- Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Blackout in den nächsten zwei Jahren eintritt, wird von Österreicher:innen geringer eingeschätzt (29 %) als in den Vorjahren (2022: 38 %, 2023 und 2024: 33 %)
- 80 Prozent haben für ein Blackout vorgesorgt – trotzdem hat einer von fünf Haushalten in Österreich gar keine Vorsorgemaßnahmen getroffen
- Top-Maßnahmen: Ersatzbeleuchtung (59 %), Vorrat an haltbaren Lebensmitteln (50 %) und Bargeld im Haushalt (45 %)
- Vorarlberg und Burgenland am besten vorbereitet, Wien am wenigsten
- Großteil der Bevölkerung geht von maximaler Zeitspanne von 24 Stunden aus
Wien, 13.01.2026. Die Blackout Gefahr wird von den Österreicher:innen laut einer Studie der Beratungs- und Prüfungsorganisation EY Österreich 2025 wieder als etwas niedriger eingeschätzt als in den Vorjahren: Während im letzten Jahr die Wahrscheinlichkeit für einen großflächigen Stromausfall innerhalb der nächsten zwei Jahre von Bürger:innen auf durchschnittlich 33 Prozent eingeschätzt wurde, liegt das erwartete Risiko diesmal bei 29 Prozent. Die Anzahl jener, die einen Blackout mit einer bis zu 25-prozentigen Wahrscheinlichkeit für sehr unwahrscheinlich halten, ist deutlich angestiegen: von 50 auf 56 Prozent.
Parallel dazu ist die Anzahl der Menschen, die tatsächlich sicher von einem großflächigen Stromausfall in den nächsten zwei Jahren ausgehen, deutlich gesunken: Waren es 2024 noch acht Prozent, die meinten, ein großflächiger Stromausfall in den nächsten zwei Jahren wäre zu 76 bis 100 Prozent wahrscheinlich, so sind es 2025 nur mehr halb so viel Menschen, nämlich vier Prozent.
Die Blackout-Vorsorge scheint ein Thema zu sein, das in den letzten Jahren immer unwichtiger wurde: Acht von zehn Österreicher:innen sorgen zwar, wie schon in den Vorjahren, insbesondere mit einfachen Haushaltsmaßnahmen vor, aber die Maßnahmen sind für den Ernstfall nicht ausreichend. Außerdem ist ein Fünftel der Haushalte nicht einmal rudimentär vorbereitet.
„Wir sehen hier einen klaren Trend über die letzten Jahre hinweg: Die empfundene Bedrohung eines breitflächigen Stromausfalls nimmt in der österreichischen Bevölkerung langsam, aber sicher weiter ab – obwohl sich beeinflussende Faktoren von geopolitischen Spannungen über Cybercrime bis hin zu Netzinstabilitäten nicht verändert haben. Mit der Zunahme von Extremwetterereignissen steigt auch die Gefahr, dass kritische Teile der staatlichen Infrastruktur wie beispielsweise die Stromversorgung für eine Zeit ausfallen. Es ist wichtig, dass sowohl private Haushalte als auch Betriebe sich auf den Ernstfall vorbereiten und entsprechende, umfassende Vorsorgemaßnahmen treffen.“, so Christina Khinast-Sittenthaler, Leiterin des Energiesektors bei EY Österreich.
Das sind Ergebnisse des EY Energiebarometers 2025 (Kapitel Blackout), für das wieder 1.000 Österreicher:innen zwischen 18 bis 65 Jahren befragt wurden.
Vorsorgemaßnahmen: 8 von 10 Haushalten haben vorgesorgt – ein Fünftel nicht
Obwohl die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Blackouts tendenziell eher gering eingeschätzt wird, sorgen die Österreicher:innen vor, und das seit Jahren. Vier von fünf Österreicher:innen (80 %) haben aktuell nach eigenen Angaben Maßnahmen getroffen – das sind gleich viele wie in den Vorjahren. Das bedeutet aber auch, dass weiterhin fast 20 Prozent nicht für ein Blackout vorgesorgt haben. Immerhin sechs Prozent, die aktuell keine Maßnahmen getroffen haben, planen in Zukunft entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen.
Die am häufigsten getroffene Maßnahme zur Vorsorge für einen Stromausfall ist wie im Vorjahr die Ersatzbeleuchtung in Form von Kerzen oder Taschenlampen. Etwa sechs von zehn Teilnehmenden (59 %) haben diese zuhause. An zweiter Stelle folgt ein Vorrat an haltbaren Lebensmitteln, den die Hälfte der Österreicher:innen zuhause hat (50 %). Lag bisher der Getränkevorrat auf Rang 3, so ist heuer erstmals das Bargeld nach vorne gerückt: 45 Prozent der Bürger:innen haben Bargeld gelagert, 44 Prozent Getränke und immerhin vier von zehn Haushalten (20 %) wichtige Medikamente. Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt auch: Tendenziell sorgen Menschen mit 50 oder mehr Jahren eher vor als jüngere Bürger:innen.
Khinast dazu: „Vorsorge ist die halbe Miete – das gilt vor allem auch für Krisenszenarien wie eben Blackouts. Die Maßnahmen, die getroffen werden, könnten noch etwas umfassender und diversifizierter ausfallen – beispielsweise hat nicht mal jeder zweite Haushalt aktuell einen Wasservorrat zuhause, und bei Medikamenten hapert es ebenfalls. Wo es großen Aufholbedarf gibt, das sind einfache Maßnahmen im Bereich Kommunikation. Nur 18 Prozent der Familien bzw. gemeinsam Wohnenden haben vorab abgesprochen, wie sie sich im Fall des Falles verhalten und miteinander kommunizieren könnten. Übrigens: Was für Privatpersonen gilt, zählt natürlich genauso für Unternehmen – auch diese sollten sich bestmöglich für einen längeren Stromausfall rüsten.“
Bundesländervergleich: Vorarlberg und Burgenland am besten vorbereitet
Im Bundesländervergleich haben hinsichtlich der Vorbereitungen für einen Stromausfall Vorarlberg und das Burgenland die Nase vorn: 88 Prozent der Bevölkerung hat dort Maßnahmen getroffen, die im Ernstfall helfen sollen. Dahinter folgen Oberösterreich (85 %), die Steiermark (83 %) und Salzburg (82 %). Auf dem letzten Platz liegt die Landeshauptstadt: In Wien haben sich nur drei Viertel der Haushalte (75 %) auf einen Blackout vorbereitet.
Uneinigkeit bei Hilfe vom Staat
Gefragt wurde auch, ob die Österreicher:innen denken, dass der Staat Österreich für einen längeren Stromausfall ausreichend vorgesorgt hat, um Haushalte während dieser Zeit zu unterstützen. Hier ist die Meinung der Bevölkerung gespalten: 50 Prozent gehen davon aus, dass der Staat ausreichend für Stromausfälle vorgesorgt hat und den Haushalten entsprechend unter die Arme greifen kann – die andere Hälfte bezweifelt das. Acht Prozent meinen sogar, der Staat könne hier auf keinen Fall ausreichend helfen.
Großteil schätzt Dauer eines Stromausfalls auf maximal 24 Stunden
Fast neun von zehn Befragten (87 %) gehen davon aus, dass der Strom im Falle eines Blackouts nach spätestens 24 Stunden wieder da wäre. 55 Prozent – also mehr als die Hälfte der Befragten – denkt sogar, dass ein großflächiger Stromausfall maximal fünf Stunden andauern würde. Nur 14 Prozent rechnen damit, dass mehr als ein Tag vergehen könnte, bis der Strom zurück ist. Dass der Ausfall länger als sieben Tage anhalten könnte, das meint nur knapp über ein Prozent der Bevölkerung. „Der Staat Österreich empfiehlt seinen Bürger:innen, ihre Vorräte für 10 bis 14 Tage aufzustocken – also deutlich länger, als die Befragten denken. Wir können nur appellieren: Österreicher:innen sollten sich informieren, wie die Empfehlungen lauten und sich Tipps einholen. Die meisten Maßnahmen sind einfach und schnell umsetzbar und einfach unerlässlich als Sicherheitsnetz im Fall des Falles“, schließt Khinast.
Mehr Informationen zum Verhalten während eines Blackouts gibt es hier.