- Umsatz nach UGB steigt im Geschäftsjahr 2025/2026 um 3,5 Prozent auf 262 Millionen Euro
- Schwache Konjunktur, geopolitische Unsicherheit und hoher Kostendruck prägen das Geschäftsjahr
- EY hält dennoch an Investitionen fest und stellt 2026 zentrale Weichen für die weitere Entwicklung
- Global fließen drei Milliarden US-Dollar in AI und Zukunftstechnologien
- EY führt AI in operative Kernprozesse ein – von Industrie und Finance bis zur Wirtschaftsprüfung
- EY Österreich erweitert seine Umsetzungskompetenz: durch neue Industrial-AI-Angebote, mehr als 40 Syngroup-Expert:innen und den deutlichen Ausbau von People Consulting mit einem größeren Team unter Führung von drei neuen Partner:innen
Wien, 20. Oktober 2026 – Schwache Konjunktur, geopolitische Unsicherheit, fragile Lieferketten sowie anhaltender Kosten- und Margendruck haben das Geschäftsjahr 2025/2026 (1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026) geprägt und den Anpassungsdruck in vielen Branchen weiter erhöht. In diesem schwierigen Umfeld steigerte EY Österreich den Umsatz nach UGB um 3,5 Prozent auf 262 Millionen Euro. Mit rund 1.500 Mitarbeiter:innen an vier Standorten blieb die Beschäftigtenzahl in Österreich stabil. Auch die globale EY-Organisation setzte ihren Wachstumskurs fort. Der weltweite Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025/2026 um 4,7 Prozent auf 57 Milliarden US-Dollar.
Gleichzeitig hielt EY Österreich trotz des herausfordernden Marktumfelds an seinem Investitionskurs fest. Gezielte Verstärkungen erfolgten in jenen Bereichen, die für die Wettbewerbsfähigkeit und Transformation von Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnen: von Künstlicher Intelligenz und Industrieberatung über die Personal- und Organisationsberatung bis hin zu neuen Anwendungen in Wirtschaftsprüfung und Finance. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein der Einsatz neuer Technologien. Entscheidend ist vielmehr, wie Unternehmen ihre Prozesse, Strukturen und Kompetenzen weiterentwickeln, damit Innovationen im operativen Alltag Wirkung entfalten. Der österreichische Ausbau ist Teil einer globalen Schwerpunktsetzung: Die internationale EY-Organisation stellt insgesamt drei Milliarden US-Dollar für AI und Technologien der nächsten Generation bereit. Davon fließt eine Milliarde US-Dollar in die Weiterentwicklung der Prüfungstechnologie.
„Viele Unternehmen mussten kurzfristig auf Kostendruck und Unsicherheit reagieren und zugleich langfristige Entscheidungen treffen“, sagt Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich. „Genau in dieser Spannung lag das Geschäftsjahr: Investitionen mussten sehr gezielt erfolgen. Für uns standen dabei Technologie und Kompetenzen im Vordergrund, mit denen AI aus der Erprobung in konkrete Arbeits- und Geschäftsprozesse überführt werden kann.“ Der nächste Schritt ist die Skalierung. AI wird verstärkt in interne Abläufe sowie in Beratungs- und Prüfungsleistungen einbezogen. EY baut dafür technische Infrastruktur, Qualifizierung und Governance parallel aus.
AI-Roll-out: von der Qualifizierung in die tägliche Arbeit
Die Größenordnung des globalen Roll-outs zeigt sich sowohl bei der Qualifizierung als auch bei den verfügbaren Werkzeugen: 90 Prozent der EY-Mitarbeitenden haben ein grundlegendes AI-Training abgeschlossen. Mehr als 120.000 weiterführende AI-Kurse wurden absolviert, weitere rund 100.000 befinden sich in Bearbeitung. Weltweit arbeiten mehr als 100.000 AI Engineers, Data Scientists und Technolog:innen im EY-Netzwerk.
Parallel wurden über 367.000 Microsoft-365-Copilot-Lizenzen bereitgestellt; mehr als 80.000 AI Agents befinden sich in Entwicklung oder sind bereits im Einsatz.
In Österreich wird dieser Ausbau über Branchen und Fachbereiche hinweg umgesetzt. Neben klar abgegrenzten Anwendungsfällen stehen Datenqualität, sichere Zugriffsmodelle, nachvollziehbare Entscheidungen und die Qualifizierung der Beschäftigten im Mittelpunkt. Dass AI zunehmend wirtschaftlich relevant wird, zeigt auch der EY European AI Barometer 2025: 47 Prozent der befragten Führungskräfte in Österreich gaben an, dass ihr Unternehmen durch AI bereits Kosten gesenkt oder Gewinne erhöht hat – 13 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Industrial AI: vom Pilotprojekt in Produktion und Lieferkette
Besonders sichtbar wird diese Entwicklung in der Industrie. Steigende Kosten, volatile Lieferketten und der Druck, bestehende Anlagen produktiver zu nutzen, beschleunigen den Übergang von einzelnen AI-Tests zu Anwendungen in Kernprozessen. EY Österreich hat sein Industrial-AI-Team deshalb um zusätzliche Expert:innen stark erweitert und übernimmt eine zentrale fachliche Rolle im europäischen Industrials-Netzwerk. Der Fokus reicht von datenbasierter Produktionsoptimierung und vorausschauender Entscheidungsunterstützung bis zu intelligenter Robotik.
Konkrete Projekte in Österreich zeigen, wohin sich der Einsatz entwickelt: Bei NEVEON wurden datenbasierte Modelle genutzt, um Produktionsprozesse transparenter zu machen und Effizienzpotenziale systematisch sichtbar zu machen. Bei Austrotherm stand die AI-gestützte Analyse großer Produktionsdatenmengen im Mittelpunkt; gemeinsam mit Doka wurden datengetriebene Modelle eingesetzt, um operative Prozesse präziser zu steuern und Entscheidungsgrundlagen zu verbessern.
Industrial AI erweitert dieses Feld um Systeme, die digitale Intelligenz direkt mit Maschinen und physischen Abläufen verbinden. Im European Industrials AI Innovation Hub in Stuttgart, an dessen inhaltlicher Arbeit das österreichische Team maßgeblich beteiligt ist, werden auf 200 Quadratmetern mehr als 20 Demonstrationen und insgesamt 140 Anwendungsfälle entlang der industriellen Wertschöpfungskette gezeigt. Dazu zählen AI-unterstützte Industrieroboter, intelligente Sicherheitsüberwachung und die Modernisierung bestehender Robotik durch AI-fähige Betriebssysteme. In einer „Ideas Arena“ werden Prototypen entwickelt und auf ihre Skalierbarkeit geprüft; ein Teil der Lösungen entstand gemeinsam mit Technologiepartnern wie Microsoft, SAP, Dell und NVIDIA.
Future of Audit: AI wird Teil der globalen Prüfungsplattform
Auch in der Wirtschaftsprüfung wird AI nicht als Zusatzwerkzeug, sondern direkt im Prüfungsprozess verankert. Unter dem Programm „The Future of Audit. Now.“ integriert EY ein Multi-Agenten-System auf Basis von Microsoft-Technologie in die globale Prüfungsplattform EY Canvas. Diese verarbeitet bereits heute jährlich mehr als 1,4 Billionen Buchungszeilen. Der Roll-out umfasst rund 130.000 Prüfer:innen, etwa 160.000 Prüfungsmandate und mehr als 150 Länder und Gebiete.
People Consulting wird mit einem größeren Team ausgebaut
Parallel dazu hat EY Österreich People Consulting deutlich breiter ausgebaut. Zu EY wechselte ein größeres Team von Transformationsberater:innen, das von den drei neuen Partner:innen Anna Nowshad, Georg Jurceka und Julian Mauhart geführt wird. Die drei Expert:innen bringen langjährige Beratungserfahrung mit; das erweiterte Team ergänzt die bestehende Expertise in Workforce, HR, Organisation und Change um zusätzliche Kapazität und Erfahrung.
Inhaltlich geht der Ausbau deutlich über klassische Personalfragen hinaus. Das Spektrum reicht von Workforce- und Talenttransformation über die Modernisierung von HR-Funktionen und Operating Models bis zu Organisation, Change und Kultur, Leadership und Future of Work sowie AI-enabled Workforce Transformation. Damit adressiert EY eine zentrale Folge des technologischen Wandels: Wenn AI Aufgaben und Prozesse verändert, müssen Unternehmen gleichzeitig Rollen, Qualifikationen, Führung, Vergütungsmodelle und Zusammenarbeit neu ordnen.
Finance-Beratung: Finanzbereiche werden zum strategischen Steuerungszentrum
Auch die Beratung für CFOs und Finanzabteilungen hat EY Österreich deutlich ausgebaut. Denn unter dem Druck volatiler Märkte, wachsender Datenmengen und steigender regulatorischer Anforderungen verändert sich die Rolle der Finanzfunktion grundlegend: Statt Zahlen vor allem rückblickend aufzubereiten, soll sie Entwicklungen frühzeitig erkennen, Szenarien bewerten und dem Management belastbare Entscheidungsgrundlagen liefern. EY unterstützt Unternehmen dabei, ihre Finanzbereiche technologisch und organisatorisch neu aufzustellen, Prozesse zu vereinfachen und zu automatisieren sowie AI gezielt in Planung, Reporting und Steuerung einzusetzen. So sollen Finanzteams effizienter arbeiten und zugleich stärker als strategische Partner:innen des Managements agieren.
Mit dem Podcast „CFO Insight“ greift EY diese Entwicklung auch im Dialog mit der Praxis auf. Finanzentscheider:innen berichten dort, wie sie Transformationsprogramme umsetzen, neue Technologien in der Finanzfunktion verankern und die Unternehmenssteuerung unter veränderten Rahmenbedingungen weiterentwickeln.
Syngroup bringt zusätzliche Umsetzungskraft direkt in den Betrieb
Während EY mit dem Ausbau von People Consulting und der Finance-Beratung vor allem die organisatorische und finanzielle Seite von Transformation stärkt, erweiterte die Integration wesentlicher Teile der Wiener Syngroup das Angebot um zusätzliche operative Umsetzungskompetenz. Mehr als 40 Expert:innen verstärken EY-Parthenon in den Bereichen Operational Excellence, Supply-Chain-Optimierung und operative Restrukturierung. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung direkt im laufenden Betrieb: Sie unterstützen Unternehmen dabei, Produktions- und Lieferkettenprozesse zu stabilisieren, Stillstände und Ausschuss zu reduzieren, Durchlauf- und Lieferzeiten zu verkürzen, Bestände zu senken und gebundenes Kapital freizusetzen.
Gerade im schwierigen Marktumfeld reicht es für Industrieunternehmen nicht aus, neue Strategien oder Technologien zu definieren. Verbesserungen müssen im laufenden Betrieb verankert und ihre Wirkung anhand von Kosten, Qualität, Lieferfähigkeit und Produktivität messbar gemacht werden. Die Verbindung von Strategie, Technologie und operativer Umsetzung rundet damit den bereichsübergreifenden Ausbau des Beratungsangebots ab – eine Entwicklung, die sich auch in externen Rankings widerspiegelt.
Top-Platzierungen bestätigen starke Marktposition
Die Weiterentwicklung des Beratungsangebots spiegelt sich auch in externen Rankings wider. Beim Beraterranking des INDUSTRIEMAGAZIN 2026 erreichte EY jeweils den ersten Platz in der Kategorie Sustainability sowie in den Branchen Banken & Versicherungen und Handel & Konsumgüter. Zweite Plätze erzielte EY in den Kategorien Finance und Digitalisierung sowie in der Branche Maschinen- und Anlagenbau. Darüber hinaus wurde EY vom KURIER als Innovationsführer ausgezeichnet. Die Platzierung unterstreicht die starke Position von EY in zentralen Zukunfts- und Transformationsfeldern.
Die Investitionen folgen damit einer gemeinsamen Logik: Technologie wird dort ausgebaut, wo sie in operative Kernprozesse eingebettet werden kann. Zugleich erweitert EY jene Teams, die Veränderungen in Produktion, Organisation, Finance und Prüfung umsetzen. „2026 ist für uns ein Jahr der Weichenstellungen“, sagt Reimoser. „Wir haben bewusst investiert und die Voraussetzungen geschaffen, um AI breit und verantwortungsvoll einzusetzen. Damit steigern wir Produktivität, Qualität und Entscheidungsfähigkeit – bei uns selbst und gemeinsam mit unseren Kund:innen.“