- EY setzt KI-Agentensysteme bereits in rund 160.000 Prüfungsmandaten weltweit ein, um die Qualität der Prüfprozesse weiter zu erhöhen
- Die Technologie ist in die zentrale EY-Prüfungsplattform integriert und basiert technologisch auf Microsoft-Software
- Neue Services in der Wirtschaftsprüfung helfen Unternehmen dabei, KI-Anwendungen verlässlich abzusichern
Wien, 12. Juni 2026. EY treibt die Weiterentwicklung der Abschlussprüfung voran und startet weltweit den Einsatz von künstlicher Intelligenz, die Prüfschritte vorbereitet, unterstützt und dokumentiert. Ziel ist es, die Qualität, Nachvollziehbarkeit und Risikoorientierung von Prüfungen weiter zu stärken und Prüfer:innen noch gezielter bei komplexen Beurteilungsfragen zu unterstützen. Die neuen KI-Anwendungen werden schrittweise in die globale EY-Prüfungsplattform EY Canvas integriert und sollen künftig alle Phasen der Abschlussprüfung begleiten.
Die technologische Basis bildet ein sogenanntes Multi‑Agenten‑System, das auf Microsoft‑Technologien wie Azure, Foundry und Fabric aufsetzt. EY Canvas verarbeitet bereits heute jährlich mehr als 1,4 Billionen Buchungszeilen. Mit dem globalen Roll-out werden künftig rund 130.000 Prüfer:innen in über 150 Ländern bei etwa 160.000 Prüfungsmandaten durch KI-gestützte Funktionen supportet. Flankiert wird diese Transformation durch ein umfassendes, weltweit ausgerolltes Ausbildungs‑ und Enablement‑Programm, das die Mitarbeitenden gezielt befähigt, die neuen Technologien verantwortungsvoll in der Prüfungspraxis einzusetzen.
Höhere Prüfungsqualität durch intelligenten Risikofokus
Im Zentrum des Einsatzes steht nicht der Ersatz menschlicher Expertise, sondern deren gezielte Stärkung. Die KI hilft dabei, große und komplexe Datenmengen strukturierter zu analysieren, Auffälligkeiten früher zu identifizieren und Prüfungsrisiken präziser zu priorisieren. Gleichzeitig stellt sie aktuelle Prüfungs‑, Rechnungslegungs‑ und regulatorische Anforderungen kontextbezogen in Echtzeit zur Verfügung.
Die Systeme übernehmen dabei koordinierende und analytische Aufgaben – etwa bei der Strukturierung von Prüfungsprozessen oder der laufenden Qualitätssicherung – während die finale fachliche Bewertung und das professionelle Urteil weiterhin bei den Prüfer:innen liegen. Die Einführung erfolgt auf Basis umfangreicher Pilotprojekte; bis 2028 sollen die KI-Funktionen die Prüfung End‑to‑End unterstützen.
„Die Abschlussprüfung wird zunehmend datengetrieben und komplexer. Agentenbasierte KI hilft uns, Risiken klarer zu identifizieren und unsere Prüfungen noch konsistenter und zielgerichteter zu gestalten. Gleichzeitig bleibt das professionelle Urteil der Prüfer:innen der zentrale Anker für Qualität und Vertrauen“, sagt Stefan Uher, Leiter der Wirtschaftsprüfung bei EY Österreich.
Mehr Raum für Beurteilung, Qualitätssicherung und Insights
Durch die Unterstützung von KI verschiebt sich der Fokus der Prüfer:innen stärker auf Interpretation, Beurteilung und Qualitätssicherung. Der administrative Aufwand wird reduziert, während gleichzeitig die Tiefe der Analysen und die Aussagekraft der Prüfung steigt. Ziel ist es, nicht nur regulatorische Anforderungen zu erfüllen, sondern auch zusätzliche, relevante Einblicke für geprüfte Unternehmen zu ermöglichen.
Prüfung und Absicherung von KI rücken in den Fokus
Der Rollout fällt in eine Phase, in der KI zunehmend Bestandteil unternehmerischer Prozesse wird. Laut einer aktuellen EY-Studie haben 97 Prozent der Unternehmen bereits eine umfassende Transformation gestartet oder planen diese. Parallel steigen die Erwartungen an Transparenz, Steuerbarkeit und Verlässlichkeit von KI-Systemen – auch aus Sicht von Aufsicht, Investor:innen und Regulatoren.
EY reagiert darauf mit einem erweiterten Prüfungs- und Beratungsangebot im Bereich Künstliche Intelligenz. Dieses umfasst unter anderem KI-Reifegradanalysen, Governance‑ und Kontrollmodelle, Prüfungen von KI‑Systemen sowie unterstützendes Risikomanagement. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu helfen, KI verantwortungsvoll, nachvollziehbar und prüfbar einzusetzen.
Starke technologische Basis und Qualifizierung
Die technologische Grundlage bildet die strategische Zusammenarbeit mit Microsoft. Darüber hinaus ist EY Teil der „Frontier Firm AI Initiative“ von Microsoft und dem Harvard Digital Data Design Institute, die Unternehmen mit besonders fortgeschrittenem KI‑Einsatz würdigen. Parallel investiert EY umfassend in die Qualifizierung seiner Mitarbeitenden. Ein globales Trainingsprogramm stellt sicher, dass Prüfungs‑ und Technologieexpert:innen kontinuierlich in den Bereichen KI, Methodik, Regulierung und berufliches Urteilsvermögen weitergebildet werden.
„Unternehmen müssen Innovation und Kontrolle in Einklang bringen. Entscheidend dafür ist Vertrauen – in Daten, Prozesse und Systeme. Eine hochwertige Abschlussprüfung leistet hier einen wesentlichen Beitrag“, so Uher abschließend.