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  • Top-500 Unternehmen weltweit erhöhten Ausgaben für Forschung und Entwicklung 2025 um neun Prozent, Umsatz stieg nur um fünf Prozent
  • US-Konzerne erhöhen Ausgaben um elf Prozent, europäische um fünf Prozent
  • Zwei europäische Unternehmen – Volkswagen und Roche – unter den größten zehn F&E-Investoren weltweit, sieben aus den USA

Wien, 12. Mai 2026. Die weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) steigen weiter – getrieben vor allem von den großen US-Technologiekonzernen. Allein die sogenannten „Big Five“ Alphabet, Apple, Microsoft, Amazon und Meta erhöhten ihre F&E-Investitionen im vergangenen Jahr um fast 46 Milliarden Euro – ein Plus von 21 Prozent.

Eine Folge des Investitionsbooms bei den US-Technologieunternehmen: Der Abstand zwischen den USA und Europa wird immer größer. Während die US-Unternehmen ihre F&E-Budgets im vergangenen Jahr um elf Prozent ausweiteten, betrug das Plus bei europäischen Unternehmen lediglich fünf Prozent, bei deutschen sogar nur drei Prozent. Asiatische Unternehmen steigerten ihre Ausgaben um neun Prozent.

Auch bei der F&E-Quote – also dem Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben am Umsatz – liegen die US-Konzerne deutlich vorn: Sie investierten durchschnittlich 9,2 Prozent ihres Umsatzes in F&E, europäische Unternehmen 6,7 Prozent und asiatische 4,7 Prozent.

Und: Von den größten F&E-Investoren der Welt haben sieben ihren Sitz in den USA, zwei in Europa und einer in Asien. Volkswagen ist wie im Vorjahr der größte F&E-Investor Europas und belegt im globalen Ranking erneut den siebten Rang, gefolgt von Roche auf Platz 8.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, für die die 500 börsennotierten Unternehmen mit den größten F&E-Budgets weltweit untersucht wurden.

Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich, beobachtet: „Insbesondere der Aufschwung im Bereich der Künstlichen Intelligenz führt dazu, dass Technologieunternehmen ihre Forschungsausgaben kontinuierlich auf neue Rekordwerte schrauben. Weder das derzeit verhaltene globale Wirtschaftswachstum noch erhöhte geopolitische Risiken haben diese Entwicklung bislang signifikant beeinträchtigt.“

Abseits der Tech-Giganten zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild. So reduzierten 33 Prozent der US-Unternehmen im Ranking im vergangenen Jahr ihre F&E-Ausgaben. In Europa schrumpften die Investitionen bei 35 Prozent der Unternehmen, in Asien bei 30 Prozent.

Auch im Ranking zeigt sich die eher vorsichtige Investitionsstrategie europäischer Unternehmen. Während 2024 noch 132 europäische Unternehmen unter den Top-500 vertreten waren, sank ihre Zahl 2025 auf 126. Die Zahl der nordamerikanischen Unternehmen blieb mit 147 stabil, die der asiatischen stieg von 215 auf 220.

Reimoser stellt fest, dass Europa offenbar immer größere Probleme hat, mit dem Tempo der Innovationen und Investitionen in den USA und Asien Schritt zu halten. Insbesondere die großen US-Technologiefirmen vergrößern ihren Vorsprung ständig durch hohe Ausgaben für neue Entwicklungen.

Konjunkturflaute bremst vor allem europäische Unternehmen
Die hohen F&E-Ausgaben zu stemmen fällt den US-Unternehmen vergleichsweise leicht, weil ihre Gewinne sprudeln: Allein die fünf größten US-Technologiekonzerne erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen operativen Gewinn von 261 Milliarden Euro – 21 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt steigerten alle US-Unternehmen im Ranking ihren Gewinn um 20 Prozent. Asiatische Unternehmen erzielten ein Plus von fünf Prozent, während europäische Unternehmen einen Gewinnrückgang von fünf Prozent verzeichneten. Auch beim Umsatz entwickelten sich die Regionen unterschiedlich: Während die Umsätze europäischer Unternehmen stagnierten, legten asiatische Konzerne um fünf Prozent und US-Unternehmen sogar um acht Prozent zu.

„Europäische Top-Unternehmen verzeichnen seit mehreren Jahren eine schwächere Entwicklung im Vergleich zu ihrem Mitbewerb aus Asien und den USA. Diese Entwicklung ist unter anderem auf geopolitische Faktoren, insbesondere den Krieg in der Ukraine, hohe Energiepreise sowie die insgesamt hohe wirtschaftliche Unsicherheit zurückzuführen. In diesem Umfeld steigen die Anforderungen an Investitionsentscheidungen deutlich – insbesondere bei Zukunftsprojekten wie Forschung und Entwicklung, die naturgemäß mit Risiken verbunden sind. Dennoch gilt: Wer keine Risiken eingeht, verzichtet auf das Potenzial für echte Innovationen. Eine langfristige Reduzierung der F&E-Investitionen würde die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig beeinträchtigen“, stellt Reimoser fest.

Reimoser weist darauf hin, dass hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung allein nicht automatisch mehr Innovation bedeuten. Unternehmen müssen intern Strukturen schaffen, die Innovation und Flexibilität fördern. Die Innovationsgeschwindigkeit chinesischer Firmen zeigt, wie Entwicklungsprozesse stark verkürzt und technologische Neuerungen schnell auf den Markt gebracht werden können. Letztlich ist Innovationskraft nicht nur eine Frage von Milliardenbudgets, sondern hängt auch vom unternehmerischen Umfeld ab.

Künstliche Intelligenz nimmt eine entscheidende Rolle ein. Reimoser hebt hervor: „KI bietet insbesondere für Unternehmen, die unter Kostendruck stehen, erhebliche Potenziale. Sie ermöglicht effizientere Entwicklungsprozesse, Kostensenkungen und eröffnet neue Anwendungsgebiete.“

Pharmakonzerne investieren am meisten
Die höchste F&E-Intensität weisen traditionell Pharma-Unternehmen auf, bei denen der Anteil der Forschungsausgaben am Gesamtumsatz im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei 15,0 Prozent lag. Die europäischen Pharmakonzerne lagen mit 14,7 Prozent unter den amerikanischen Wettbewerbern (16,4 %), aber oberhalb der asiatischen Unternehmen (13,6 %).

Als überdurchschnittlich innovationsfreudig erweist sich Europa in erster Linie in der Automobilindustrie: Während die europäischen Automobilunternehmen 6,9 Prozent ihres Umsatzes in F&E investieren, liegt der Anteil in Nordamerika bei 4,1 Prozent und in Asien bei 4,6 Prozent.

Hohe Forschungsausgaben gehen mit höheren Margen einher
Branchenübergreifend zeigt sich ein klarer Zusammenhang zwischen hoher F&E-Intensität und Profitabilität. Über alle 500 Unternehmen hinweg erzielten besonders forschungsintensive Unternehmen im vergangenen Jahr eine durchschnittliche EBIT-Marge von 14,1 Prozent. Unternehmen mit niedrigen F&E-Ausgaben kamen dagegen nur auf 8,8 Prozent.

Besonders deutlich ist dieser Effekt in der Informationstechnologie: Hier lag die EBIT-Marge bei stark forschenden Unternehmen bei 18,8 Prozent, bei vergleichsweise wenig investierenden Unternehmen hingegen nur bei 5,9 Prozent.

„Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sind keine Garantie für den Markterfolg“, erklärt Reimoser. „Dennoch ist deutlich erkennbar, dass Unternehmen mit überdurchschnittlichem Erfolg signifikant mehr Mittel in Forschung und Entwicklung investieren. Unternehmen, denen dies nicht möglich ist, laufen Gefahr, langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.“

EY im Überblick

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.500 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 255 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt über 400.000 Mitarbeiter:innen der internationalen EY-Organisation betreut EY Kund:innen überall auf der Welt.

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung sowie Strategie- und Transaktionsberatung.

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

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Bettina Loidhold
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