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  • EU-Neuwagenmarkt legte im Februar um 1,4 Prozent zu, im bisherigen Jahresverlauf aber weiter unter Vorjahr
  • Österreich: Wachstum im Februar um 8,5 Prozent – im Jahresverlauf um zehn Prozent erwartet
  • Gebremste Absatzdynamik bei Elektroautos: plus 21 Prozent in der EU, plus fünf Prozent in Österreich
  • Elektro-Marktanteil in der EU bei 18,3 Prozent und damit unter dem Niveau des vierten Quartals 2025, sinkender Marktanteil in Österreich
  • Tesla Model Y meistverkauftes Elektroauto in Westeuropa – vor Skoda Elroq und Leapmotor T03

Wien, 24.03.2026. Der europäische Neuwagenmarkt schwächelt weiter: Zwar stiegen die Neuzulassungen in der EU im Februar um 1,4 Prozent, im bisherigen Jahresverlauf liegt der Absatz aber weiterhin – um 1,2 Prozent – unter dem Vorjahresniveau und damit sogar 19 Prozent unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Laut Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich, haben sich die Aussichten für den Neuwagenmarkt zuletzt weiter eingetrübt: „Die aktuellen Rahmenbedingungen sind insgesamt herausfordernd: Eine schwache wirtschaftliche Entwicklung, zunehmende geopolitische Spannungen sowie deutlich steigende Energiepreise mit entsprechenden Auswirkungen auf die Inflation belasten die Kaufbereitschaft. Sowohl Unternehmen als auch private Haushalte agieren bei größeren Investitionen derzeit zurückhaltend. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die bestehenden Unsicherheiten die ohnehin angespannte Lage der europäischen Automobilindustrie weiter verschärfen.“

Für die europäischen Autokonzerne stellen zudem neue Wettbewerber aus China ein immer größeres Problem dar, so Preiss: „Insbesondere in südeuropäischen Märkten gewinnen chinesische Hersteller zunehmend an Bedeutung – vor allem mit kleineren und preislich attraktiven Modellen. In diesen Segmenten bauen sie ihre Marktanteile spürbar aus. Das erhöht den Wettbewerbsdruck auf etablierte europäische Anbieter, die traditionell in genau diesen Kategorien stark positioniert sind.“

Gebremste Wachstumsdynamik bei Elektroautos
Die Neuzulassungen von Elektroautos stiegen im Februar EU-weit um 21 Prozent, nach einem Wachstum um 24 Prozent im Jänner. Der Marktanteil erhöhte sich von 15,9 Prozent auf 18,3 Prozent. Allerdings lag der Elektro-Marktanteil im vierten Quartal des Vorjahres noch deutlich über der 20-Prozent-Marke, im Dezember bei 22,6 Prozent. Im Dezember hatten die Elektro-Neuzulassungen zudem noch um 51 Prozent zugelegt – die Wachstumsrate hat sich seitdem also mehr als halbiert. In Österreich stiegen die Elektro-Neuzulassungen im Februar sogar nur um knapp fünf Prozent, der Marktanteil sank von 21,6 auf 20,9 Prozent.

Preiss bezeichnet das aktuell schwache Wachstum bei Elektroautos als enttäuschend, aber nicht überraschend: „Trotz umfangreicher Fördermaßnahmen durch die EU-Staaten – etwa in Form von Kaufanreizen oder steuerlichen Vorteilen – sowie erheblicher Investitionen der Hersteller in neue Modelle bleibt die Dynamik hinter den Erwartungen zurück. Viele Konsument:innen entscheiden sich weiterhin für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Ausschlaggebend sind vor allem die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten, Einschränkungen bei Reichweite und Ladeinfrastruktur sowie die Tatsache, dass Elektroautos für viele Menschen noch nicht optimal in ihren Alltag passen.“

Preiss rechnet zudem nicht damit, dass der aktuelle Anstieg der Kraftstoffpreise zu einem deutlichen Schub bei den Neuzulassungen von Elektroautos führen wird: „Steigende Preise an den Zapfsäulen erhöhen zwar grundsätzlich das Interesse an alternativen Antrieben. Allerdings handelt es sich beim Autokauf um eine langfristige Entscheidung, die gut überlegt wird. In einem Umfeld hoher Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit dürfte der Effekt eher darin bestehen, dass Kaufentscheidungen verschoben werden, anstatt dass es zu einem sprunghaften Umstieg auf Elektrofahrzeuge kommt.“ 

Große Unterschiede innerhalb Europas
In immerhin 13 der 27 EU-Länder lag der Elektro-Marktanteil unter zehn Prozent, in gerade einmal vier EU-Ländern waren im Februar mehr als 30 Prozent der neu zugelassenen Pkw Elektroautos. Während im Norden Europas Elektroautos inzwischen recht hohe Marktanteile erreichen, kommen im Osten und Südosten nur sehr wenige Elektroautos neu auf die Straße: In Skandinavien (einschließlich des nicht-EU-Landes Norwegen) stieg der BEV-Marktanteil im Februar von 55 auf 61 Prozent. In Osteuropa legte er hingegen nur von fünf auf sechs Prozent zu. 

Prognose für 2026
Für das laufende Jahr erwartet Preiss ein Wachstum der Elektro-Neuzulassungen in der EU von etwa 30 Prozent und einen Marktanteil von knapp 23 Prozent: „Impulse dürften insbesondere von neuen Fördermaßnahmen sowie einer wachsenden Zahl attraktiver Modelle ausgehen. Vor allem deutsche Hersteller zeigen derzeit, welches technologische Niveau erreicht werden kann. Gerade im höherpreisigen Segment und im Dienstwagenbereich ist daher mit steigenden Zulassungszahlen zu rechnen – auch im Wettbewerb mit internationalen Anbietern.“

Im vergangenen Monat war das Tesla Model Y das meistzugelassene Elektroauto in Westeuropa, gefolgt vom Skoda Elroq. In den zwölf westeuropäischen Ländern, für die entsprechende Daten verfügbar sind, lag mit dem Leapmotor T03 erstmals ein chinesisches Elektroauto auf dem dritten Platz – aufgrund einer sehr starken Performance in Italien.

Allerdings gibt es innerhalb Europas erhebliche Unterschiede bei den Elektro-Bestsellern. In den fünf Märkten, für die Zahlen vorliegen, führt jeweils ein anderes Modell die Statistik der meistverkauften Fahrzeuge an. Der Skoda Elroq, das Tesla Model Y, der Citroen C3 sowie der BYD Dolphin Surf liegen in drei Märkten in den Top 3. Alle anderen Modelle unterscheiden sich von Land zu Land. Die E-Auto-Landschaft ist innerhalb Europas also sehr heterogen, auch abhängig von jeweils gewährten Preisnachlässen und Sonderaktionen. In Österreich lagen im Februar der Skoda Elroq (318) und der Skoda Enyaq (259) vor dem Tesla Model Y (226).

Plug-in-Hybride legen zu
Etwas stärker als bei Elektroautos stiegen die Neuzulassungen bei Plug-in-Hybriden, die EU-weit im Februar um 32 Prozent zulegten. Der Marktanteil stieg von 7,4 auf 9,7 Prozent. Die höchsten Marktanteile erzielten Plug-in-Hybride im Februar in Schweden und den Niederlanden mit jeweils 25 Prozent. Der kombinierte Marktanteil beider elektrischen Antriebsarten (BEV und PHEV) war in Dänemark (83 %) und Schweden (65 %) am höchsten unter allen EU-Ländern. In Österreich stieg der Absatz von Plug-in-Hybriden deutlich stärker als der von Elektroautos: um 33 Prozent. Damit kamen beide Antriebsformen zusammen im Februar auf einen Marktanteil von 31,0 Prozent – nach 29,8 Prozent im Vorjahr.

EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.500 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 255 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt über 400.000 Mitarbeiter:innen der internationalen EY-Organisation betreut EY Kund:innen überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung sowie Strategie- und Transaktionsberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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