schätzen den Reifegrad von Cybersecurity in ihrer Organisation als (sehr) hoch ein. Federführend sind dabei Städte/Gemeinden, denn 44 % geben an, dass Cybersecurity zu einem hohen Ausmaß organisiert und überprüft ist.
Im Vergleich hinkt der Reifegrad der Kompetenzen rund um digitale Themen deutlich hinterher. Nur ein Viertel (25 %) schätzt, dass der Wissensaufbau rund um IT, Daten und KI in der eigenen Verwaltungseinheit hoch ist – Bund und Land finden sich am Ende der Skala und bewerten das angeeignete Wissen mit sechs Prozent sogar als sehr gering. „Neben ein paar Grundlagen, die für alle Verwaltungsstrukturen gelten, beispielsweise Datenschutz, gilt es individuelle Bedürfnisse und Anforderung an die jeweiligen IT-Strukturen zu etablieren. Natürlich um einerseits den Anschluss nicht zu verlieren, aber auch, um Prozesse so sinnvoll und budgetsparend wie möglich abzuwickeln“, so Maximilian Vallo, Manager im Bereich AI & Data mit Schwerpunkt auf den öffentlichen Sektor.