IKP
14.10.2020

EY Sustainable Finance Consumer Survey 2020

Mehr als die Hälfte österreichischer Bankkunden an nachhaltigen Finanzprodukten interessiert, doch nur ein knappes Fünftel besitzt bereits ein derartiges Produkt

Armin Schmitt, EY Österreich

Armin Schmitt, Partner und Leiter des Bereichs Financial Services Consulting bei EY Österreich

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  • Nachhaltigkeit neben hoher Sicherheit und hoher Rendite ein Top-Entscheidungskriterium beim Erwerb von Finanzprodukten
  • Besonders großes Interesse bei 18-24-Jährigen – gefolgt von über 64-Jährigen
  • Trotz großem Interesse: Nur knapp ein Fünftel der österreichischen Bankkunden besitzt bereits ein nachhaltiges Finanzprodukt
  • Jeder fünfte Österreicher würde zu einer Bank wechseln, die ausschließlich nachhaltige Produkte bietet
  • Drei Viertel der einheimischen Bankkunden haben sich kaum oder noch nie über nachhaltige Finanzlösungen informiert
Wien, 14. Oktober 2020. Das Thema Nachhaltigkeit ist für viele Österreicher bereits ein fixer Bestandteil ihres Privatlebens, doch auch in Wirtschaftsbereichen wird es immer wichtiger. Der Bankensektor ist davon nicht ausgenommen, denn das große Interesse österreichischer Bankkunden an nachhaltiger Geschäftsgebarung und Anlageinstrumenten stellt ein großes Potenzial dar: Drei von vier Bankkunden (75 %) ist die Nachhaltigkeit ihrer Bank wichtig bis sehr wichtig. Am wichtigsten ist den Kunden dabei, wofür die Bank steht bzw. welche Geschäfte sie tätigt, beispielsweise im Hinblick auf Atomenergie oder Waffenproduktion. Dies gibt knapp jeder zweite einheimische Bankkunde (47 %) in der Befragung an. Umweltmaßnahmen wie Energiesparen oder Recycling sind 42 Prozent ein Anliegen. Soziale Maßnahmen (z. B. Hilfsprojekte) sind für mehr als jeden dritten Bankkunden (36 %) wichtig.

Wenn auch das Interesse für nachhaltige Finanzprodukte bei jedem zweiten Bankkunden (51 %) gegeben ist, vertrauen nur vier von zehn Bankkunden (39 %) ihrer Bank bezüglich Nachhaltigkeit voll und ganz. „Der Klimawandel und seine Auswirkungen lassen Banken ihre entscheidende Rolle als Mitgestalter von nachhaltigen Investitionsentscheidungen bewusster werden. Sustainable Finance hat das Potenzial, die gesamte Wertschöpfungskette von Finanzdienstleistern zu beeinflussen und zu verändern und somit einen großen Teil zu einem grüneren Planeten beizutragen. Um auch die Bankkunden mit an Bord zu holen, bedarf es einfacher, verständlicher und zugänglicher Informationen über die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Banken, die das Vertrauen steigern“, erklärt Armin Schmitt, Partner und Leiter des Bereichs Financial Services Consulting bei EY Österreich.

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, bei der im März 2020 über 1.000 österreichische Bankkunden befragt wurden.

Interesse gegeben, Bekanntheit auszubauen
Über die Hälfte (51 %) der österreichischen Bankkunden gibt an, großes bzw. sehr großes Interesse an nachhaltigen Finanzprodukten zu haben. Gleichzeitig besitzt nur knapp jeder Fünfte (18 %) ein solches. „Ein Hebel, um das Potenzial zu realisieren, liegt in der gezielten Ansprache von Kunden – nur, wenn man sie darüber informiert, welche Angebote es gibt, werden diese auch wahrgenommen. Nachhaltige Finanzprodukte sind für Banken und Finanzdienstleister Wachstumsfeld und Zukunftschance und sollten auch dementsprechend vermarktet werden“, so Philipp Schöckler, Director im Bereich Financial Services Consulting bei EY Österreich. Jeder zweite Bankkunde (47 %) in Österreich weiß nicht, ob seine Bank überhaupt nachhaltige Finanzprodukte anbietet.

Vor allem in der Altersgruppe der 18-bis-24-Jährigen (65 %) besteht großes Interesse nach einem nachhaltigen Finanzprodukt, wenngleich bislang nur etwa jeder Sechste eines gekauft hat (15 %). Auch hier zeige sich, dass gezielte Kundenansprache der interessierten Zielgruppen ein zentraler Erfolgsfaktor sei, meint Schöckler. Im Durchschnitt bieten österreichische Banken zwölf nachhaltige Finanzprodukte an. Insbesondere die Zielgruppe der 18-bis-24-Jährigen gibt zu 57 Prozent an, nicht zu wissen, ob ihre Bank nachhaltige Finanzprodukte anbietet. Am besten informiert sind Bankkunden mit einem Alter von über 64 Jahren. Hier wissen in etwa zwei von drei (63 %) über das Angebot nachhaltiger Finanzprodukte ihrer Bank Bescheid.

Nachhaltigkeit als Top-Entscheidungsfaktor
Nachhaltigkeit zählt zu den drei wichtigsten Entscheidungskriterien beim Kauf eines Finanzproduktes – und ist somit sogar wichtiger als ein niedriger Preis. Unangefochten an erster Stelle der wichtigsten Faktoren beim Kauf von Finanzprodukten steht die hohe Sicherheit: Für acht von zehn Bankkunden (81 %) ist Sicherheit am wichtigsten, gefolgt von hoher Rendite (52 %) und eben Nachhaltigkeit, die für knapp die Hälfte (44 %) von großer Bedeutung ist.

Obwohl Nachhaltigkeitsbestrebungen für viele Bankkunden wichtig und zukunftsweisend sind, würde rund die Hälfte weder einen höheren Preis (53 %) noch eine geringere Rendite (48 %) für ein nachhaltiges Finanzprodukt akzeptieren. Bleiben die Konditionen gleich, würde über ein Viertel der Kunden (27 %) zu einer Bank wechseln, die neben traditionellen auch nachhaltige Finanzprodukte bietet.

Banken, die zukünftig nur klassische Finanzprodukte ohne Nachhaltigkeitsfokus anbieten, riskieren also, mittelfristig über ein Viertel (27 %) ihres möglichen Kundenpotenzials nicht adäquat zu bedienen. Mehr als vier von zehn der 35-bis-44-Jährigen (43 %) würden zu einer Bank wechseln, die zusätzlich zu klassischen auch nachhaltige Finanzprodukte bei vergleichbaren Konditionen anbietet. Quer durch alle Alterskohorten würde sich nur jeder Fünfte (20 %) für eine Bank entscheiden, die ausschließlich nachhaltige und keinerlei „traditionelle“ Finanzprodukte zu gleichen Konditionen anbiete. „Die heimischen Bankkunden schätzen das Angebot nachhaltiger Finanzprodukte, vor allem aber schätzen sie die Möglichkeit, aus einer Hand zwischen nachhaltigen und traditionellen Produkten wählen zu können. Banken müssen also eine gute Balance finden, um auch in Zukunft den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden gerecht zu werden“, so Schmitt abschließend.

EY im Überblick
EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter an vier Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 160 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt rund 280.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Kunden überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Transaktionsberatung und Managementberatung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ey.com/at  

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.



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Susanne Hudelist
ikp Wien
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Tel.: +43 1 524 77 90 19
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