Zu dieser Meldung gibt es: 1 Bild
  • EU-Neuwagenmarkt wuchs im Dezember um sechs Prozent, österreichischer Markt legte um 3,2 Prozent zu
  • Jahresbilanz 2025: EU-weit Plus von 1,8 Prozent, aber 17 Prozent unter Vorkrisenniveau – 2,2 Millionen weniger verkaufte Neuwagen als 2019
  • Deutsche Autokonzerne gewinnen Marktanteile
  • EU-Absatz von Elektroautos wuchs im Dezember um 51 Prozent, im Gesamtjahr um 30 Prozent – in Österreich legen E-Autos 2025 um 36 Prozent zu
  • Tesla Model Y schiebt sich zum Jahresende 2025 an die Spitze des Rankings der meistverkauften E-Autos – vor Skoda Elroq und Renault R5

Wien, 27.01.2026. Der europäische Neuwagenmarkt verzeichnete im letzten Monat des Jahres 2025 ein deutliches Neuzulassungsplus von knapp sechs Prozent. Damit stieg im Gesamtjahr 2025 die Zahl der neu zugelassenen Pkw in der EU um 1,8 Prozent auf 10,8 Millionen. Allerdings: Im Vorkrisenjahr 2019 waren EU-weit noch 13 Millionen Neuwagen verkauft worden. Somit lag der Pkw-Absatz im vergangenen Jahr 17 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. In absoluten Zahlen waren 2019 etwa 2,2 Millionen Neuwagen mehr verkauft worden als im Jahr 2025.

Auch in Österreich stiegen die Verkaufszahlen: im Dezember um 3,2 Prozent, im Gesamtjahr 2025 um 12,3 Prozent. Aber auch hierzulande lag das Absatzniveau damit deutlich unter den Zahlen von 2019.

„Im vergangenen Jahr war zwar eine gewisse Belebung am Neuwagenmarkt erkennbar, insgesamt kommt der Aufschwung jedoch nur sehr langsam voran“, sagt Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich. „Auch 2026 ist lediglich mit einem moderaten Wachstum zu rechnen. Die Rahmenbedingungen bleiben schwierig: Sowohl private Käufer:innen als auch Unternehmen agieren weiterhin äußerst zurückhaltend. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, viele Menschen blicken mit Sorge auf ihre Einkommens- oder Beschäftigungssituation. Zusätzlich wirken die nach wie vor hohen Neuwagenpreise – nicht zuletzt infolge regulatorischer Anforderungen – kaufhemmend. Politische Unsicherheiten verschärfen die Situation weiter. An diesen Faktoren dürfte sich kurzfristig wenig ändern, weshalb sich die Automobilindustrie auf ein herausforderndes Jahr 2026 einstellen muss.“

In den vergangenen Jahren haben sich die Marktanteile der Autokonzerne in der EU deutlich verschoben. So konnten die deutschen Konzerne ihren Anteil am Neuwagenmarkt ausbauen: von 37,1 Prozent im Jahr 2019 auf 39,9 Prozent im Jahr 2025. Zwar ging auch bei den deutschen Autoherstellern der Absatz seit 2019 deutlich zurück – um zehn Prozent –, der Gesamtmarkt schrumpfte allerdings deutlich stärker um 17 Prozent.

Marktanteile verloren haben seit 2019 insbesondere Stellantis und Ford. Zuletzt musste auch Tesla Marktanteilsverluste in der EU hinnehmen. Nachdem im Jahr 2023 noch 2,6 Prozent der EU-weit neu zugelassenen Pkw Tesla-Modelle waren, schrumpfte der Marktanteil im Jahr 2024 auf 2,3 Prozent und im Jahr 2025 auf nur noch 1,4 Prozent.

Elektroautos legen weiter deutlich zu
Wie schon in den Vormonaten stieg der Absatz von Elektroautos auch im Dezember deutlich. EU-weit legten die Elektro-Neuzulassungen um 51 Prozent zu, die meisten – 22 von 27 – EU-Länder verzeichneten steigende Neuzulassungen von Elektroautos. Ihr Marktanteil stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von 15,8 auf 22,6 Prozent. Damit legten Elektroautos im Gesamtjahr 2025 um 30 Prozent zu, der Marktanteil kletterte im Jahresvergleich von 13,6 auf 17,4 Prozent.

In Österreich stiegen die Verkäufe von E-Autos im Dezember zwar nur um 8,4 Prozent, im Gesamtjahr 2025 stiegen sie aber um 36 Prozent.

Allerdings war 2024 ein sehr schwaches Jahr für die E-Mobilität mit einem EU-weiten Rückgang der Elektro-Neuzulassungen um sechs Prozent. Für den Zwei-Jahres-Zeitraum von 2023 bis 2025 ergibt sich nur eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von elf Prozent. „Elektrofahrzeuge haben sich 2025 zwar deutlich besser entwickelt als im schwachen Vorjahr 2024. Betrachtet man jedoch mehrere Jahre, fällt das Wachstum wesentlich weniger dynamisch aus“, so Preiss. „Die Marktdurchdringung von E-Autos steigt deutlich langsamer als noch vor wenigen Jahren erwartet – und das trotz einer Vielzahl neuer Modelle sowie umfangreicher staatlicher Förderprogramme. Dabei darf nicht übersehen werden, dass der Kauf und Betrieb von Elektroautos in den meisten EU-Ländern weiterhin stark subventioniert wird, etwa durch Kaufprämien und steuerliche Begünstigungen.“

Die neue Elektroprämie in Deutschland werde nach Preiss Einschätzung zu steigenden Verkäufen von Elektroautos führen, allerdings vorwiegend im Einstiegssegment. „Gerade in diesem Bereich sind deutsche Hersteller bislang nur eingeschränkt präsent“, erläutert Preiss. „Entsprechend werden ausländische Anbieter überproportional profitieren, da sie bereits ein breiteres Angebot an elektrischen Kleinwagen haben. In dieser Preisklasse bedeuten staatliche Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro in Kombination mit zusätzlichen Herstellerrabatten einen erheblichen Preisvorteil.“

Und Preiss weiter: „Für das Jahr 2026 rechnen wir EU-weit mit einem erneuten deutlichen Zuwachs bei den Elektro-Neuzulassungen. Erstmals dürften mehr als zwei Millionen rein elektrische Fahrzeuge verkauft werden, der Marktanteil wird über 20 Prozent liegen. Damit fährt jeder fünfte neu zugelassene Pkw elektrisch – gleichzeitig zeigt das aber auch, dass sich die Mehrheit der Käufer:innen weiterhin für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor entscheidet.“

Im vergangenen Monat gab es im Ranking der meistverkauften Elektroautos in Westeuropa einen Wechsel an der Spitze: Das Tesla Model Y lag – vor allem dank eines massiven Anstiegs der Zulassungen in Norwegen – an der Spitze der Rangliste, gefolgt vom bisherigen Spitzenreiter, dem Skoda Elroq. In den zwölf westeuropäischen Ländern, für die entsprechende Daten verfügbar sind, lag der Renault R5 auf dem dritten Platz.

Elektro-Marktanteil bleibt im Osten Europas weiterhin sehr niedrig
Als Elektro-Musterknaben erwiesen sich auch im Dezember vor allem die Länder in Nordeuropa und die Benelux-Länder. In vielen anderen EU-Ländern sind Elektroautos hingegen nach wie vor ein Nischenprodukt: In acht EU-Ländern lag der Elektro-Marktanteil im Dezember unter zehn Prozent.

Besonders niedrig ist der Marktanteil von Elektroautos weiterhin in den ost- und südosteuropäischen Ländern: In Kroatien lag er im Dezember z.B. bei 4,7 Prozent, in Tschechien und Bulgarien bei jeweils 5,6 Prozent. Allerdings steigen die Absatzzahlen stark: Im Dezember stiegen die Elektro-Neuzulassungen in Ost- und Südosteuropa um 137 Prozent. Insgesamt stieg der Marktanteil von Elektroautos gegenüber dem Vorjahresmonat von 5,1 auf 9,3 Prozent.

Plug-in-Hybride legen stark zu
Vor allem in den skandinavischen Ländern erfreuen sich Elektroautos großer Beliebtheit: Norwegen wies im Dezember mit 98 Prozent den mit Abstand höchsten Marktanteil von Elektroautos in Europa aus. Dahinter folgen Dänemark mit 81 Prozent, die Niederlande (64 %) und Irland mit 62 Prozent. In den skandinavischen Ländern insgesamt (einschließlich des Nicht-EU-Lands Norwegen) stieg der Elektro-Marktanteil im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat von 56 auf 75 Prozent.

EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.500 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 255 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt über 400.000 Mitarbeiter:innen der internationalen EY-Organisation betreut EY Kund:innen überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung sowie Strategie- und Transaktionsberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ey.com/at 

Kontakt

EY Florian Haas

Florian Haas
Head of Communications Austria
EY
Wagramer Str. 19
A-1220 Wien
Tel.: +43 1 211 70 1156
 
Susanne Hudelist
ikp Wien
Kirchengasse 7/18
A-1070 Wien
Tel.: +43 1 524 77 90 19
E-Mail: ey@ikp.at

Alle Inhalte dieser Meldung als .zip:

Sofort downloaden In die Lightbox legen

Bilder (1)

Axel Preiss_EY Österreich
800 x 1 200 © EY/Stefan Seelig